Riesenfaultier ausgestorben?

Augenzeugen berichten von Überlebenden

Riesenfaultier
Riesenfaultier: von LadyofHats [Public domain], via Wikimedia Commons

Im Amazonas Dschungel hat es Riesenfaultiere gegeben. Vor 10.000 Jahren starben sie aus. Doch Zoologen sind überzeugt, dass es noch Überlebende gibt.

Das ausgestorbene Faultier soll in der Tat riesig gewesen sein: So schwer wie ein Elefant, mit einer Länge von bis zu 6 Metern. Beim Fressen stellten sie sich auf die Hinterbeine und rissen mit ihren riesigen Krallen Laub und Äste von den Bäumen. „In einer etwas verkleinerten Ausführung sollen Riesenfaultiere sogar heute noch vorkommen“, sagt der bekannte Zoologe Dr. Manfred Reitz.

Keine Zweifel gibt es daran, dass die Riesenfaultiere gelebt haben, vor allem im südamerikanischen Regenwäldern. Das Skelett eines Riesenfaultiers kann man im Muséum national d’Histoire naturelle in Paris bestaunen. 

Für jagende Ureinwohner leichte Beutetiere 

Das Skelett stammt von einem Megatherium americanum, der größten Gattung aus dem späten Pleistozän Südamerikas. Das Riesenfaultier erreichte eine Länge von sechs Metern. Etwa gleich groß war Eremotherium, das ebenfalls bis ins späte Pleistozän überlebte. Seine Überreste wurden in Florida und Südamerika gefunden. Die anderen Gattungen der Megatheriiden waren kleiner. 

Wissenschaftler machten den Klimawandel im Pleistozän für das Aussterben des Riesenfaultiers verantwortlich. Doch diese These ist überholt. Den Grund für das Aussterben der Riesenfaultiere sehen die Wissenschaftler heute in der Besiedelung des amerikanischen Kontinents durch die Menschen. 

Der Mensch besiedelte Amerika vor 10.000 bis 30.000 Jahren. Die letzten Riesenfaultiere verschwanden auf dem Festland vor rund 10.000 Jahren. Vermutlich haben die Menschen die Riesenfaultiere gejagt. Die waren äußerst langsam und somit leichte Beute für die Jäger. So jedenfalls die aktuelle These der Wissenschaft. Doch wenn die Riesenfaultiere im dichten Dschungel der über den gesamten Kontinent ausgedehnten Regenwälder gelebt haben, sind dann keine Faultiere vor den Jägern unbemerkt geblieben. Oder gibt es in den tiefen Urwäldern des Amazonas noch überlebende Riesenfaultiere?

Reisenfaultier verbreitet fürchterlichen Gestank

Der Zoologe Florentino Ameghino untersuchte ein Fell mit langen rötlichen Borsten und angelagerten Knochenstückchen. 1885 hatte der Auswanderer Hermann Eberhard es in einer Höhle in Patagonien entdeckt. Mit modernen Methoden bestimmten Wissenschaftler das Alter auf 5.000 Jahre. Also zu einer Zeit, als die Faultiere bereits ausgestorben waren. 

Und aktuelle Untersuchungen brachten ein erstaunliches Ergebnis: Auf den karibischen Inseln Hispaniola und Kuba hat es noch 1550 Riesenfaultiere gegeben, wenn auch kleinere Arten. Kurz nach der Ankunft der Europäer starben sie aus. 

Der Zoologe David Oren reiste kreuz und quer durch das Amazonas Gebiet. Er stieß immer wieder auf Augenzeugen, die das Riesenfaultier gesehen haben wollen. In Amazonien berichteten Menschen von einem menschenartigen Rätselwesen. Die Brasilianer nennen es Mapinguari und die Bolivianer Ucumari. Sobald das Tier angegriffen wird, soll es einen fürchterlichen Gestank von sich geben. 

Isabel Allende, die bekannteste Schriftstellerin Südamerikas, hat die Frage nach der Existenz des Riesenfaultiers zum Handlungsstrang in ihrem Jugendbuch „Die Stadt der wilden Götter“ gemacht. Eine Expedition in den Dschungel soll herausfinden, ob es dies riesenhafte Wesen wirklich gibt. 

Quellen: 

  • Dr. Manfred Reitz: Rätseltiere – Krypto-Zoologie Mythen, Spuren und Beweise, Stuttgart 2005
  • Widipedia: Riesenfaultier (Zugriff 7. Februar 2017)
  • Bildernachweis: Beitragsbild Megatherium americanum

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