Überleben ums Verrecken

Rüdiger Nehberg präsentiert Tricks zum Überleben

Amazonas: Überleben ums Verrecken: Nehberg
Eine Machete ist nötig, um hier durch den Amazonas Urwald zu kommen. Copyright: Bernd Kulow

Wie fängt man einen Fisch mit den Händen? Wie wird aus einem Stein ein scharfe Klinge? Der Survival-Experte Deutschlands präsentiert sein Wissen anschaulich in dem Survival-Handbuch „Überleben ums Verrecken“.

Wie überlebt man im Dschungel? Zwar ist es dort immer feucht und warm, aber der Durst wird irgendwann kommen. Besonders geeignet: Wasser aus Lianen. Aus den Lianenranken lässt es sich trinken wie aus einem Schlauch. Allerdings sind nicht alle Lianenwasser trinkbar.

Im Dschungel mag man vieles fürchten, das unbekannte Dickicht um einen herum, vor allem im Dunkeln, das Knacken und Rauschen, nie gehörte Geräusche. All das macht wohl Angst, und man ist auf der Hut. Doch was in jedem Fall und ständig nervt, sind die Mosquitos. Die lassen einen nur in Ruhe, wenn man mitten auf einem Fluss unterwegs ist, am Ufer stürzen sie sich sofort in ganzen Schwärmen auf jedes Stückchen Haut. Wie kleine Kampfflieger schwirren sie um Kopf und Körper. Man greift und schlägt nach ihnen und wundert sich, wie die Einheimischen diese Plage ganz gelassen ertragen.

Wasser aus Baum trinken
Wer sich auskennt, findet immer etwas zum Trinken im Regenwald                             Copyright: Bernd Kulow

Moskitos: Ignoranz schützt

Nehberg weiß gegen diese Plagebiester auch wenig: Ignoranz und Haut schützen, sagt er. Aber diese aggressiven Insekten finden immer einen Weg zum Blut, auch wenn man sich mit langen Ärmeln, Hosen und Hut schützt. Nächstes Mal werde ich ein Gesichtsnetz mitnehmen, wie Nehberg in dem Buch „Überleben ums Verrecken“ empfiehlt.

Wenn überhaupt, schützt gegen die Mücken am besten das Spray, das man vor Ort kaufen kann. Sehr praktisch ist Mückengift zum Sprühen, damit kann man nämlich auch die Strümpfe und Hemdsärmel einnebeln. Nehberg empfiehlt als Alternative zu übel riechenden Sprays, sich mit Asche einzureiben. Das sieht zwar nicht gut aus, so Nehberg. Und Indianer könnten denken, man sei auf dem Kriegspfad, aber „es schockt manches Insekt, weil es Feuer hasst“. Manchmal hilft auch Ballistol (feines Waffenöl), Matsch, Petroleum, Parfüm, Insektenstörsender, Insektizide, Katzenminze oder Knoblauch. Wichtig sei, dass das Mittel den Körpergeruch übertönt.

Sexualität auf Reisen

Mit realistisch, klarem Stil sind auch die Passagen geschrieben, in denen Nehberg über das Training zum Überleben in der Wildnis hinausgeht. Da lässt er sich aus über allein reisende Frauen, Sexualität auf Reisen oder gar das Heiraten im Ausland.



Selbst von Hotels ist im Survival-Handbuch „Überleben ums Verrecken“ die Rede. Nicht jede Nacht muss in einer selbst gescharrten Schlafgrube oder im Zelt verbracht werden. Die Hotels aber von denen Nehberg spricht, sind die einfachsten Billigzimmer in den letzten Orten dieser Welt. Der Nehberg-Tipp für diese Art Absteigen: Nachts die Möbel vor die Tür, Türklinke mit Stuhl sichern. Ein Taschenalarmgerät weckt die ganze Ortschaft, wenn jemand den unsichtbaren Faden berührt hat. Sollte es dennoch jemand ins Zimmer schaffen, schlafend stellen. Wertsachen weg, aber überlebt.

Das Survival-Handbuch führt durch Wüsten und Gebirge, Buschlandschaft, Arktis und bis auf den Ozean. Es bereitet auf jegliche Situationen vor, lehrt Ekelüberwindung, Fallenbau, Spurensuche oder wie man sich mit Erpressern auseinandersetzt.

Das Leben virtuos meistern

Allerdings gibt es keine Ratschläge zur medizinischen Versorgung und zur Notfallrettung. Nehberg verweist dazu auf sein Buch „Medizin Survival“. Nicht nur wer sich in die Wildnis begibt, fernab von jeglicher Zivilisation, sollte sich mit Medizin Survival auseinandersetzen. In Entwicklungsländern sollte man viel stärker auf einen medizinischen Notfall vorbereitet sein, als bei uns. Dort ist meist nicht nach paar Minuten der Notarzt zur Stelle. Ein Verkehrsunfall kann dann schnell schwere Folgen haben.

Nehberg möchte mit seinem Überlebensratgeber Menschen helfen, das Leben virtuoser zu meistern. Egal, ob auf Reisen oder daheim. Er will Möglichkeiten aufzeigen, sich loszulösen von erdrückenden Zwängen der Gesellschaft. Ja, Menschen sollen mit dem Survival-Wissen persönliche Neigungen stärken und weiter entwickeln. Mit Survival kann man seine Leistungsgrenzen verschieben und dem Dasein eine neue Dimension und Erfüllung geben. Und das alles „locker, flockig, cool und lässig“. Insgesamt aber möchte Nehberg mehr als Abenteuer. Er möchte Abenteuer mit Sinn.

 

 

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