Weblog Bernd Kulow

Als Journalist betreibe ich die Website www.amazonas.de. In diesem Weblog gibt es zusätzlich von mir das Aktuellste und Spannendste vom Amazonas, vor allem zur Lage des Regenwalds.

31.7.06

Amazonas Düfte

31.07.2006 - Aromakonzerne senden ihre Duftexperten in den Regenwald des Amazonas, um exotische Düfte zu suchen. Neue Parfums brauchen eine unverwechselbare Note. Unbekannte Düfte vermuten die Experten in den Blüten exotischer Pflanzen.

Wie die Financial Times berichtet, stehen Aromakonzerne ständig unter Druck, ihren Kunden Produktneuheiten zu präsentieren. Um sich für die Kunden unverzichtbar zu machen, blieben den Herstellern daher nur ungewöhnliche Strategien. Mit Heißluftballons flögen die Duftexperten des Schweizer Duftkonzern Givaudan über tropische Regenwälder, um Düfte von den Blüten tropischer Bäume zu sammeln.

Nach Angaben der Financial Times erklärte der Finanzvorstand von Givaudan, Matthias Waehren, die Düfte der Amazonas-Blüten könnten durchaus zur Grundlage für ein neues Parfum dienen. Die Duftexperten holten 50 bis 70 Fläschen mit Luft aus dem Regenwald. Diese Düfte würden im heimischen Labor analysiert.

Selbst im neuen Geschäftsbericht von Givaudan finden sich Geschichten über die Düfte das Amazonas. Dieser lese sich teilweise wie eine Sage aus einer fernen Welt, schreibt Nicola de Paoli in der Financial Times. Der Duftkonzern berichte seinen Investoren darin von einem jungen Amazonas-Indianer, dem die Frauen so lange nachliefen, bis er sich nicht anders zu helfen wusste, als sich in eine wohlriechende Pflanze zu verwandeln.

29.7.06

Neue Straße zerschneidet den Regenwald

29.07.2006 - Eine neue Straße durch den Amazonas-Urwald wird weitere Zerstörung bringen. Wem nützt die Piste?

Mit Beginn der 70er Jahre startete die brasilianische Regierung - damals noch eine Militärdiktatur - eine Besiedelungspolitik des Amazonas-Regenwalds. Das Programm der Nationalen Integration sollte überbevölkerte Regionen Brasiliens entlasten und Umsiedlern landwirtschaftlich nutzbare Flächen geben. Bald fielen bis dahin unberührte Regenwaldgebiete der Rodung zum Opfer.

Ein Netz von Fernstraßen durch den Dschungel schloss die neu genutzten Gebiete an das Straßennetz des Landes an. Die in den Regenwald geschlagene Straße wurde als Transamazonica berühmt. Die brasilianische Regierung sprach 1972 davon, dass die Transamazonica die ökonomische Expansion fördern und soziale Spannungen abbauen werde. Man erwartete eine Völkerwanderung. Und in der Tat brachen viele Menschen aus dem überbevölkerten Osten und Süden zur Landnahme nach Amazonien auf.


Jetzt soll das Straßennetz im Dschungel erweitert werden. Bernd Schröder berichtet in Telepolis über die Absicht der Regierung Lula die bereits von der ehemaligen Militärdiktatur geplante Straße von Cuiabá in Mato Grosso zum Tiefwasser-Hafen in Santarém zu bauen. Von den geplanten 1.750 Kilometern seien bereits 800 Kilometer asphaltiert.

Studien haben wiederholt aufgezeigt, dass eine Straße durch den Regenwald breite Abholzungen und Ansiedlungen entlang des Straßenverlaufs nach sich ziehen. Menschen siedeln sich an solch einer Verkehrsader an und schaffen neue Agrarflächen.

Laut Telepolis sind vor allem die großen Agrarkonzerne an dem Megaprojekt interessiert. Die großflächig angebaute Soja könne dann kostengünstiger zu den Märkten transportiert werden.

28.7.06

Regenwaldhaus pleite - was kommt nun?

28.07.2006 - Seit 10 Tagen sind die Tore zum Regenwaldhaus in Hannover geschlossen. Was wird aus dem Tropenhaus? Der Rat der Landeshauptstadt hat sich für einen Nachfolger entschieden: Die Sealife Deutschland GmbH. Ein Riesenaquarium soll die neue Attraktion werden. Das Regenwaldhaus ist pleite. Der Umbau soll nun beginnen.

Zur Expo2000 war aus einem innovativen Konzept das Expo-Projekt 129 geworden und seither eines der erfolgreichsten botanischen Häuser überhaupt. Nach eigenen Angaben des Regenwaldhauses haben mehr als 1,2 Millionen Menschen den Regenwalddom besucht. Sie konnten mit allen Sinnen den Regenwald erleben. Mehr als 6.000 Pflanzen stellten die einzelnen Vegetationsstufen des brasilianischen Regenwalds vor.

"In den letzten Jahren hat sich aber leider gezeigt, dass die Darstellung des Regenwaldes auf so einem hohen Level nicht durch die Einnahmen aus den Bereichen Ticketing, Events, Gastronomie, Merchandising und Sponsoring zu erhalten ist", heißt es in einer Regenwaldpressemeldung.

Das Regenwaldhaus wird in den nächsten Monaten umgebaut und soll nächstes Jahr als Sea Life Centre wieder eröffnet werden. Ein großer Teil des Regenwaldes soll in das Konzept des Schauaquariums integriert werden. Die Besucher werden eine interaktive Reise in die Unterwasserwelt erleben, von der Leine bis in den Regenwald, heißt es in einer Meldung der Herrenhäuser Gärten in Hannover.

Webseite Regenwaldhaus

27.7.06

Eine weitere Dürre am Amazonas?


Der Amazonas wird offenbar zum entscheidenden Faktor der Klimakatastrophe. Nach der Jahrhundertdürre im letzten Jahr zeichnet sich bereits die nächste Dürre ab. Geoffrey Lean, der für die britische Zeitung "The Independent" aus Manaus berichtet, sieht alle Anzeichen dafür, dass die jährliche Trockenheit wieder in eine katastrophale Dürre übergehen wird.

Die Trockenzeit habe gerade erst begonnen. Der Wasserspiegel des Amazonas aber sinke bereits schneller als im Dürrejahr 2005. Ein weiteres Dürrejahr aber könne den Amazonas entscheidend schädigen. Wenn sich die Dürren häuften, könne der gesamte Amazonas in einen Kreislauf der Vernichtung geraten.

Bislang galt der Amazonas-Regenwald bei den Wissenschaftlern als stabiles Ökosystem, dem so leicht niemand etwas anhaben kann. Zwar verurteilten die Forscher den Raubbau am Amazonas-Urwald, doch schien der Regenwald als ganzes nicht gefährdet. Doch nun sind die Wissenschaftler zu anderen Erkenntnissen gekommen, schreibt der Independent. Durch die ständige Waldrodung werde der Urwald insgesamt immer trockener.

Wenn das riesige Amazonas-Gebiet austrockne, hätte dies katastrophale Folgen für das Weltklima. Dieser unumkehrbare Prozess könne bereits nächstes Jahr beginnen, so der Independent.

Bislang verdunsten riesige Mengen von Wasser über dem Amazonas-Gebiet und steigen hoch in die Luft auf wie in einem unsichtbaren Kamin. Damit können Nord-Ost-Winde vom Atlantik eindringen. Durch die enormen Luftbewegungen werde die Temperatur des Ozeans kontrolliert.
Die Entwaldung störe den gesamten Kreislauf. Eine Folge seien die häufiger auftretenden Hurricanes über der Karibik.

Nach Angaben des Independent sagen brasilianische Wissenschaftler vom National Institute of Amazonian Research das Umkippen des Regenwaldes für die nächste Zukunft voraus. Dr. Antonio Nobre warne davor, dass die völlige Katastrophe bereits begonnen habe und nicht - wie noch vor kurzem - erst für das Jahr 2050 angenommen werden könne.

Ein Fünftel des Amazonas-Regenwalds sei bereits vollständig gerodet. Weitere 22 % des Urwalds ernsthaft durch das Fällen von einzelnen Bäumen geschädigt, so dass die Sonne bis auf den Waldboden durchdringen könne und den Boden austrockne. Die kritische Grenze von 50 % sei damit bald erreicht. Computermodelle hätten verdeutlicht, dass mit einer Vernichtung von 50 % des Regenwaldes der Amazonas als Ganzes sterben werde.

Die brasilianischen Wissenschaftler sind überzeugt, das es nun höchste Zeit sei zu handeln. Wenn jetzt nichts einschneidendes geschehe, werde die Welt den Amazonas verlieren, der entscheidend zu den Bedingungen für das Leben der Menschen auf der Erde beitrage.

Der Artikel des Independent: Dying Forest: One year to save the Amazon

26.7.06

Stopp für Sojaanbau

Internationale Agrarfirmen haben sich jetzt verpflichtet, in den nächsten 2 Jahren kein Soja von neu angelegten Feldern innerhalb des Amazonas-Regenwaldes zu nutzen. Nach Aussage von Greenpeace ist dies zweijährige Moratorium durch die Aktionen und Verhandlungen der Umweltorganisation zu stande gekommen. Demnach stimmten die weltweit führenden Agrarfirmen und Soja-Händler Cargill, Bunge, ADM und A. Maggi dem 2-Jahres-Stopp für brasilianische Urwald-Soja zu.

Greenpeace hatte von führenden Lebensmittelverarbeitern in Europa gefordert, dem meist illegalen Anbau von Soja mitten im Regenwald und der Beschäftigung von Arbeitern unter menschenunwürdigen Bedingungen ein Ende zu setzen.

Nach der Veröffentlichung eines Greenpeace-Reports im Frühjahr 2006, in dem der illegale Soja-Anbau im Regenwald mit der Herstellung von Lebensmitteln in Europa in Verbindung gebracht wurde, hatten große Lebensmittelhändler die Initiative der Umweltorganisation unterstützt. Sie haben seither von den Soja-Händlern Maßnahmen gefordert, die Urwaldzerstörung für den Anbau von Soja zu stoppen und damit gedroht, sich andernfalls nach anderen Lieferanten umzusehen.

Nachdem McDonald´s vor Jahren beschlossen hatte, kein Rindfleisch zu kaufen, für das der Amazonas-Regenwald gerodet wurde, will der Konzern nun auch keine Soja aus Urwaldzerstörung mehr beziehen.

Der Druck der Fast-Food-Kette war ein Grund, weshalb Agrar-Riesen wie Cargill schließlich einlenkten, obwohl sie gut an der Urwald-Soja verdienen.

Immer wieder höre ich, man kann ja doch nichts machen gegen die Zerstörung des Regenwaldes. Gegen die Wirtschaftsinteressen kommt man eh nicht an, Proteste bleiben doch folgenlos. Doch Greenpeace beweist mal wieder das Gegenteil. Ein erster Schritt zum Stopp weiterer Rodung des Regenwaldes ist getan. Jetzt kommt es darauf an, dass dies Abkommen wirklich umgesetzt wird, und dass für die Zeit nach dem 2-Jahres-Stopp die weiteren Schritte vorbereitet werden. Einer Umweltorganisation ist es offenbar wieder einmal gelungen, die großen Wirtschaftsinteressen einzugrenzen.

16.7.06

Amazonas.de - gefragt, zitiert, verlinkt

Immer mehr User rufen die Webseite www.amazonas.de auf: mehr als 600.000.

Artikel von der Webseite haben Eingang in Schulbücher gefunden. So wurde gerade in das neue Erdkundebuch des Klett-Verlags "Terra - Geographie 8" für Gymnasien in Bayern amazonas.de mit einem Bericht über ökologisch verträgliche und sozial gerechte Waldbewirtschaftung aufgenommen.

Gerade Lehrer und Schüler stellen immer wieder Anfragen an amazonas.de. Bis September 2006 soll deshalb ein eigener Teil der Webseite für Schulen gestaltet werden. Zusammengestellt werden Unterrichtsmaterialien, Tipps für den Unterricht, Quellen, Recherchen. Für Vorschläge hierzu wäre ich immer sehr dankbar.

Angelika Hofer hat amazonas.de als wichtige Quelle in ihr Themenheft "Schatzkammer Regenwald" einbezogen. Das im Buch Verlag Kempen erschienene 80 Seiten starke Heft bietet eine Fülle von Materialien, mit denen Kindern das Thema Regenwald im fächerübergreifenden Unterricht nahe gebracht werden kann.

Die Webseite amazonas.de wird immer stärker als entscheidende Quelle zum Amazonas-Themenbereich angesehen. So hat der NDR auf seiner Seite "Expeditionen ins Tierreich" amazonas.de als wichtigen Internetlink aufgenommen. Auf der Seite wird über Flussdelfine und Piranhas berichtet. Der Tierfilmer Florian Graner entführt in die unbekannte Welt des Amazonas.

Der TV-Sender arte hat auf seiner Webseite zum Themenabend "Zwischen Urwaldhölle und Menschenzoo" amazonas.de als wichtigen link am erster Stelle zum Thema aufgeführt. Mit folgendem Text: "www.amazonas.de - Die Ureinwohner des Amazonas müssen weiterhin um ihre Existenz fürchten. Heute leben noch 325.000 von ursprünglich fünf Millionen Indianern in Brasilien. Werden sie die neuen Bedrohungen überleben? Ein umfangreiches Portal zu den Amazonasindianern mit aktuellen Nachrichten, Geschichte, Literaturhinweisen, Reisetipps und Links.

Das ZDF hat die Seite ZDF - wissen&entdecken über die Eroberung des Amazonas mit den Artikeln zur Geschichte des Amazonas auf www.amazonas.de verlinkt. In der Sendung "Tropenfieber: die Eroberung des Amazonas" wird anschaulich dargestellt, wie Francisco de Orellana 1541 das Expeditionsheer der Spanier in das Amazonasbecken führt.

Ziel der Mission war das "El Dorado", das Land des Goldes. Die Spanier hatten von Inkas gehört, dass dort unermessliche Goldschätze vorhanden seien. Zudem waren sie auf der Suche nach dem "Zimtland". Denn das Gewürz Zimt war damals in Europa Gold wert.

Auch der bekannte Internet-Auftritt von wissen.de bezieht sich in der Darstellung des Amazonas auf www.amazonas.de.

In sehr viele Webkataloge, Internetportale, Inhaltsseiten oder Reiseseiten ist www.amazonas.de aufgenommen worden. Mittlerweile haben mehr als 600.000 Internetuser die Webseite aufgerufen.

Wir danken all den Usern nochmals, dass sie beim Award für amazonas.de gestimmt haben. Damit kam amazonas.de auf den 16. Platz. Ein ungeheurer Erfolg.

13.7.06

Dem Ekel der Mosquitos auf der Spur

Der Schweiß der Menschen wird von Mücken offenbar extrem unterschiedlich wahrgenommen. Kein Wunder: Der Schweiß setzt sich aus bis zu 400 verschiedener Stoffe zusammen. Für die Mücken muss der Cocktail stimmen, sonst halten sie Abstand.

Wer also einen Schweißgeruch verbreitet, den Mücken nicht ausstehen können, der wird verschont. Glück gehabt.

Zwei Forscher des britischen Rothamsted Research Centre hatten die Beobachtungen ernst genommen, die man ja selbst schon gemacht hat: Der eine wird von den Mücken geliebt und sehr gern gestochen, während der nächste von den blutrünstigen Insekten links liegen gelassen wird. Bisher hatte man geglaubt, wer verschont wird, dem fehlen attraktive Chemikalien in seinem Schweiß. Wer dagegen solche Lockstoffe verbreitet, auf den stürzen sich die Mücken. Doch nun zeigt es sich anders herum:

Wer nicht gestochen wird, produziert quasi auf natürliche Weise einen Anti-Mücken-Stoff.
Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung wollen die britischen Wissenschaftler nun ein Patent anmelden. Sie konnten nämlich den entscheidenden Stoff herausfinden, vor dem sich die Mücken ekeln.

Die Versuchsteilnehmer hatten nichts zu lachen. Sie mussten ihre Arme den Mosquitos überlassen, um herauszufinden, ob ihr Schweiß einen abschreckenden Stoff enthält.

Die entscheidende Frage aber ist noch unklar: Wird das neu entdeckte Mittel auch Malaria-Mücken verscheuchen? Ist jetzt ein Mittel gefunden, vor dem sich diese bluthungrigen Insekten wirklich so ekeln, dass sie nicht mehr zubeißen?

Wer einmal im Amazonas-Dschungel die Aggressivität der Malaria-Mücken erlebt hat, der wird sich nach solch einem Mittel sehnen. Doch noch wichtiger wäre solch ein Mosquito-Repellent für die Menschen, die den Mosquitos täglich ausgesetzt sind. Mehr als 1,2 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an der Malaria. Malaria wird von Mücken übertragen und ist auch im Amazonas-Gebiet ein großes Problem.

Demos gegen Amazonaszerstörung

Greenpeace-Jugendliche protestierten in diesem Sommer bereits mehrmals gegen die Zerstörung des tropischen Urwaldes in Amazonien. Besonders der großflächige Anbau von Soja vernichte immer mehr Regenwald. Große Agrarkonzerne zerstören so den einzigartigen Urwald für die Fleischproduktion.

Auf diese Weise ländet das Soja aus Amazonien auch in deutschen Futtertrögen von Schweinen, HÜhnern und Kühen. Den Weg vom intakten Urwald bis zu unserem Essen wurde von Jugendlichen auf den Demos symbolisch nachgestellt.

In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass es bei der Zerstörung des Regenwaldes nicht immer in erster Linie um den Verkauf von Tropenholz geht. Gerade für den Sojaanbau werden immer größere Flächen gebraucht.

Greenpeace-Artikel

11.7.06

Ganz Amazonien kaufen ?

Auf einer Konferenz der Versicherungs-Gemeinschaft Lloyd´s vor fünf Tagen in London hat der schwedische Unternehmer Johan Eliasch einen auf den ersten Blick absurden Vorschlag gemacht: Für 18 Milliarden Dollar soll eine Unternehmergruppe den gesamten Amazonas-Regenwald kaufen.

Dies berichtet jedenfalls die Berliner Umschau unter Berufung auf die größte brasilianische Tageszeitung "Folha de Sao Paulo". Demnach gründet der gigantische Kaufvorschlag vom Besitzer der Sportartikelfirma "Head" nicht - oder jedenfalls nicht in erster Linie - in einem Engagement für den Erhalt des Regenwalds.

Der Vorschlag zum Kauf des gesamten Amazonas-Gebiets entstammt einer einfachen Rechnung, einer Kosten-Nutzen-Rechnung für die großen Versicherungsgesellschaften. In 2005 nämlich mussten die Eigentum-Versicherer 83 Milliarden Dollar zahlen. Die große Mehrheit der Forderungen kam durch Naturkatastrophen zustande. Wissenschaftler sind überzeugt, dass diese disaster durch den Klimawandel verschärft und verschlimmert wurden.

Der schwedische Unternehmer will das Amazonas-Gebiet vor der weiteren Zerstörung sichern. Er argumentiert mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, nach denen die Zerstörung der Regenwälder die stark angestiegene Zahl der Katastrophen mit verursache.

Ein Investment von 18 Milliarden Dollar wäre nach seiner Rechnung eine gute Investition, die sich schnell armortisieren würde. Wenn der Regenwald vor weiterer Zerstörung geschützt würde, gingen auch die Naturkatastrophen in ihren Ausmaßen zurück oder würden jedenfalls nicht stärker zunehmen.

Lloyd´s Konferenz in London, Juli 2006

5.7.06

Amazonien zu Fussballfeldern??

Amazonien verwandelt sich Stueck für Stueck in gruene Fussballfelder. Wer sollte da, vor allem mit der WM 2006, etwas dagegen haben? Bei wem sollten solche Bilder negative Emotionen wecken? Koennte die bunte Fussballparty dann nicht endlos weiter gehen!

Zahlen werden meist nur anschaulich durch Vergleiche. Nackte Statistik dagegen hinterlaesst kaum Spuren. Die Vorstellung bleibt kalt, der Mensch unberueht.

So sagt die reine Statistik: von August 2003 bis 2004 wurden 26.130 Quadratkilometer des tropischen Waldes in Amazonien zerstoert. Na und? Jeder Journalist weiß, um dies zu verdeutlichen, muss ein Vergleich her. Da bietet sich ein Fußballfeld an. Denn von einem Fußballfeld hat jeder eine Vorstellung, auf jeden Fall seit der WM 2006. Seither sollen ja neben traditionellen Fußballmuffels sogar Mädchen und junge Frauen Begeisterung erleben, sobald der Ball über das Feld rollt.

Kein Wunder also: Der beliebteste Vergleich bei großen Flaechenangaben bleibt das Fußballfeld. Wer es genau haben will: der FIFA-Standard regelt die Größe international: Länge 100 m, Breite 64 m.

Was aber geschieht bei dem sportlichen Vergleich mit Amazonien? Die Vernichtung des Regenwaldes wandelt sich zur Produktion von Fußballfeldern, zu ordentlichen, grünen Rasenflächen. Im dichten Dschungel kann man schlecht Fußball spielen. Die Vernichtung aber schafft nun freies Feld, da kann der Balll endlich so richtig fliegen.

Bleiben wir also bei den 26.130 Quadratkilometern zerstörten Regenwalds. Man kann das alles schön umrechnen. Ergebnis: Sechs Fußballfelder pro Minute. Doch was eigentlich? Die Fußballfelder werden ja nicht zerstört, sondern entstehen, zumindest in der Vorstellung. Der Urwald muss den Fußballfeldern weichen.

Das erzeugt keine negativen Assoziationen ! Wo eben dichter, undurchdringlicher Urwald stand, bewegen sich nun Spieler auf schönen, neuen Fußballfeldern. Da kommt Spielerfreude auf. Wo noch eben im dunklen Wald gefährliche Tiere krochen, sieht man nun bunte Fans tröten.
Nach der WM-Euphorie ist sicher, der Vergleich mit den Fußballfeldern kann seinen Zweck nicht mehr erfüllen. Die Fußballparty soll doch möglichst weiter gehen. Da werden doch immer neue Fußballfelder benötigt. Und die Brasilianer, den gönnen wir doch allemal neue Ballfelder, wenn nötig auch sechs pro Minute.

Wie wäre es mit einem neuen Vergleich für das Ausmaß der Waldzerstörung !?
Tja, gehen wir auf die Suche. Was ist 100 m lang und 64 m breit, möglichst auch noch nach internationalem Standard. Wie wäre es mit einer Müllhalde? Dafür gibt es vermutlich keinen Standard, was die Fläche anbelangt jedenfalls. Vielleicht ein Schrottplatz? Ein Militärgelände, Kasernenhof oder etwa Schulhof? Bleibt als Vergleich wohl Steppe und Wüste. Nach allen wissenschaftlichen Prognosen werden die zerstörten Flächen am Ende versteppt oder verwüstet sein. Da hat man zwar kein Flächenmaß, doch erinnern die entstehenden Bilder jedenfalls nicht an eine bunte Fußballparty. Denn die soll ja schließlich weiter gehen.

copyright Bernd Kulow - www.amazonas.de

4.7.06

Sklaverei in Brasilien?

Obwohl ich nicht viel von Kirchen halte, gibt es selbst zwischen den kirchlichen "Würdenträgern" Menschen, die sich wirklich einsetzen, mehr als unser eins. Dazu gehört gewiss Erwin Kräutler, Bischof in einer konflicktreichen Gegend am Amazonas und Xingu.

Dieser Österreicher sagt, was Sache ist. Gerade habe ich das neue Buch von ihm in der Hand: "Lebenswelten und Problemfelder in Amazonien heute". Wobei sich das Buch besser liest als der Titel. Es ist ein Vortrag von Kräutler, den er im Rahmen der Wiener Vorlesungen gehalten hat. Der Picus Verlag Wien hat den Vortrag in einem kleinen Band herausgeben.

Sklaverei heute in Brasilien? Wenn ich hierüber etwas lese, bin ich doch sehr skeptisch. Greenpeace verbreitet es, aber dennoch, mir scheint Sklaverei nun wirlich nicht mehr ins 21. Jahrhundert zu passen. Wird da nicht wohl doch übertrieben? Der Begriff Sklaverei gewählt, um mehr Aufmerksamkeit in den Medien zu erreichen? Bischof Kräutler muss es wissen und er bestätigt es: Sklaverei, Unterjochung von Menschen, Leibeigenschaft - in Brasilien existiert dies heute noch. Zwar hat Prinzessin Isabel am 13 Mai 1888 die Sklaverei offiziell abgeschafft. Aber kein Gesetz, keine Konvention oder Internationale Erklärung haben bisher ein Ende der Missachtung jeglicher Menschenrechte, der Knechtschaft, der Leibeigenschaft, der Zwangsarbeit, der häuslichen Versklavung und der damit verbundenen sexuellen Ausbeutung bewirkt, schreibt der Bischof.

Wie passen die Bilder von der Copacapana in Rio und die Versklavung von Menschen im Amazonas zusammen? Brasilien ist offenbar ein Land unvorstellbarer Gegensätze.

Das brasilianische Ministerium für Arbeit und Beschäftigung gibt die Zahl der Arbeiter unter Bedingungen der Sklaverei mit 25.000 an. Die Kommission für Landpastoral, CPT, vermutet daneben eine Dunkelziffer von 20.000 missachteten Rechtlosen.

"Einmal in diesem menschenverachtenden Teufelskreis der Sklaverei gefangen, gibt es aus eigener Kraft kaum ein Entrinnen", sagt der Bischof vom Amazonas. Die Armut habe diese Menschen von Geburt an begleitet, uns so erliegen sie leicht den haltlosen Versprechen des so geannten Gato, der für sienen Patron Arbeitskräfte anwirbt. Meist begibt er sich dazu in einen anderen Bundesstaat, vor allem in den Nordosten. Mit steigender Entfernung sinke dann die Gefahr der Flucht. Das Lügengeflecht des Gato werde nicht durchschaut, denn für die Familie gibt es sogar einen "Vorschuss". Zu dem Zeitpunkt ahne noch niemand, dass dies der erste Eintrag ins Schuldbuch sei.

Die ersehnte Beschäftigung bedeute dann Schwerstarbeit auf Zuckerrohrfeldern, in Destillerien oder Köhlereien, bei der Waldrodung, auf Plantagen oder in Fabriken. Die Kosten für erforderliche Arbeitsgeräte oder Werkzeuge werden von einem fiktiven Lohn einbehalten. Zudem wird ein Betrag für die karge Verpflegung und die Unterkunft, die nicht einmal den Namen Baracke verdient, eingezogen. Das bedeutet ein weiteres Ansteigen der Schuld. "Es gibt kein Entkommen aus dieser Leibeigenschaft", ist der Bischof überzeugt.

Brasilien will mit einem nationalen Plan nun die Sklaverei endgültig abschaffen. Noch in diesem Jahr soll das Vorhaben Wirklichkeit werden, und alle Menschen aus der Sklaverei und Schuldknechtschaft befreit werden. Hoffen, wir, dass es der Regierung gelingt, sich gegen die Wirtschaftsinteressen durchzusetzen und der Unwürdigkeit ein Ende zu machen.

3.7.06

Vollstaendiges Importverbot gefordert

Der Naturschutzbund NABU hat ein dauerhaftes Verbot
des Wildvogelhandels gefordert.
"Das gegenwärtige Moratorium, das die
Einfuhr von Wildvögeln in die EU wegen der sich global ausbreitenden
Vogelgrippe noch bis zum 31. Juli verbietet, muss dauerhaft verankert
werden", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Auf der ab dem morgigen
Dienstag in Brüssel stattfindenden Sitzung der EU-Chefveterinäre
steht das Thema Wildvogelimporte erneut auf der Tagesordnung.

Es drohe eine Aufweichung der jetzigen Regelung. Der NABU und sein
Dachverband BirdLife International setzen große Hoffnungen auf
EU-Kommissar Dimas: Europa muss nun Farbe bekennen, welchen
Stellenwert es dem internationalen Artenschutz beimisst.
Nach Einschätzung des NABU konnten durch den gegenwärtigen
Importstopp bereits mehr als eine Million Wildvögel vor einem Leben
hinter Gittern bewahrt werden. Die EU galt zuvor als der weltweit
größte Abnehmer exotischer Vögel. Nur ein vollständiges Importverbot
kann aber das drohende Aussterben von Arten, wie dem afrikanischen
Graupapagei noch verhindern.


"Der NABU beobachtet mit großer Sorge, dass unterschiedliche
Interessengruppen eine Wiederzulassung von Wildvogelimporten aus
bestimmten Regionen wie Südamerika nach dem 31. Juli anstreben",
warnte Tschimpke. Dabei unterscheide sich die heutige
Gefahrensituation nicht grundsätzlich von derjenigen, als das
vollständige Importverbot angesichts der Vogelgrippe verhängt worden
war. Eine Aufhebung sei daher nicht nachvollziehbar, selbst wenn sie
geographisch auf bestimmte Herkunftsländer beschränkt bliebe.

Ganz Südamerika liefe Gefahr, als Umschlagplatz
für illegalen Wildvogelhandel von mit Handelsverboten versehenen
Drittländern missbraucht zu werden. Damit seien beträchtliche Risiken
verbunden, dass auch H5N1-infizierte Vögel aus solchen Ländern nach
Europa gelangen könnten.

"Deutschland und die EU müssen die Chance auf ein Ende der
unverantwortlichen Ausbeutung der Natur jetzt konstruktiv nutzen und
damit gleichzeitig einer weiteren Ausbreitung der Vogelgrippe
konsequent Einhalt gebieten", so der NABU-Präsident.
http://www.nabu.de/

1.7.06

Wilde Tiere gehoeren nicht hinter Gitter !


Okay, neulich hatte ich nicht das richtige Foto. Wildtierflohmaerkte gestoppt, hieß die Meldung und es ging um neue Regelungen in Deutschland. Das Foto dazu war eine Aufnahme, die ich auf dem berühmten Markt in Iquitos, Peru, gemacht habe. Dort sieht man viele Händler, die mit Affen, Reptilien, Vögeln oder Schildkröten handeln.

Hier nun aber das passendere Foto von der Tierschutzorganisation Peta Deutschland e.V.