Weblog Bernd Kulow

Als Journalist betreibe ich die Website www.amazonas.de. In diesem Weblog gibt es zusätzlich von mir das Aktuellste und Spannendste vom Amazonas, vor allem zur Lage des Regenwalds.

6.9.06

Klimawandel immer stärker

30.09.2006 - Die globale Erwärmung ist Tatsache. Mittlerweile haben es alle kapiert. So schrieb in diesem Sommer sogar die Frankfurter Allgemeine Zeitung, sonst in diesen Themen eher zurück haltend, dass die Wirklichkeit der globalen Erwärmung sogar die Szenarien einiger Klimaforscher bereits überholt habe.

Wie schön wäre es, wenn der Klimawandel sich als aufgebauschtes Medienthema herausgestellt hätte, die Klimaforscher als Schwarzseher und Berufspessimisten darstünden. Doch diese Illusion kann man sich nun abschminken.

Laut Greenpeace gibt es indes noch eine letzte Stimme, die den Klimawandel leugnet: der Energiekonzern RWE. Demnach spricht RWE von "subjektiver Wahrnehmung" einer "angenommenen Gefahr" die " weder konkret noch gegenwärtig ist". Weiter erklärt RWE, es sei wissenschaftlich nicht bewiesen, ob das Klima sich verändern werde. Die Zusammenhänge zwischen menschlicher Einflussnahme auf die Umwelt und Klimaphänomene seien offen.

"Es ist nicht zu fassen, dass RWE einen vom Menschen verursachten Klimawandel leugnet, während dieses Problem für die internationale Politik immer wichtiger wird", so Greenpeace Klimaexperte Karsten Smid. Dem kann man nur zustimmen.

Wie hier doch das Eigeninteresse eines Konzerns die Gehirne vernebelt. Die Fakten sprechen leider für sich: Die fünf wärmsten Jahre seit Beginn der Klimaaufzeichnungen liegen nur kurze Zeit zurück: 1998, 2002, 2003, 2004 und 2005. Im Jahr 2005 wurde die höchste Durchschnittstemperatur seit über einem Jahrhundert ermittelt. Die Wetterextreme häufen sich, Hurrikane nehmen an Stärke zu, Gletscher schmelzen ab. Jährlich fallen 150.000 Mensche dem Klimawandel zum Opfer, so eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Es wird Zeit, dass endlich nachhaltig gehandelt wird. Von solchen Nachzüglern und Fußkranken wie RWE, die einfach nicht mit den Tatsachen mithalten können, kann man sich nicht mehr aufhalten lassen. Der Amazonas-Regenwald könnte das erste große Ökosystem auf der Erde sein, das dem Klimawandel erliegt. Eine weitere Klimaerwärmung macht die völlige Versteppung dieses größten Regenwaldes der Erde wahrscheinlich. Die Zeit zum Handeln wird immer enger.

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Das Brasilien der Indianer

06.09.2006 - Die Indianer Brasiliens im Museum Wiesbaden. Der Fotograf Werner Hammer war insgesamt 7 Jahre in den Urwäldern Amazoniens unterwegs. Seine Aufnahmen werden ab dem 26. November 2006 in Wiesbaden zu sehen sein. Gezeigt werden neben Aufnahmen von Alltagsszenen vor allem Portraits, die trotz aller Fremdartigkeit der Kulturen ein starkes Gefühl persönlicher Nähe ausstrahlen, heißt es im Pressetext zu der Ausstellung. Es ist genau diese Mischung aus fremder Kultur und menschlicher Nähe, die an Werner Hammers Arbeit beeindruckt.

Erst in den letzten Jahren haben die Zuruahá einen Blick auf ihre Kultur zugelassen. Werner Hammer gehörte 1990 zu den ersten Besuchern am südlichen Ufer des Rio Tapaua, tief im Urwald Amazoniens. Bekannt wurde das nur etwa 130 Personen zählende Volk von Waldbauern als so genannter "Stamm der Selbstmörder". Tatsächlich findet man nur wenige ältere Stammesmitglieder, da die meisten zu dem Gift Cunahá greifen, um durch Selbsttötung den Weg zu ihren Ahnen zu suchen. Dr. Roland Garve hat sich eingehend mit den Zuruahá in seinem Buch "Unter Amazonas Indianern" befasst.

Trotz Lebensraumzerstörung und Besiedlungsdruck streifen auch heute noch einige Gruppen als Jäger und Sammler durch die Wälder Amazoniens. Das Volk der Awa-Guaja im Nordosten Brasiliens gehört zu den letzten Vertretern dieser Lebensweise. Auch dieses Gebiet kan die Indianerbehörde FUNAI nicht ausreichend vor dem zunehmenden Druck durch Holzfäller und Farmer schützen. Werner Hammer zeigt Fotografien von einer Lebensweise, die vom Untergang bedroht ist.

Die Ausstellung "Das indianische Gesicht Brasiliens" wird bis zum 25. März 2007 zu sehen sein.

Fotos copyright: Werner Hammer

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