Manaus – Tor zum Amazonas

Früher galt die Dschungelstadt als das "Paris der Tropen"

Theater in Manaus
Copyright: Wolfgang Brög

Dort, wo der Rio Negro in den Amazonas fließt, liegt Manaus. Eine Stadt mit 2 Millionen Einwohnern, also etwas größer als Hamburg. Doch Manaus liegt mitten im Amazonas. Für viele Touristen und Abenteurer bildet die Stadt den Ausgangspunkt für Ausflüge in den umgebenden Amazonas Regenwald.

Nur wenige Kilometer von Manaus entfernt fließt der Amazonas. Er braucht noch 1.700 Kilometer, um dann bei Belém in den Atlantik zu münden. Der Amazonas mit seinen 1.100 großen Nebenflüssen bildet ein gigantisches Flusssystem.

Als erster Europäer kam Francisco de Orellana an die Mündung des Rio Negro, dort wo heute Manaus liegt. Das war 1542. Mit seinen 57 Männern gelang es Orellana von dort aus den Amazonas bis zur Mündung in den Atlantik zu befahren unter schlimmsten Entbehrungen. Orellana war ursprünglich zu einem Eroberungsfeldzug unter Gonzalo Pizzarro in den Amazonas aufgebrochen. Dabei hatten sie Indianer versklavt und niedergemetzelt.

Manaus: Paris der Tropen

Rund 120 Jahre später lebten 3oo Einwohner in einem kleinen portugiesischen Fort, das sich weiter ausdehnte und 1848 das Stadtrecht erlangte und heute Manaus heißt. Der Boom der Stadt begann mit dem Export von Kautschuk. Über 40 Jahre dauerte der Kautschuk Boom, von 1872 bis 1910. Während dieser Jahre entwickelte sich Manaus zur wohl am weitesten fortgeschrittenen Stadt Brasiliens. In der Amazonas-Stadt brannte elektrisches Licht und flossen die Abwasser in ein Kanalsystem. Ein Justizpalast und ein Theater zeugten vom Reichtum seiner Bewohner. Und es war eine kosmopolitische Stadt mit einer starken Anziehung auf Menschen aus allen Teilen der Welt. Bald fuhren die Einwohner mit einer elektrischen Straßenbahn durch ihre Stadt. Man nannte die Stadt „Paris der Tropen“.

Das Teatro Amazonas ist das Opernhaus, welches 1896 in Manaus eröffnet wurde. Die Oper wurde das Symbol für den wirtschaftlichen Aufschwung der Kautschuk-Stadt. Doch bald setzte der Verfall ein. Das Weltmonopol an Kautschuk ging 1910 verloren. Erst als in den 50iger Jahren die abgewirtschaftete Stadt zur Freihandelszone erklärt wurde, ging es mit der Wirtschaft wieder aufwärts. Der Film Fitzcarraldo von Werner Herzog (1982) machte das Teatro Amazonas vor allem in Deutschland bekannt.

Das Opernhaus in Manaus

Manaus: Brasilianisches Tor zum Amazonas Regenwald

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört ein Trip zur Mündung des Rio Negro. Das schwarze Wasser des Rio Negro (eigentlich rot-braun) strömt in den Amazonas mit seinem weißen, hellen Wasser. Doch über mehrere Kilometer fließen diese unterschiedlich gefärbten Wasser neben einander her. Aufgrund der unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeit, der Dichte und Temperatur mischen sie sich erst später.

Wer von Manaus aus den Amazonas entdecken will, findet eine Reihe von Tourismus Angeboten. Doch echte Kenntnisse und jahrelange Erfahrungen hat der Münchner Filmemacher Wolfgang Brög. Sein Unternehmen „Amazonas Reisen“ bietet unterschiedliche Touren in den Regenwald oder entlang der Flüsse.

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