Weblog Bernd Kulow

Als Journalist betreibe ich die Website www.amazonas.de. In diesem Weblog gibt es zusätzlich von mir das Aktuellste und Spannendste vom Amazonas, vor allem zur Lage des Regenwalds.

23.1.10

Encyclopedia of Life

23.01.2010 - 1,9 Millionen Arten auf einer Webseite. Das ist das Ziel, welches sich die Encyclopedia of Life gesetzt hat. Zehntausende von Wissenschaftler und Experten sind an dem Entstehen dieser enormen Datenbank beteiligt. Alle bekannten Arten sollen hier beschrieben und das Wissen stets aktualisiert werden.

Solch eine allumfassende Datenbank hat es bislang noch nicht gegeben. E.O. Wilson von der Harvard Universität hat diese Idee seit längerem verfolgt und nun mit vielen Kollegen ins Leben gerufen. Wilson, den Dr. Erwin Brunner in der neuen Ausgabe des National Geographic Deutschland als den großen alten Herrn der Artenforschung betitelt, schreibt dort: "Je besser wir die Tier- und Pflanzenwelt.... kennenlernen, umso besser werden wir all die mitaienander verflochtenen biologischen Prozesse begreifen können. Und irgendwann werden wir vielleicht dieses großartige Ökosystem, von dessen gesunder Vielfalt auch unser eigenes Leben abhängt, richtig zu schätzen wissen."

Bisher nämlich sind noch 70 bis 80 % aller Arten unbekannt und wenn man die Mikroorganismen hinzunimmt, dann sind es 90 % von denen wir keine Ahnung haben, sagt Edward O. Wilson.

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12.1.10

Datenbank der Natur

12.01.2010 - Der Artenschwund geht schneller voran als erwartet. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gestern in ihrer Rede auf der Auftaktveranstaltung zum internationalen Jahr der biologischen Vielfalt in Berlin eingeräumt, dass die geplante deutliche Reduktion des Biodiversitätsverlustes in diesem Jahr nicht erreicht wird. Die Verluste an Lebensräumen und Arten seien dramatisch. Vor allen Dingen die Geschwindigkeit, in der dieser Prozess abläuft, sei beängstigend.

Die Bundeskanzlerin verglich die biologische Vielfalt auf der Erde mit einer Datenbank der Natur. Sie forderte ein weltweites Netz an Schutzgebieten, und zwar zu Lande und zu Wasser. Zudem plädierte sie dafür, eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik nach dem Vorbild des Weltklimarates (IPCC) zu schaffen, um dem Schutz der Biodiversität international mehr Gewicht zu geben.

Die Kanzlerin wies auf eine neue Studie hin, die im Herbst auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz in Japan präsentiert werden soll. Demnach koste der Schutz der Ökosysteme zwar Geld, deren Zerstörung sei aber wesentlich teurer. Als Beispiel nannte sie die Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern in Vietnam. Die hätte eine Million Dollar gekostet, aber viele Millionen gespart, weil man andernfalls in Küstenschutz hätte investieren müssen.

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8.6.08

Artenschutz von Unternehmen gefordert

08.06.08 Ein Drittel der Amphibien vom Aussterben bedroht. Die Bedeutung der Biodiversität, der biologischen Vielfalt, scheint jedoch nur wenigen in seinem ganzen Ausmaß bekannt. Jedenfalls kann sich nur knapp ein Viertel der Deutschen unter dem Begriff Biodiversität etwas vorstellen.

So das Ergebnis einer deutschlandweiten Studie des Kompetenzverbundes Biodiversität in Frankfurt vom Mai 2007. Möglicherweise trug hier das sperrige Wort Biodiversität mit zu dem schlechten Ergebnis bei.

Bei der Artenvielfalt geht es nicht um ein paar Tierchen, die vielleicht ganz nett anzuschauen sind, aber deren Verschwinden niemandem wirklich auffallen würde. Schließlich, wo wird argumentiert, sind im Laufe der Jahr Millionen 99,99 % aller Arten ausgestorben. Es entstanden in der endlosen Zeit immer wieder neue Arten. Doch wir haben diese unüberschaubare Zeit nicht zur Verfügung.

Wir sind auf die biologische Vielfalt in den Meeren und Küstenregionen, vor allem aber in den Wäldern der Erde angewiesen, wo über 80 % der terrestrischen Arten zu Hause sind. „Der Erhalt der Ökosysteme, der Arten und der genetischen Vielfalt ist neben der Armutsbekämpfung und dem Umgang mit dem Klimawandel eine der großen globalen Herausforderungen unseres Jahrhunderts“, so Dr. Bernd Eisenblätter, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, GTZ, bei der Eröffnung der Internationalen Konferenz „Wirtschaft und Biodiversität“ im April 2008 in Bonn.

Die Verringerung der biologischen Vielfalt schreitet vor allem wegen der wirtschaftlichen Aktivität schneller voran als in den vergangenen Jahrtausenden.

Ein Drittel der Amphibien und über 20 % der Säugetiere sind vom Aussterben bedroht. Und das, obwohl 189 Staaten auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 das Versprechen abgaben, den Artenrückgang bis zum Jahr 2010 deutlich zu verringern.

Auf der Konferenz in Bonn wurde an die Wirtschaftsunternehmen appelliert, sich finanziell zu engagieren, um auch Entwicklungsländern den Erhalt der Biodiversität zu ermöglichen. Die Wirtschaft sei vom Klimawandel und dem Rückgang der biologischen Vielfalt direkt betroffen. Unternehmen vieler Branchen wie z. B. der Tourismus oder die Pharmaindustrie profitierten unmittelbar vom Erhalt der Ökosysteme.

Etwa 40 % der Weltwirtschaft basiert auf pflanzlichen Rohstoffen und biologischen Verfahren. Die Wirtschaft profitiert daher direkt von intakten Ökosystemen.

„Für die Wirtschaft bedeutet der Verlust von Artenvielfalt, dass sie keinen Zugriff mehr hat auf Gebrauchsanleitungen und Rezepte aus der Natur für innovative Produkte“, so Marion Hammerl, Präsidentin Global Nature Fund. Sie kritisierte auf der Konferenz, dass sich das Engagement von Unternehmen bisher überwiegend auf Einzelmaßnahmen beschränke wie die Begrünung des Firmengeländes etwa oder die Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen und die finanzielle Förderung von Naturschutzprojekten. „Der Verlust der Artenvielfalt kann nicht durch ein bisschen Engagement mit angezogener Bremse gestoppt werden“, so die Präsidentin. In Zukunft müsse der Schutz der Biodiversität fest in der Unternehmenspolitik verankert werden.

Foto: © GTZ / Dirk Ostermeier


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