Weblog Bernd Kulow

Als Journalist betreibe ich die Website www.amazonas.de. In diesem Weblog gibt es zusätzlich von mir das Aktuellste und Spannendste vom Amazonas, vor allem zur Lage des Regenwalds.

2.7.08

Bewusst in Isolation

02.07.08 - Bilder eines bislang verborgenen Indianerstammes gehen um die Welt. Aus einem Flugzeug machten Indianerschützer die Fotos, um zu beweisen, dass es diesen bislang unbekannten Stamm im brasilianischen Amazonas-Regenwald gibt. Denn Holzfäller sind in dem Waldgebiet illegal am Roden großer Flächen und vertreiben die Ureinwohner aus ihrem Heimatschungel.




Die Gesellschaft für bedrohte Völker schätzt die Zahl unentdeckter Stämme im Amazonas-Regenwald in Brasilien auf 60. Das heißt in den meisten Fällen wohl nicht, dass die Indianer nichts von der sie umgebenden Zivilisation wissen. Im Gegenteil: Sie haben sich freiwillig für die Isolation entschieden. Seit vielen Jahrzehnten ziehen sich die Indianer im Amazonas immer weiter in den Dschungel zurück, auf der Flucht vor Straßenbau, Holzfällern, Farmern, Jägern.

Der Kontakt mit der Außenwelt gefährdet die Indianer zudem physisch. Sie können sich schnell mit Masern oder Tuberkulose anstecken. In der Vergangenheit sind nach einem ersten Kontakt mit der Außenwelt manchmal über die Hälfte eines Stammes gestorben.

Die Politik Brasiliens gegenüber den Indianern hat sich seit einiger Zeit geändert. Heute soll niemand mehr erfahren, wo sich Indianerstämme im Urwald verbergen.






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1.11.06

Kichwa-Indianer geben nicht auf

02.11.06 - Die Kichwa-Indianer in Ecuador kämpfen gegen Ölkonzerne. Für Ecuador bedeutet das Geschäft mit dem Öl als lukrativer Wirtschaftszweig. Ausländische Konzerne und die Machtelite des Landes ziehen ihren Profit daraus. Die Bauern dagegen leiden unter katastrophalen Umweltschäden durch die Erdölförderung.

Die Kichwa-Krieger und das Öl heißt eine Reportage von Holger Riedel, die jetzt auf arte lief. Demnach sind bereits weite Teile im Norden Ecuadors durch Ölförderung verseucht. Über 80 % des ecuadorianischen Amazonasgebietes sind bereits für die Ölförderung freigegeben. Alle dort lebenden Ureinwohner sind betroffen.

Doch nur wenige Einheimische wagen es, sich gegen die drohende Ölförderung zur Wehr zu setzen. Dazu zählen die Einwohner des kleinen Dorfes Sarayaku.

Ein ausländischer Ölkonzern will jetzt Probebohrungen auf dem Gebiet der Kichwa-Indianer in Sarayaku durchführen.

Durch vorherige Ölförderung ist bereits viel Öl ins Grundwasser gelangt und damit in die Nahrungskette. Der amerikanische Ölkonzern Texaco hat nach 20 Jahren Förderung die Anlagen an den ecuadorianischen Staat übergeben. Doch der staatliche Ölkonzern vernachlässigt die Wartung der alten Anlagen. Die Flächen vieler Bauern sind bereits verseucht. Doch nun schieben sich Texaco und die staatliche Petro Ecuador gegenseitig die Verantwortung zu. Die Bauern gehen leer aus.

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27.10.06

Erdölförderung gegen Ureinwohner

27.10.06 - Der Albtraum der Kolonisierung hat für viele indianische Gemeinschaften in den Ölfördergebieten des Amazonasgebietes nie aufgehört. In den vergangenen Jahrzehnten mussten sie ohnmächtig mit ansehen, wie ihre Ressourcen geplündert, ihre Umwelt zerstört und ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt wurde. Diese Bilanz zieht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Von ehemals 2.000 indigenen Völkern im Amazonasgebiet gibt es heute nach Angaben der Dachorganisation der dort lebenden Ureinwohner nur noch 400 mit insgesamt rund 1,5 Millionen Angehörigen.

Foto copyright: Haverkamp, Gfbv


"Waren es früher vor allem Gold, Chinin und Kautschuk, die die Eroberer lockten, sind es heute der Holzreichtum des Regenwaldes und vor allem die riesigen Erdölreserven, die über die Köpfe der Indigenen hinweg ausgebeutet werden", berichtet die Menschenrechtsorganisation. Die zerstörerischen Folgen für die dort lebenden Gemeinschaften und das zerbrechliche Ökosystem Regenwald seien katastrophal: Vielerorts sei das Wasser der Flüsse vergiftet und Böden seien verseucht. Die gesundheitlichen Belastungen für die Indianer seien lebensbedrohlich, viele hätten hohe Schwermetallkonzentrationen wie Blei und Kadmium im Blut und litten an Vergiftungserscheinungen. Auch die Zahl der Krebserkrankungen sei enorm angestiegen.

"Tag für Tag müssen wir mit ansehen, wie unsere Kinder und Geschwister Blut spucken, wie sie krank werden und sterben, ohne dass die Regierung dagegen etwas unternimmt", heißt es in einem Brief der Achuar, Quichua und Urarina aus der nordöstlichen Provinz Loreto von Peru, den sie vor wenigen Tagen an die Regierung schickten und ihren Widerstand gegen weitere Ölförderprojekte ankündigten. Auf ihrem Land am Corrientes-Fluss wird seit 1970 von den US-amerikanischen, peruanischen und argentinischen Firmen Occidental, Petroperu und Pluspetrol Öl gefördert. Vereinbarungen zur Sicherung ihrer Nahrungs- und Trinkwasserversorgung seien jedoch ignoriert worden, kritisierten die Betroffenen, und gegen ihren Willen seien vor kurzem weitere Förderlizenzen an die US-amerikanischen und kanadischen Konzerne Burlington Resources und Prolifera vergeben worden.

"Doch auch wir haben das Recht, in Frieden und Gesundheit auf unserem Land zu leben", bekräftigten sie gegenüber der GfbV. Im benachbarten Ecuador versuchen Staat und Ölkonzerne, die Erdölförderung notfalls auch militärisch durchzusetzen. Dort sind neben den Quichua von Sarayacu, die ihr Land im Bundesstaat Pastaza trotz Morden und Morddrohungen, trotz anderer Einschüchterungs- und Bestechungsversuche bisher erfolgreich verteidigen konnten, auch die Waorani, Cofán, Siona, Secoya, Shuar, Shiwiar, Achuar und Zápara direkt im Konflikt mit Ölkonzernen.

Amazonien ist nicht nur reich an Erdöl, auch Erdgasvorkommen sollen jetzt genutzt werden. Dazu werden Pipelines quer durch den Dschungel verlegt.

Mehr dazu auf meiner Webseite: Stars gegen Pipeline

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6.9.06

Das Brasilien der Indianer

06.09.2006 - Die Indianer Brasiliens im Museum Wiesbaden. Der Fotograf Werner Hammer war insgesamt 7 Jahre in den Urwäldern Amazoniens unterwegs. Seine Aufnahmen werden ab dem 26. November 2006 in Wiesbaden zu sehen sein. Gezeigt werden neben Aufnahmen von Alltagsszenen vor allem Portraits, die trotz aller Fremdartigkeit der Kulturen ein starkes Gefühl persönlicher Nähe ausstrahlen, heißt es im Pressetext zu der Ausstellung. Es ist genau diese Mischung aus fremder Kultur und menschlicher Nähe, die an Werner Hammers Arbeit beeindruckt.

Erst in den letzten Jahren haben die Zuruahá einen Blick auf ihre Kultur zugelassen. Werner Hammer gehörte 1990 zu den ersten Besuchern am südlichen Ufer des Rio Tapaua, tief im Urwald Amazoniens. Bekannt wurde das nur etwa 130 Personen zählende Volk von Waldbauern als so genannter "Stamm der Selbstmörder". Tatsächlich findet man nur wenige ältere Stammesmitglieder, da die meisten zu dem Gift Cunahá greifen, um durch Selbsttötung den Weg zu ihren Ahnen zu suchen. Dr. Roland Garve hat sich eingehend mit den Zuruahá in seinem Buch "Unter Amazonas Indianern" befasst.

Trotz Lebensraumzerstörung und Besiedlungsdruck streifen auch heute noch einige Gruppen als Jäger und Sammler durch die Wälder Amazoniens. Das Volk der Awa-Guaja im Nordosten Brasiliens gehört zu den letzten Vertretern dieser Lebensweise. Auch dieses Gebiet kan die Indianerbehörde FUNAI nicht ausreichend vor dem zunehmenden Druck durch Holzfäller und Farmer schützen. Werner Hammer zeigt Fotografien von einer Lebensweise, die vom Untergang bedroht ist.

Die Ausstellung "Das indianische Gesicht Brasiliens" wird bis zum 25. März 2007 zu sehen sein.

Fotos copyright: Werner Hammer

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4.6.06

Der gegrillte Mann

Habe das Buch "Der gegrillte Mann" gerade vom Unionsverlag als Rezensionsexemplar bekommen. Bin noch nicht dazu gekommen, es zu lesen. Jedenfalls geht es um die Mythen der Amazonas-Indianer und zwar um die erotischen Mythen. In der Mythenwelt der Indianer wird der Kampf der Geschlechter mitunter mit drastischen Mitteln ausgefochten. So mancher Galan endet auf dem Grill, heißt es im Klappentext. Naja, da bin ich doch gespannt.

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