Jaguar: mit Fotofalle erforscht

Jeder Jaguar individuell gemustert

Jaguar
Copyright: Bernd Kulow

Rinderzüchter verfolgen den Jaguar, Felljäger töten ihn, in seinem Lebensraum wird er immer weiter eingeengt. Wie viele Jaguare leben noch in freier Wildbahn? Mit einer Fotofalle bringen Wissenschaftler Licht ins Dunkel.

Wie viele Jaguare gibt es in den einzelnen Schutzgebieten? Wie stark sind die Jaguare verbreitet? Welchen Lebensraum benötigt ein Jaguar? Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um Antworten auf diese Fragen zu bekommen. Die Jaguare fotografieren sich sozusagen selbst – mittels einer Fotofalle. Naturfotografen nutzen schon seit längerem die Fotofalle. Sobald ein Tier sich der aufgebauten Kamera nähert, löst eine Lichtschranke den Auslöser aus.

Kein Jaguar sieht genauso aus wie ein anderer. Anhand der Musterung lassen sich die Tiere unterscheiden. So wissen die Wissenschaftler, ob derselbe Jaguar mehrmals die Fotofalle ausgelöst hat, oder ob es unterschiedliche Tiere waren.

Aufgestellt werden die Kameras dort, wo man die Raubkatze vermutet. Hin und wieder sollen hingegen Wilderer in die Fotofalle getappt sein. Der Film zeigte dann einen erschrockenen Wilderer statt eines Jaguars.

In diesem Video erwischt die Fotofalle die panische Flucht von Pekaris. Die Kamera stand am Rio Napo in Amazonien. 
Die Weißbartpekaris (Tayassu pecari) suchen im Unterholz nach Futter. Ein Jaguar springt ins Bild und verschwindet ebenso rasch wieder aus dem Blickfeld der Kamera – Aufnahmen, die den Biologen Mark Bowler vom Institute for Conservation Research im San Diego Zoo sehr erfreuten. 

Stärkste Verbreitung am Amazonas

Der Jaguar kann in unterschiedlichsten Zonen leben, von der Wüste bis zum tropischen Regenwald. Er kommt im Süden der USA vor, vor allem im Süden von Arizona. Das ist sein nördlichstes Gebiet. In Mexiko und Mittelamerika findet der Jaguar ebenso einen Lebensraum wie in Südamerika, dort findet man ihn bis in den Norden Argentiniens. Sein stärkstes Verbreitungsgebiet aber ist das Amazonasbecken.

Schutzprogramm für den Jaguar

Die Wildlife Conservation Society setzt sich besonders für das Überleben des Jaguar ein. Für die 5.000 Jaguare, die in 8 unterscheidbaren Landschaften Lateinamerikas leben, hat die Society Jaguar-Schutzprogramme entwickelt.

Obwohl der Jaguar tief verwurzelt ist in der Mythologie vieler amerikanischer Völker – so schrieben die Maya dem Jaguar übernatürliche Kräfte zu -, weiß man bis heute noch relativ wenig über die Raubkatze. Das Unwissen über das Verhalten des Jaguars führt häufig bei Rinderzüchtern dazu, das Tier zu jagen und zu töten. Sobald ein Rind vermisst wird, vermuten die Farmer den Jaguar als Ursache. Doch Forscher haben herausgefunden, dass der Jaguar keine Rinder anfällt, die sich in einem umzäunten Gebiet befinden. Mit dem Jaguarschutzprogramm sollen nun auch Rinderzüchter über das Verhalten von Jaguaren informiert werden, um ein überflüssiges Töten des Tieres zu vermeiden.

Quellen:

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