Das Mädchen vom Amazonas

Aufwachsen wie in der Steinzeit

Catherina Rust ist in einer Welt aufgewachsen, die mittlerweile so nicht mehr existiert: in einem ursprünglichen Urwalddorf der Aparai-Wajana-Indianer am Amazonas.

In ihrem Buch „Das Mädchen vom Amazonas: Meine Kindheit bei den Aparai-Wajana-Indianern“ beschreibt Catherina Rust ihre einzigartige Kindheit im tiefen Amazonas Dschungel. Sie will in ihrem Buch die Lebensweise der Indianer nicht bewerten. Sie sagt nicht, die eine Kultur ist besser als die andere. Doch ihren Alltag als Mädchen vom Amazonas hat sie als paradiesisch in Erinnerung. Die Kinder hatten alle Freiheiten, keine Pflichten, nur Rechte.

Ihre Eltern hatten bereits vor ihrer Geburt in dem Indianerdorf gelebt. Der Vater, Ethnologe aus Bonn, erforschte direkt bei den Indianern ihre Lebensweise und dokumentierte ihre Kultur.

Die Autorin beschreibt eine Indianer-Gesellschaft, die ohne Hierarchien auskommen, in der Habgier und Neid unbekannt sind. Und was man lernen kann: Die Art der Indianer Dinge ruhig anzugehen. Eine Balance zwischen Arbeit und Ruhephasen und Feiern. Ihre miteinander umzugehen.

 

Das Mädchen vom Amazonas: eine einzigartige Kindheit

Beim Schreiben des Buches wurde ihr dann ganz deutlich, in welcher besonderen Situation sie aufwuchs. In einer Gesellschaft, die vergleichbar ist mit der Steinzeit. Ihre Kindheit war einzigartig. Sie lebte unter Bedingungen wie es sie heute wohl kaum mehr gibt.

Jetzt lebt sie in Berlin und hat ihre ungewöhnliche Geschichte vor allem für ihre Tochter aufgeschrieben.

Der Journalist Michael Krons hat Catherina Rust über ihr Leben im Dschungel für phoenix interviewt. Sie erinnert sich an eine paradiesische Kindheit bei den Aparai-Indianern. Heute kämpft sie für den Erhalt der „Grünen Lunge der Erde“.

Die Aparai: Eine egalitäre Gesellschaft

Die Aparai leben in kleinen Dorfgemeinschaften. Ihr Leben ist bereits stark von der Außenwelt und von Missionaren beeinflusst und die Traditionen nehmen ab. Das Leben spielt sich in verschiedenen Hütten ab. Zum Beispiel gibt es eine Hütte zum Schlafen, zur Maniokfladenherstellung oder zum Kochen oder für das Korbhandwerk.

Die Aparai sind eine sehr egalitäre Gesellschaft. Jeder ist gleich viel wert, auch wenn Frauen und Männer ihren spezifischen Tätigkeitsbereichen nachgehen. Doch wenn ein Mann nicht mehr fähig ist zu jagen, wird er Künstler, und wenn er dies nicht mehr kann, kümmert er sich um die Kinder oder findet eine andere Art von Bestimmung. Heute ist das Volk bedroht. Goldschürfer dringen ein, und verschmutzen die Flüsse mit Quecksilber und Holzfäller zerstören mehr und mehr ihren Lebensraum.

Quellen:
  • Wikipedia „Aparai“, 16. Juli 2016
  • Catherina Rust: Das Mädchen vom Amazonas: Meine Kindheit bei den Aparai-Wajana-Indianern, München 2011

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