Weblog Bernd Kulow

Als Journalist betreibe ich die Website www.amazonas.de. In diesem Weblog gibt es zusätzlich von mir das Aktuellste und Spannendste vom Amazonas, vor allem zur Lage des Regenwalds.

29.11.09

Blue Man Group

29.11.2009 - The Blue Man Group aus Berlin mit ihrem Spot zum Prince´s Rainforest Project.



http://www.rainforestsos.org/

Labels: ,

Sting rockt für den Amazonas

29.11.2009 - Der Rocksänger Sting kämpft wieder für den Erhalt des Amazonas-Regenwalds.
Hier sein Song "Message in a Bottle", den er vor 30 Jahren geschrieben hat, nun mit Bezug zum Amazonas-Regenwald:

Labels: ,

22.11.09

Jaguar vor dem Aussterben?

23.11.2009 - Nur der Regenwald kann sie retten. Noch leben einige Tausend Jaguare. Doch durch die Zerstörung ihrer Lebensräume nimmt die Zahl ständig ab.

Labels: , ,

Keine Rinder aus Urwaldgebiet

22.11.2009 - Die vier größten brasilianischen Rinderunternehmen gaben in Sao Paulo bekannt, ab sofort keine Rinder mehr aus neu gerodeten Urwaldgebieten zu beziehen, meldet Greenpeace. Diesem Erfolg war eine weltweite Greenpeace-Kampagne zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes vorangegangen. Fleisch- und Lederabnehmer wie Adidas, Nike, und Walmart sahen sich dadurch veranlasst, die brasilianische Rinderindustrie zu wirksamen Maßnahmen zum Urwaldschutz zu bewegen.

Die Rinderzucht gilt als größter Urwaldvernichter im Amazonasgebiet. 80 Prozent der abgeholzten Waldflächen werden als Weideland genutzt. Klaus Meine, Sänger der Rockband Scorpions, die sich seit Jahren gemeinsam mit Greenpeace für den Erhalt des brasilianischen Regenwaldes einsetzen, begrüßt den neuen Erfolg zum Schutz des Regenwaldes.

Urwaldzerstörung für Rinderzucht

Die Unterzeichnung dieses Moratoriums ist ein außerordentlicher Erfolg in unserem Kampf gegen die Urwaldzerstörung, sagt Tobias Riedl, Waldexperte von Greenpeace. Das Abholzen und die Brandrodung des Regenwaldes ist ein Verbrechen, dem endlich ein Ende bereitet werden muss. Greenpeace wird die wirksame Umsetzung dieser angekündigten Maßnahmen wachsam verfolgen. Nach dreijähriger Recherche veröffentlichte Greenpeace im Juni 2009 einen Report, der die Zusammenhänge zwischen Rinderzucht und Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes detailliert aufzeigt. Rund 63 Millionen Rinder werden derzeit auf gerodeten Urwaldgebieten gehalten.

Die Rinder-Konzerne JBS-Friboi, Bertin, Marfrig und Minerva unterzeichneten nun ein Moratorium auf die weitere Umwandlung von Wald in Weideland. Die Rinderverarbeiter verpflichten sich damit, nur noch Farmen als Lieferanten zu akzeptieren, die nicht länger den Urwald zerstören. Für eine entsprechende Überwachung müssen sich die Rinderfarmer mit ihren Satellitennavigations-Daten registrieren.

Von den dramatischen Zuständen in Amazonien konnte ich mir letztes Jahr selbst ein Bild machen, sagt Klaus Meine. Während ihrer Brasilientournee 2008 flogen die Scorpions zusammen mit Greenpeace über brennenden Regenwald. Bei ihren Konzerten riefen die Musiker zum Urwaldschutz auf. Der heutige Erfolg gibt mir die Hoffnung, dass wir diese einzigartigen Naturparadiese noch nicht verloren haben, sagt Meine weiter.

Die Urwälder Amazoniens sind unentbehrlich für das weltweite Klima. Wissenschaftler schätzen, dass sie 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern. Durch Abholzung und Brandrodung werden die gespeicherten Treibhausgase freigesetzt. Bis Juli 2008 wurden bereits 74 Millionen Hektar des Amazonas-Regenwaldes vernichtet. Dies entspricht der doppelten Fläche Deutschlands.

Labels: ,

Rodung aufgehalten

22.11.2009 - Brasilien hat endlich einen Erfolg im Kampf gegen die Zerstörung des Amazonas erreicht: Die Entwaldung ging auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen 1988 zurück. Das gab Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bekannt. Insgesamt wurden im Zeitraum von August 2008 bis Juli 2009 7.000 Quadratkilometer Amazonaswald abgeholzt. Das sind knapp halb so viel wie im Vorjahr und nur ein Viertel des historischen Höchststands von 1995 (29.000 km2).

Allerdings sind damit trotz der Verlangsamung der Rodung dennoch 7.000 Quadratkilometer Amazonaswald für immer verschwunden.


Labels: ,

1.8.08

Kipp-Punkt am Amazonas?

01.08.2008 Der Amazonas-Regenwald droht auszutrocknen. Wird der Regenwald weiter vernichtet und schreitet die globale Erwärmung weiter fort, kann es zu katastrophalen Entwicklungen kommen.

Die meisten Menschen denken bei dem Wort "Klimaerwärmung" an einen langsam fortschreitenden Prozess: Doch schon bei relativ geringen Temperaturanstiegen kann das Klimasystem bereits so genannte Kipp-Punkte erreichen, bei denen es zu abrupten und drastischen Änderungen kommt. Eine weitere Erwärmung könnte für den Amazonas-Regenwald drastische Folgen haben, zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Umweltbundesamtes.

Im Winter 2005 gab es bereits im Amazonas-Regenwald eine schwere Dürre. Vor allem die Seitenarme des größten Stroms der Welt zeigten historische Tiefststände und einige Nebenflüsse waren ganz ausgetrocknet Eine globale Erwärmung zwischen 2 und 3 Grad Celsius, Rodungen und die intensive Ausbreitung von Straßen, Sojafeldern und Weideflächen für Rinder könnten schon bis 2050 zur Austrocknung von 40 Prozent des Amazonas-Regenwaldes führen.

Einige Klimamodelle ergeben einen vollständigen Zusammenbruch des Amazonas-Regenwaldes in diesem Jahrhundert. Dieser Fall würde die Region vor gewaltige Probleme stellen. Die globalen Folgen wären eine massive Zunahme der atmosphärischen Kohlendioxid-Konzentrationen und damit eine erhebliche Verstärkung der globalen Erwärmung.

Wann genau solche Kipp-Punkte erreicht werden, können die Wissenschaftler jedoch nur schwer bestimmen, da viele natürliche Prozesse noch nicht ausreichend erforscht sind. Jedoch ist sicher: Sind die Veränderungen im Klimasystem zu stark und nicht mehr umkehrbar, könnte eine Anpassung für den Menschen zu spät oder nur unter hohem Aufwand und extrem hohen Kosten möglich sein.

Entschlossenes Handeln ist daher zwingend erforderlich, so das Umweltbundesamt: Dazu gehört erstens, den Ausstoß der Treibhausgase in die Atmosphäre deutlich zu reduzieren. Zweitens müssen wir uns an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels anpassen - zum Beispiel durch die effiziente Nutzung der Wasserressourcen oder die Entwicklung trockenheitstoleranter Kulturpflanzen. Nur so lassen sich die Folgen eines sich ändernden Klimas in Grenzen halten und bewältigen.

Das Hintergrundpapier "Kipp-Punkte im Klimasystem - welche Gefahren drohen?" steht hier als pdf zum Download bereit.

Labels: , , ,

7.7.08

Wälder, die wir töten

07.07.08 - Alarmruf und Liebeserklärung zugleich: das neue Buch von der Primatenforscherin Emmanuelle Grundmann, "Wälder, die wir töten". Den Deutschen wird nachgesagt, ein überspanntes Verhältnis zum Wald zu pflegen. Hier schreibt eine Französin über die Tropenwälder der Erde und erzählt von ihrem spirituellen Verhälnis zu Wald und Bäumen.

Doch der erste Eindruck trügt. Die engagierte Autorin schildert die ökonomischen Verhältnisse, die zur Rodung der Regenwälder führen, mit großen Detailkenntnissen. Wie von Motten zerfressen erscheinen ihr große Teile des Amazonas. Das Buch schildert die Geschichte der großen Regenwälder Südamerikas, Asiens und Afrikas. Die Ankunft der Kolonisatoren läutet die Zerstörung der Wälder ein. Danach kommen die ökonomischen Interessen Europas ins Spiel und mit ihnen die stetig voranschreitende Rodung des Urwalds.

Grundmann zeichnet ein Porträt der aktuellen Situation in den Tropenwäldern. Sie zeigt die Hintergründe, die Ursachen und Folgen "dieses Verbrechens gegen die Biodiversität". Die Autorin, die auch als Präsidentin des französischen Jane-Goodall-Instituts bekannt ist, erklärt die Komplexität des Ökosystems Regenwald auf eine berührende Weise. Sie ist in all den Regenwäldern unterwegs gewesen.

Wer einen Überblick über die Regenwälder heute sucht, der findet in dem Buch eine sehr anschauliche und leicht verständliche Schilderung. Dabei werden Geschichten erzählt und die eigene Begeisterung der Autorin scheint immer wieder durch.

Labels: , , ,

2.7.08

Bewusst in Isolation

02.07.08 - Bilder eines bislang verborgenen Indianerstammes gehen um die Welt. Aus einem Flugzeug machten Indianerschützer die Fotos, um zu beweisen, dass es diesen bislang unbekannten Stamm im brasilianischen Amazonas-Regenwald gibt. Denn Holzfäller sind in dem Waldgebiet illegal am Roden großer Flächen und vertreiben die Ureinwohner aus ihrem Heimatschungel.




Die Gesellschaft für bedrohte Völker schätzt die Zahl unentdeckter Stämme im Amazonas-Regenwald in Brasilien auf 60. Das heißt in den meisten Fällen wohl nicht, dass die Indianer nichts von der sie umgebenden Zivilisation wissen. Im Gegenteil: Sie haben sich freiwillig für die Isolation entschieden. Seit vielen Jahrzehnten ziehen sich die Indianer im Amazonas immer weiter in den Dschungel zurück, auf der Flucht vor Straßenbau, Holzfällern, Farmern, Jägern.

Der Kontakt mit der Außenwelt gefährdet die Indianer zudem physisch. Sie können sich schnell mit Masern oder Tuberkulose anstecken. In der Vergangenheit sind nach einem ersten Kontakt mit der Außenwelt manchmal über die Hälfte eines Stammes gestorben.

Die Politik Brasiliens gegenüber den Indianern hat sich seit einiger Zeit geändert. Heute soll niemand mehr erfahren, wo sich Indianerstämme im Urwald verbergen.






Labels: , ,

15.2.07

Neuer Goldfund verseucht Amazonas-Flüsse

15.02.07 - Noch immer nutzen Goldgräber Quecksilber, um das edle Metall vom Erz zu trennen. Ein neuer Goldrausch im Amazonas-Urwald verseucht den Fluss Juma in Brasilien. Der neue Goldfund, in einem kleinen Ort 460 Kilometer südwestlich von Manaus, hat tausende von Brasilianern in den Urwald gezogen.

Sie haben alles stehen und liegen lassen in Erwartung des großen Goldfunds. Nach Angaben von Spiegel Online haben die Garimpeiros, so werden die Goldgräber in Brasilien genannt, bereits 40 Quadratkilometer Urwald abgeschlagen.

Unter den Goldgräbern geht es rau zu: Schießereien und Morde gehören wie eh und jeh dazu. Michael Astor berichtet für Associated Press von dem größten Goldrausch in Brasilien seit über 20 Jahren. Die Männer schlagen Pisten in den Wald , bauen Unterkünfte auf und mit Picken und Schaufeln wühlen sie die Erde um.

Geld haben die Garimpeiros normalerweise keines. Deshalb ist die Währung vor Ort Gold. In der neu entstandenen Stadt verbreitet sich bereits Malaria. Die brasilianische Polizei versucht bereits seit einem Monat für Ordnung zu sorgen.

Der eigentliche Goldrausch begann, weil ein Mathelehrer von dem Goldfund auf seiner Internetseite berichtete: www.portalapui.com.br Die meisten Glückssucher aber werden ohne ein Gramm Gold irgendwann aufgeben. Das meiste Gold, was mit Handarbeit gefunden werden kann, hat angeblich bereits seine Besitzer gefunden. Umweltaktivisten fürchten nun, dass die Goldgräber demnächst schwere Maschinen einsetzen werden, um an weiteres Gold zu gelangen. Dann allerdings wäre der Schaden am Urwald unabsehbar.

Zudem schwärmen immer mehr Goldgräber aus, um im tiefen Urwald weiteres Gold zu finden.

Hier geht´s zur DiaShow:

http://www.msnbc.com/modules/interactive.aspx?type=ss&launch=16988782,16988100&pg=4

Labels: ,

22.12.06

Brasiliens Schande?

22.12.06 - Im Amazonas ist die Regierung Brasiliens oft machtlos. Geht es mit dem Abholztempo so weiter, werden in den nächsten 20 Jahren 40 % des Regenwaldes zerstört sein. Dann wird die Ökologie des Dschungels aus den Fugen geraten. Durch die Feuchtigkeit, die das Amazonasgebiet in die Atmosphäre abgibt, produziert es die Hälfte der dortigen Niederschläge, heißt es in der neuesten Ausgabe von "National Geographic Deutschland". Sobald die Niederschläge durch die Abholzung deutlich zurückgehen, wird der restliche Regenwald sterben.

Scott Wallace, Autor des Artikels, hat errechnet, dass die illegalen Straßen, die den Amazonas durchschneiden, eine Gesamtlänge von etwa 170.000 Kilometer ergeben. Im Gefolge der Straßen kommen die Holzdiebe und Landräuber. Brasilien will nun Abholzgenehmigungen nur noch elektronisch ausstellen, um den Betrügern Herr zu werden. Doch zur Überwachung der riesigen Amazonas-Gebiete fehlen Ausrüstungsmittel und vor allem Personal.

Doch nicht allein der Holzabbau zerkleinert und schädigt den Amazonas-Regenwald. Geplant sind sieben Staudämme an den ökologisch empfindlichen Flüssen Xingu und Madeira. Dazu sollen Bodenschätze gefördert werden, Stromleitungen erstellt, Erdgas und Öl gefördert und mittels Pipelines transportiert werden.

Wer sich gegen die Zerstörung des Regenwaldes wehrt, lebt in Brasilien gefährlich. "Landräuber haben Waffen und viel Geld. Wenn sie mich hier draußen erwischen, werden sie mich einfach abknallen", wird der Farmer José Rosa zitiert.

Labels:

6.12.06

Mehr Regenwald geschützt

06.12.06 - Brasilien stellt weitere 16,4 Millionen Hektar der Amazonas-Regenwälder unter Schutz. Dies verkündete jetzt der Gouverneur des Bundesstaates Pará Simao Jatene. Eine Ausweisung von Schutzgebieten in dieser Größenordnung ist absolut einmalig. Mit den neuen Gebieten, die so groß sind wie Portugal und Irland zusammen, bekommt das dringend benötigte Mosaik aus noch unberührten Regenwaldflächen ganz wichtige Steine dazu. Nach Ansicht des WWF bilden die neuen 16 Millionen Hektar das größte Mosaik geschützter Regenwälder der Erde.

Noch finden sich im Amazonasbecken - ein Gebiet, in das die Bundesrepublik Deutschland etwa zwanzigmal hineinpassen würde - die größten zusammenhängenden Regenwälder der Erde. „Die Amazonas-Regenwälder sind aufgrund ihres Artenreichtums und ihrer Funktion als riesiger natürlicher Kohlenstoffspeicher die reinsten Kronjuwelen“, so WWF-Fachbereichsleiter Michael Evers. Doch die Entwaldungsfront rückt aus dem Süden kommend immer weiter in den Dschungel vor. Jeden Tag werden hier ungeheure Flächen Wald zerstört, damit sich menschliche Siedlungen, Viehweiden, der Bergbau und landwirtschaftliche Flächen zum Anbau von Soja ungehindert ausbreiten können.

Im Jahr 1998 wurde das so genannte ARPA-Programm der brasilianischen Regierung ins Leben gerufen. Ziel ist es, bis 2012 zwölf Prozent des Regenwaldes (50 Millionen Hektar) unter Schutz zu stellen. Der WWF hat nach eigenen Angaben diesen Rettungsplan bislang mit rund elf Millionen US-Dollar und intensiver fachlicher Beratung unterstützt. Im Rahmen des ARPA-Programms wurden schon rund 14,4 Millionen Hektar streng geschützt und so vor der Entwaldung bewahrt.

Foto copyright: WWF / Zig Koch

Welchen Sinn macht ein Naturreservat?

Labels:

19.10.06

Urwaldschutzgesetz abgelehnt

19.10.06 - Der Bundestag hat heute mehrheitlich ein nationales Urwaldschutzgesetz abgelehnt. Der Gesetzesantrag der Grünen sah vor, den Besitz und den Handel von Holzprodukten aus Urwaldzerstoerung, die nach Deutschland importiert werden, zu verbieten und zu kontrollieren.

Statt den Handel von illegal geschlagenem Holz durch ein nationales Gesetz zu stoppen, verweisen die Regierungsparteien auf ein freiwilliges Partnerschaftsabkommen der EU, FLEGT (Forest Law Enforcement, Governance and Trade). "FLEGT arbeitet im Schneckentempo, während die letzten Urwälder mit Lichtgeschwindigkeit vernichtet werden", betont Dr. Sandra Altherr von PRO WILDLIFE. "Ein deutsches Urwaldschutzgesetz könnte dagegen sofort gegen den illegalen Holzhandel vorgehen."

Im Dezember 2005 verabschiedete die EU die "FLEGT"-Resolution 2173/2005, um dem illegalen Raubbau an Urwäldern entgegenzutreten. Die gut gemeinte Initiative ist völlig unzureichend: Geplant sind lediglich "freiwillige Partnerschaftsabkommen" mit nur fünf Ländern: Kamerun, Indonesien, Malaysia, Republik Kongo und Ghana. Zehn Monate nach Inkrafttreten der EU-FLEGT-Resolution gibt es lediglich mit drei Ländern inoffizielle Vorverhandlungen, mit den anderen beiden wurde nicht einmal dieses Stadium erreicht. Für Holzexporte anderer Länder sollen die EU-Tore offen bleiben, obwohl z.B. die Holzexporte aus Brasilien, Peru und Kambodscha bis zu 90% aus illegalem Einschlag stammen.

Unter der rot-grünen Bundesregierung hatte das Umweltministerium ein nationales Urwaldschutzgesetz entworfen, das einen Legalitätsnachweis für Holz verlangt und ein Besitz- und Vermarktungsverbot für illegal geschlagene Hölzer vorsieht. Die vorgezogenen Neuwahlen 2005 verhinderten, dass der Gesetzesentwurf in den Bundestag eingebracht wurde. Bündnis 90/Die Grünen haben nun in einem Antrag die Bundesregierung aufgefordert, das Urwaldschutzgesetz zu verabschieden.

SPD und CDU/CSU sehen zwar ebenfalls Handlungsbedarf gegen die Rodung der letzten Urwälder, lehnen aber einen Alleingang Deutschlands ab. "Die Regierungsparteien verweisen auf die EU-FLEGT-Initiative als Lösungsansatz, obwohl sie wissen, wie lückenhaft und unverbindlich FLEGT ist", kritisiert Altherr.

"Auf die Schnecke Europa warten zu wollen, ist eine peinliche Ausrede. Damit wuerde die andauernde Urwaldzerstoerung weiterhin stillschweigend genehmigt", sagt Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. "Sowohl in den Herkunftslaendern, als auch in der EU und in Deutschland brauchen wir sofort ergaenzende rechtliche Grundlagen zum Kampf gegen die Urwaldzerstoerung."

Die Naturschützer sehen dringenden Korrekturbedarf: Statt der bislang freiwilligen FLEGT-Absprachen sollte eine verbindliche Teilnahme aller Exportstaaten Voraussetzung für zukünftige Holzimporte sein. Für Länder, die nicht an FLEGT teilnehmen, soll die EU ihre Tore schließen. Statt individueller Verhandlungen einzelner EU-Mitgliedsstaaten mit ihren Partnerländern müssen einheitliche, strenge Kriterien an die Legalität des Holzeinschlags gestellt werden. Der gesamte FLEGT-Prozess braucht einen festen Zeitplan, damit die Verhandlungen zügig und zielführend abgeschlossen werden.

PRO WILDLIFE fordert die Bundesregierung auf, während der kommenden EU-Ratspräsidentschaft für die Nachbesserung von FLEGT zu sorgen. Parallel muss auch auf nationaler Ebene endlich gegen den Handel mit Hölzern aus Raubbau vorgegangen werden. Jedes EU-Mitgliedsland hat das Recht, strengere nationale Gesetzesinitiativen zu ergreifen. "Es kann nicht angehen, dass es in Deutschland noch immer legal ist, Holz aus illegalem Einschlag zu besitzen und zu handeln. Die Frage ist nicht ob FLEGT oder das Urwaldschutzgesetz - wir brauchen beide als gegenseitige Ergänzung", so die PRO WILDLIFE Sprecherin.

Labels:

2.10.06

Regenwald 24 hours

02.10.06 - Regenwald ist nicht gleich Regenwald - es kommt auf die Uhrzeit an. Ein neues Kinderbuch zeigt den Regenwald in der Nacht und am Tag. Die Unterschiede für die Tierwelt sind enorm: Während die einen schlafen, gehen die anderen auf Jagd, Schichtwechsel sozusagen. Manche Tiere begegnen sich deshalb wohl nie. Einige Tierarten sind besonders für die Dunkelheit gerüstet. So können sich die Fledermäuse durch ihr Echolot orientieren.

Die Wecker im Regenwald sind die Brüllaffen. Ihr morgendliches Brüllen schallt bis zu 16 km durch den Dschungel. Das Buch führt weiter durch den Tag und dann die Nacht in stündlichen Abständen. Jeder Stunde ist eine Doppelseite gewidmet. Kleine Symbole helfen den Kindern die Größe der Tiere und Pflanzen einzuschätzen. Mit vielen Fotos und kleinenTexten wird den Kindern das abwechslungsreiche Geschehen im Regenwald nahe gebracht.

Den roten Faden durch das Buch bilden nicht nur die Uhrzeiten. Zusammen gehalten wird die Vielfalt des Regenwalds durch vier Tiere und eine Pflanze, denen besondere Aufmerksamkeit im Laufe des Tages und der Nacht geschenkt wird. Damit erhält das Kinderbuch die Spannung.

Das Buch ist für Kinder ab fünf Jahren geeignet. Es ist im Dorling Kindersley Verlag erschienen. Michael Kokoscha hat es aus dem Englischen übersetzt. Die 48 Seiten sind mit über 200 Farbfotografien anschaulich gestaltet. Der Preis: € 9,90

Das Buch ist eine weitere Ausgabe in der Reihe "Tag und Nacht - Beobachte die Tiere in ihrem Lebensraum". Bisher sind bereits die Kinderbücher "Korallenriff" sowie "Wasserstelle" erschienen. Jetzt erscheint neben dem Buch zum Regenwald auch das entsprechende Buch zur Wüste.

Labels: