Weblog Bernd Kulow

Als Journalist betreibe ich die Website www.amazonas.de. In diesem Weblog gibt es zusätzlich von mir das Aktuellste und Spannendste vom Amazonas, vor allem zur Lage des Regenwalds.

30.11.06

Malaria rückt vor

01.12.06 - Der Klimawandel begünstigt die Lebensbedingungen der Malaria-Mücke Anopheles. Bislang galt: Ab 1800 Meter Höhe ist man vor Malaria sicher. Doch diese Faustregel muss nun ad acta gelegt werden. Die Malaria breitet sich aus. Tropenärzte warnen vor Malaria vor allem im Hochland Kenias oder auf dem Kilimandscharo in Tansania. Auch in Südamerika könnte die Malaria-Mücke neue Gebiete erobern.

Denn mit der globalen Erwärmung änderen sich die klimatischen Bedingungen für Flora und Fauna. Verbreitungsgebiete weiten sich aus. Wo es für bestimmte Arten vor Jahren noch zu kühl war, finden diese Arten bereits heute ausreichende Lebensbedingungen vor.

Eskimos in der Arktis berichten von rasanten Veränderungen, schreibt der Spiegel. Ihnen unbekannte Vögel und Fischarten tauchen auf. Andere Tiere, wie Robben oder Eisbären, lassen sich immer seltener sehen.

Noch zeichnen sich die ökologischen Veränderungen aufgrund der Klimakrise erst in Ansätzen ab. Die Weltgesundheitsorganisation spricht bereits von 150.000 Menschen die pro Jahr an den Folgen des Klimawandels sterben. Als Ursache wird vor allem auch die Verbreitung bestimmter Krankheiten genannt. Dazu zählt auch die Malaria.

Jährlich erkranken über 200 Millionen Menschen an Malaria und über 1 Million sterben an der Krankheit. Gefährdet sind vor allem Kinder bis fünf Jahre, weil sie noch keinerlei Abwehrkräfte entwickelt haben.

Helmut Kühr, Klimaforscher beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum in Bonn, geht davon aus, dass die Ausweitung der Malaria hauptsächlich die ärmeren Menschen in den tropischen und subtropischen Staaten treffen wird. In Spektrum der Wissenschaft "Die Erde im Treibhaus" schreibt der Bonner Forscher: Die "planetare Krankheit" Klimawandel ist die neue Herausforderung für die globale Gesellschaft.

28.11.06

Amazonas-Quelle in der Sahara?

08.12.06 - Der Amazonas hatte seine Quelle ursprünglich in Afrika, in der Sahara - so die Theorie. Damals - vor 150 Millionen Jahren - waren Südamerika und Afrika noch ein Kontinent: Gondwana. Doch durch tektonische Verschiebung zerbrach Gondwana und die beiden neu entstandenen Kontinente Afrika und Südamerika drifteten auseinander. Der große Uramazonas wurde halbiert.

Sepp Friedhuber, Biologe, und Gero Hillmer, Geologe, hatten ein Ziel: Für die Theorie die wissenschaftliche Beweisführung zu liefern. Dazu verfolgen sie den ehemals 14.000 Kilometer langen Lauf des Uramazonas von den heutigen Quellgebieten in den Anden über den südamerikanischen Kontinent bis in die trockene Sahara, seinem prähistorischen Quellgebiet. Bei dieser abenteuerlichen Expedition begleitet sie ein Filmteam. In Graz wurde der Film mit der Goldenen Kamera als beste Naturdokumentation ausgezeichnet.

Nun haben die beiden Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Recherchen zu einem Buch zusammengefasst. Entstanden ist dabei ein faszinierender Fotoband. Gezeigt werden Karten und grafische Darstellungen, die verdeutlichen, wie der Kontinent Gondwana einmal ausgesehen haben mag. Der Band deckt mit eindrucksvollen Fotos der Verlauf des Amazonas in Südamerika ab. Genauso zeigt er wunderschöne Bilder aus der Sahara.

In der Sahara werden die Spuren des einstiegen Uramazonas sichtbar. Die Autoren haben diese Hinweise fotografisch festgehalten und damit weitere Belege für die Theorie des Uramazonas aus der Sahara geliefert.

Mehr zum Uramazonas auf amazonas.de

Biosprit unsinnig?

28.11.06 - Biosprit erfüllt nicht die ökologischen Erwartungen. Die Verwandlung von Pflanzenmasse in Autotreibstoff ist nach einem Gutachten für die Internationale Energie Agentur (IEA) wesentlich ineffektiver als die Nutzung dieser Rohstoffe zum Heizen. "Deutschland und die EU haben den falschen Weg eingeschlagen", sagt Thomas Nussbaumer von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Im Auftrag der Internationalen Energie Agentur hat der Schweizer Ingenieur ausgerechnet, auf welchem Weg die Nutzung von Biomasse am meisten fossile Energie ersetzt.

Biosprit, politisch am stärksten gefördert, schneidet laut Nussbaumer am schlechtesten ab - er vermindert den Treibhauseffekt kaum und erhöht die Luftbelastung mit Schwefeldioxid. Pflanzenenergie in den Tank zu stopfen, so Nussbaumer, "ist technisch und ökonomisch Unsinn".

Auch die pflanzenbasierten so genannten Treibstoffe der zweiten Generation, auf die die Automobilindustrie große Hoffnung setzt, machen nur 36 bis 52 Prozent des ursprünglichen Energieinhalts der Biomasse verfügbar. Werden Holz und Stroh dagegen verbrannt, um Öl und Erdgas in Heizungsanlagen zu ersetzen, könnten rund 70 Prozent ihres Energieinhalts genutzt werden. "Erneuerbare Energie kann stationär wesentlich effektiver eingesetzt werden als im Verkehr", sagt Nussbaumer.

Ähnlich argumentieren bereits Umweltorganisationen. Demnach produzieren sogenannte Biomassebrennstoffanlagen für etwa Holzschnitzel oder Sträucher weniger CO2 als Automotoren. Zudem wird für den Plantagenanbau für Palmöl oder auch für Zuckerrohr Regenwald zerstört. Der großflächige Anbau vermindert die Artenvielfalt und der nötige Einsatz von Pestiziden bedroht die Artenvielfalt noch zusätzlich, so Axel Friedrich, Verkehrsexperte beim Umweltbundesamt im RegenwaldReport.

Bildrechte: UFOP e. V. Quelle: ots/DIE ZEIT/www.regenwald.org

24.11.06

Pilz tötet Frösche

24.11.06 - Jede dritte Amphibienart ist vom Aussterben bedroht. Ein Pilz rottet ganze Populationen aus. Der Spiegel spricht mittlerweile von einem "Artensterben mit erdgeschichtlicher Dimension". Vergiftete Gewässer oder in Beton gefasste Bäche machen den Amphibien weltweit seit über 20 Jahren zu schaffen. Als Hauptursache des Artensterbens gilt die Lebensraumzerstörung durch den Menschen.

Nun aber breitet sich zusätzlich immer stärker ein Killerpilz aus: Batrachochytrium dendrobatidis. Inzwischen hat sich der Pilz auf allen Kontinenten verbreitet und ist auch in Südamerika angekommen. Gefährdet sind vor allem tropische Amphibien: Sie haben oft nur ein kleines Verbreitungsgebiet. Im Nationalpark El Copé in Panama beobachteten Wissenschaftler, wie ganze Froschpopulationen innerhalb von wenigen Monaten ausgerottet wurden.

In Lateinamerika hat die Seuche die schlimmsten Ausmaße angenommen. Über zwei Drittel der Stummelfußfrösche sind bereits ausgestorben, so der Spiegel. Diese bunten Breitmäuler sind dafür bekannt, dass sie oft Monate in geschlechtlicher Umklammerung verbringen.

Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern ist der Pilz jetzt aufgetaucht. Geburtshelferkröte, Feuersalamander oder die Erdkröte werden infiziert - meist verläuft die Infektion tödlich.

Die globale Erwärmung begünstigt die Ausbreitung des Pilzes. Er stößt auf immer bessere Lebensbedingungen, weil sich in kühleren Gebieten die Durchschnittstemperatur erhöht.

Viele Amphibien-Forscher gehen nun davon aus, dass wir uns am Anfang einer der größten Aussterbewelle einer Wirbeltierklasse seit dem Untergang der Dinosaurier befinden. Nun gilt die Erhaltung von Hunderten von Amphibien als die bislang größte Herausforderung im Artenschutz.

Gegen den Pilz fehlen zurzeit effektive Mittel. Die Amphibienarten können nur in menchlicher Obhut überleben. Der Weltnaturschutzbund IUCN fordert deshalb insbesondere die Zoos auf, sich für den Erhalt einzusetzen.

22.11.06

Klimakrise: Großbritannien vorn

22.11.06 - Großbritannien forciert den Kampf gegen die globale Erwärmung. Deutschland ist nicht mehr der Öko-Musterschüler. Deutschland wird 2007 die Präsidentschaft in der Europäischen Union wie auch in der G8-Gruppe übernehmen. Die britische Regierung möchte, dass Deutschland aus dieser starken Position den Klimaschutz als Top-Thema behandelt.

In einem Interview in der ZEIT erläutert Martin Rees, der als einer der besten Astrophysiker der Welt gilt, warum es höchste Zeit ist zu handeln. Der geadelte Brite führt auf, dass die Erdatmosphäre bereits jetzt mehr Kohlendioxid enthalte, als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. "Wenn wir so weitermachen, werden wir den Kohlendioxidgehalt bis 2050 gegenüber seinem vorindustriellen Niveau verdoppeln, bis 2080 verdreifachen", so der Wissenschaftler. Jetzt gehe es darum, den menschengemachten Klimawandel nicht außer Kontrolle geraten zu lassen.

Der globale Energieverbrauch wird 2030 voraussichtlich um 50 % höher sein als heute. Die Steigerung wird zum größten Teil aus Kohle gedeckt werden, vor allem in Indien und China. Demgegenüber sind in vielen Ländern die Investitionen in Energieforschung zurückgegangen, so Rees. Nun müsse ein groß angelegtes, internationales Forschungsprogramm für saubere Energietechnik aufgelegt werden. Dazu brauche es staatliches Geld. Der Missstand fehlender Forschung sei durch die Privatisierung der Versorgungsunternehmen verursacht worden.

Energieeinsparung, Wasserstofftechnik, neue Biotreibstoffe und ein System von Emissionssteuern, deren Erlöse in Forschungsprogramme für alternative Energien fließen - sind die Vorschläge zur Eindämmung der Erderwärmung. Dabei habe unter den erneuerbaren Energien die Sonnenenergie wohl das meiste Potenzial. Ein großer Durchbruch beim Wirkungsgrad sei bei der Solarenergie denkbar. Auch wenn die Kernfusion noch fern einer Anwendung sei, könne sie auf lange Sicht ein Teil der Lösung werden.

Aber geht es beim Klimawandel wirklich um Leben und Tod unserer Zivilisation?
Nicht auf kurze Sicht. Aber wenn wir nichts dagegen tun, so Rees, werden es unsere Nachkommen in 50 oder 100 Jahren uns anrechnen, dass die Polkappen abschmelzen und die meisten Städte unbewohnbar werden. Wir haben noch die Wahl. Künftige Generationen nicht mehr. Noch seien die Risiken des Klimawandels schwierig abzuwägen. Sie haben eine niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit, aber im Ernstfall furchtbare Folgen.

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21.11.06

Coca-Cola gegen Koka-Brause

21.11.06 - Eine neue Koka-Brause in Kolumbien ärgert den US-Getränkeriesen Coca-Cola. Die Hersteller des Coca-Sek haben nun eine Anzeige des Softdrinkriesen wegen Verstoß gegen die Namensrechte auf dem Tisch. Laut spiegel.de wollen die kolumbianischen Hersteller sich gegen den Konzern wehren. Das Wort Coca sei mehr als 5.000 Jahre alt und indigenen Ursprungs und stehe für eine heilige Pflanze.

In Kolumbien ist seit 15 Jahren der Anbau von Koka für den Eigenbedarf in den Indianer-Schutzgebieten erlaubt. Doch anders als in den Nachbarländern Peru und Bolivien gibt es in Kolumbien keinen legalen Markt für Kokablätter, so spiegel.de. So waren Produkte aus den Blättern der Koka-Pflanze in Kolumbien bisher nicht zu finden. Doch dies hat sich mittlerweile geändert: Auf Straßenfesten und Flohmärkten werden nun Kokakeks oder Kokatee verkauft.

Die neue Koka-Brause sei völlig harmlos und habe einen hohen Nährwert, so werden die Produzenten der Koka-Brause auf spiegel.de zitiert. In den Blättern seien Calcium, Eisen, Phosphat sowie Magnesium und Vitamine enthalten. Die Koka-Blätter könnten für die Indianer Kolumbiens ein neuer Wirtschaftsfaktor werden. So könnte der Koka-Energiedrink anderen Softdrinks Marktanteile streitig machen. Denn eine Dose Koka-Brause soll mehr Calcium als ein Liter Milch enthalten und mehr Phosphor als eine Portion Fisch und dazu noch einen hohen Eisengehalt aufweisen.

Hier der Spiegelartikel: www.spiegel.de

15.11.06

amazonas.de gegen amazon

15.11.2006 – als Journalist betreibe ich die website www.amazonas.de. Seit 2 Jahren wehre ich mich gegen Praktiken des Internetbuchhändlers amazon.de. Meine Klage wird nun am 17. November 2006 um 14 Uhr vor dem Landgericht München I verhandelt.

Das Projekt www.amazonas.de informiert über das südamerikanische Dschungelgebiet und engagiert sich für den Erhalt des größten Regenwalds der Erde.

Vor 4 Jahren ging ich eine „Partnerschaft“ mit dem größten Internetbuchhändler ein. Die Werbebanner fingen die Kosten der Webseite, teilweise auf.

Das seinerzeitige Ansinnen des großen Online-Händlers die Rechte an dem Namen www.amazonas.de zu kaufen, lehnte ich ab. Nach dem erfolglosen Kaufgesuch behauptete amazon nun eine Kündigung der Partnerschaft per E-Mail geschickt zu haben. Doch die Kündigungsemail traf bei mir bis heute nicht ein. Hingegen wurden mir die Honorare, die mir laut der Erfassung durch amazon zugestanden hätten, verweigert.

Seit über 5 Jahren gilt www.amazonas.de im deutschsprachigen Raum als eine der engagiertesten Webseiten zum Amazonas. Bei der Wahl der beliebtesten Website 2006 der Augsburger Verlags- und Vertriebsgesellschaft gelangte www.amazonas.de auf Platz 16. Amazonas.de befindet sich damit unter den ersten 20 Webseiten in der Kategorie „Portale, Newsletter, Information“. Über 1 Millionen Internet-User im Alter über 50 Jahre verhalfen der Webseite zu diesem großen Erfolg.










1.11.06

Kichwa-Indianer geben nicht auf

02.11.06 - Die Kichwa-Indianer in Ecuador kämpfen gegen Ölkonzerne. Für Ecuador bedeutet das Geschäft mit dem Öl als lukrativer Wirtschaftszweig. Ausländische Konzerne und die Machtelite des Landes ziehen ihren Profit daraus. Die Bauern dagegen leiden unter katastrophalen Umweltschäden durch die Erdölförderung.

Die Kichwa-Krieger und das Öl heißt eine Reportage von Holger Riedel, die jetzt auf arte lief. Demnach sind bereits weite Teile im Norden Ecuadors durch Ölförderung verseucht. Über 80 % des ecuadorianischen Amazonasgebietes sind bereits für die Ölförderung freigegeben. Alle dort lebenden Ureinwohner sind betroffen.

Doch nur wenige Einheimische wagen es, sich gegen die drohende Ölförderung zur Wehr zu setzen. Dazu zählen die Einwohner des kleinen Dorfes Sarayaku.

Ein ausländischer Ölkonzern will jetzt Probebohrungen auf dem Gebiet der Kichwa-Indianer in Sarayaku durchführen.

Durch vorherige Ölförderung ist bereits viel Öl ins Grundwasser gelangt und damit in die Nahrungskette. Der amerikanische Ölkonzern Texaco hat nach 20 Jahren Förderung die Anlagen an den ecuadorianischen Staat übergeben. Doch der staatliche Ölkonzern vernachlässigt die Wartung der alten Anlagen. Die Flächen vieler Bauern sind bereits verseucht. Doch nun schieben sich Texaco und die staatliche Petro Ecuador gegenseitig die Verantwortung zu. Die Bauern gehen leer aus.

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