Film begeistert: Kayapó Indios

Kultur droht verloren zu gehen

Kayapo Indianer
Ministerio da Cultura, Foto: Janine Moraes

Den Kayapó gelang es gemeinsam mit anderen indianischen Völkern sowie Umweltschützern, Ethnologen, Künstlern und Vertretern von Menschenrechtsorganisationen den „Plano 2010“ der brasilianischen Regierung zu Fall zu bringen.

Mit diesem Plan sollten 136 Staudämme am Oberlauf des Río Xingú entstehen und 26.000 qkm Regenwald unter Wasser gesetzt werden. Mit einem 500-Millionen-Dollar-Kredit hatte die Weltbank auf den „Plano 2010“ gesetzt.

Betroffen von den Auswirkungen des Planes wären die Kayapó gewesen. Durch die Staudämme wäre der größte Teil ihres Siedlungsgebietes überschwemmt worden. Der berühmte Sänger Sting engagierte sich für die Kayapó. Sting flog in den Amazonas und war entsetzt über den täglichen Raubbau an der Natur: „Wenn man das erste Mal in das Amazonasgebiet kommt, wird man wütend. Es ist ungefähr so, als würde man bei einer Vergewaltigung zusehen. Dieses Land wurde vergewaltigt und zerstört.“

Rocksänger Sting für den Regenwald

Gemeinsam mit dem Häuptling geht Sting auf eine PR-Tour. Er will nicht nur den Regenwald retten, sondern auch den Lebensraum der Indianer. Er ist so überzeugt von seiner Idee, dass er sogar einen Werbespot für das Kino dreht: „Der wunderschöne Regenwald wird abgeholzt. 16 Fußballfelder pro Minute! In 30 Jahren ist er einfach weg. Die Lunge der Erde – einfach zerstört.“ Mit dem internationalen Einsatz und dem Kampf der Indianer wird das Staudammgroßprojekt endgültig gekippt.

Heute leben insgesamt etwa 5.000 Kayapó in 15 Dörfern. Jedes dieser Dörfer, in denen jeweils 200-500 Menschen leben, stellt eine unabhängige Einheit dar. Die Kayapó leben in einem Gebiet von der Größe Österreichs, das vollständig vom Regenwald bewachsen ist, bis auf einige Gebiete mit Grasland. In dem Übergangsgebiet zwischen Grasland und Regenwald sind die Dörfer angesiedelt. Die Kayapó gehören durch ihre große Anzahl zu den 15 großen Indianergruppen Amazoniens.

Kunstvolle Körperbemalung

In den 80er und 90er Jahren entdeckten die internationalen Medien die Kayapó. Einerseits stießen sie bei den Medien auf Interesse, weil sie sich kompromisslos für ihre Rechte einsetzten. Andererseits bieten sie den Medien mit ihren spektakulär abgehaltenen Zeremonien die Bilder, nach denen die Medien immer wieder suchen. Ihre kunstvolle Körperbemalung und die große Zahl der an den Zeremonien teilnehmenden Tänzer ließ sie zum Prototyp der Amazonas-Indianer schlechthin werden.

Doch heute sehen sich die Kayapó neuen Problemen ausgesetzt. Der Kontakt mit den Weißen droht ihre Kultur zu vernichten. Der Kayapó-Häuptling Paulinho Paiakan hat deshalb eine Schule errichtet, in der das traditionelle Wissen weitergegeben wird.

 

 Goldsucher vergiften die Flüsse

Durch die Goldsucher sind ihre Flüsse vergiftet und weisen Quecksilberkonzentrationen auf, die bis zu 100 % über den tolerierten Grenzwerten liegen. Ihre Lebenserwartung liegt unter dem indianischen Durchschnitt von 45 Jahren.

Von Seiten eindringender Goldsucher und Holzfäller wurden die Kayapó brutal bedrängt, die Ausbeutung von Rohstoffen auf ihrem Reservatsgelände zuzulassen, schreibt Gustaaf Verswijer, der insgesamt etwa 3 Jahre als Anthropologe bei ihnen lebte. „Stückweise und zögernd gaben einige der Kayapó-Dörfer diesem Druck nach, vor allem als klar wurde, dass die brasilianische Regierung nicht länger gewillt war, den indianischen Gemeinden finanzielle Unterstützung zu gewähren“. Verswijver beschreibt in seinem Buch „Mekranoti – living among the painted people of the Amazon“ eindrücklich das Alltagsleben der Mekranoti. Wobei es sich um die Kayapó Indianer handelt. Mekranoti ist nur ein anderer Name für die Kayapó.

Mit der Vergabe kleiner Konzessionen zum Goldschürfen und Holzschlagen seien die Kayapó für sie selbst überraschend sehr schnell zu relativ viel Geld gekommen. Sie kauften sich Videokameras oder Autos, bauten sich Häuser in brasilianischen Siedlungen. Dies wieder habe dazu geführt, dass sie neue Konzessionen vergaben, sobald das Geld zur Neige ging. „Sie selbst gerieten in einen Strudel von Geldgier, Korruption und Verteilungskämpfen“, bewertet Verswijver ihre Lage.

     Quelle:

  • Gustaaf Verswijver, Die Rites de Passage der Kaiapó, in: Amazonas Indianer, Katalog zur Ausstellung, Stuttgart 2002
  • Gustaaf Verswijver, Mekranoti – living among the painted people of the Amazon, New York 1996
  • www.greenpeace.at
  • Einstiegsfoto von www.flickr.com

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