Unter Amazonas-Indianern

Über 200 Indianervölker gibt es noch im Amazonas. Wer einen Überblick über ihre unterschiedlichen Lebensweisen sucht, findet in dem Buch von dem bekannten Buch-und Fernsehautor Roland Garve eine sehr anschauliche und übersichtliche Darstellung.

Doch das Buch ist nicht nur ein Nachschlagewerk über die einzelnen Indianergruppen und ihre Sitten und Gebräuche. Einen großen Raum nimmt der historische Hintergrund ein. Die Geschichte des Amazonasbeckens wird aus Sicht der Indianer geschildert – von dem Einfall der Konquistadoren über die Ankunft der Missionare, der Kautschukbarone bis hin zum Völkermord an den Indianern. Den deutschen Entdeckern und Forschern am Amazonas ist ein ganzes Kapitel gewidmet. Ein anschaulicher Überblick, den man in dieser Form selten findet. Mit vielen informativen und sehr eindrucksvollen Fotos bekommt man einen Einblick in die Welt der Amazonas-Indianer. Das Buch bei Bücher.de (leider vergriffen, nur noch gebraucht)

Drogen: nur im rituellen Kontext

Der Autor geht auch der Frage nach, wer ist eigentlich ein Indianer. Wann und woher kamen die ersten Menschen ins Amazonasgebiet? Auch dem Lebensraum der Indianer, dem Regenwald, widmet sich das Buch. Dabei wird auch der aktuelle Stand der Zerstörung deutlich gemacht. „Die systematische Erschließung des Regenwaldes war der Anfang vom Ende vieler Indianervölker Amazoniens. Bodenspekulanten, Bautrupps, Holzfäller und Siedler drangen und dringen heute noch mit zum Teil brutalen Mitteln in den Lebensraum der Indianer vor“.

Ausführlich werden die indianischen Heilpflanzen und Rauschdrogen dargestellt. Drogen werden in westlichen Kulturen von Aussteigern genutzt. „In traditionellen Kulturen dienen sie dagegen zur besseren Integration, zum Einstieg in die Kultur. Zu den wesentlichen Unterschieden bei Zivilisationsrauschgiften gehört die Tatsache, dass traditionelle Drogen weder die Stammesstruktur gefährden, noch in Frage stellen, sondern für ihren Erhalt nötig sind. Die Einnahme erfolgt fast ausnahmslos im rituellen Kontext, unterliegt festen Regeln und führt weder zu psychischen noch zu physischen Suchterscheinungen“.

 

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