Weblog Bernd Kulow

Als Journalist betreibe ich die Website www.amazonas.de. In diesem Weblog gibt es zusätzlich von mir das Aktuellste und Spannendste vom Amazonas, vor allem zur Lage des Regenwalds.

30.6.06

Regenwald: Schutz durch Nutzen

Wer die Regenwälder schützen will, sollte sich für eine nachhaltige Nutzung dieser Urwälder einsetzen. Ein romantisches Festhalten an unberührten, jungfräulichen Dschungel-Wäldern führt eher zu deren Abholzung, weil über einen kurzfristigen Gewinn hinaus den Wäldern dann kein Wert zugemessen wird.

"Regenwaldschutz durch nachhaltige Nutzung" lautet denn auch ein Schwerpunkt des Freiburger Regenwald-Institutes. In enger Zusammenarbeit mit traditionellen Bevölkerungsgruppen entwickeln die Freiburger Umweltschützer hochwertige Produkte für den europäischen Markt. Nach eigenen Angaben werden diese Produkte ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Fairer Handel sorge für eine gerechte, weit überdurchschnittliche Entlohnung der Produzenten.

Die Verarbeitung der Rohstoffe zu Endprodukten vor Ort schaffe Arbeitsplätze und eröffne Alternativen zur Rohstoffausbeutung durch die Länder des Nordens.

Der "Regenwaldladen" des Instituts vertreibt mittlerweile weit über 100 fair gehandelte Produkte aus den Regenwäldern in Deutschland.

Die Produktpalette ist vielfältig und reicht von qualitativ hochwertigen Körperpflegemitteln aus Ölen exotischer Früchte über Latexprodukte bis hin zu Lebensmittel und Süsswaren. "Wenn die Regenwälder die lokale Bevölkerung ernähren können, dann sorgen die Menschen dafür, dass sie erhalten bleiben", so Dr. Rainer Putz, Geschäftsführer des Regenwaldladens.

Solange Konsumenten wie Produzenten von den Regenwäldern profitieren, könne der Schutz der Wälder am ehesten gewährleistet werden.

Aus Naturlatex hergestellte einzigartige Rucksäcke und Taschen sind wohl bislang nur im Regenwaldladen zu erhalten. Die Gummizapfer stellen ein latexiertes Material her, dass sich angenehm anfühlen und qualitativ hochwertig sein soll.

Millionen unbekannter Bakterien

Noch mehr Bakterien! Wer will schon von Millionen unbekannter Bakterienarten hören. Doch Bakterien haben offenbar einen großen Wert. Jedenfalls sind die Wissenschaftler fasziniert davon, dass es allein in brasilianischen Regenwäldern bis zu 13 Millionen unbekannter Bakterienarten geben könnte.

Brasilianische und amerikanische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass jede Pflanzenart ihre ganz eigene Bakterienflora hat. So heißt es in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science", wie scienceticker berichtet.

Die Bakterien leben vor allem auf den Blattoberflächen. Die Wissenschaftler analysierten die DNA, die sie von den Blättern dreier Baumarten gewonnen hatten. Aufgrund der Sequenzierung von 418 Genfragmenten schätzen sie, dass auf diesen Blattoberflächen bis zu 671 unterschiedliche Bakterienarten leben.

Fast 97 Prozent der DNA-Sequenzen gehörten zu bislang unbekannten Arten. Die meisten halten sich an einen Wirt. Lediglich 0,5 Prozent waren nicht auf eine Baumart beschränkt.

Die Forscher halten es für äußerst wichtig, die Bakterien-Vielfalt und ihre Wechselwirkungen mit ihren Gastgebern unter die Lupe zu nehmen.

Wozu Bakterien nützlich sein können?

In Wikipedia heißt es:

Die Fähigkeit einer großen Anzahl von Bakterien, für den Menschen wichtige Stoffe wie Antibiotika und Enzyme zu produzieren, wird in der Biotechnik genutzt. Neben klassischen Verfahren in der Nahrungsmittelproduktion gehört auch die Nutzung ihrer Fähigkeiten zur Beseitigung problematischer Abfälle sowie zur Produktion von Medikamenten hierher. Häufig werden zu diesem Zweck nützliche Teile des Genoms bestimmter Bakterien in das Genom einfach zu haltender, einfach zu kultivierender und weitgehend ungefährlicher Bakterien wie Escherichia coli eingepflanzt (Gentechnik).


Schon gewusst? Im Jahr 1999 wurde das größte bislang bekannte Bakterium entdeckt: Die so genannte Schwefelperle von Namibia. Wie groß? Thiomargarita namibiensis ist mit einem Durchmesser von bis zu einem dreiviertel Millimeter bereits mit bloßem Auge zu erkennen. Immerhin.

29.6.06

Wildtier-Flohmaerkte gestoppt

In den letzten Jahren haben Tierschutzorganisationen einen Boom von regelrechten Wuehlmaerkten fuer Wildtiere beobachtet. Affen, Fledermäuse, Chamäleons oder Nasenbären - auf den Tierflohmärkten wurden hunderttausende Wildtiere verramscht. PRO WILDLIFE geht allein bei Schlangen von einem enorm gewachsenen Markt aus: "Mehr als 200.000 Riesenschlangen und 100.000 Giftschlangen leben unter deutschen Dächern".

copyright: Bernd Kulow - Markt in Peru
An nahezu allen Wochenenden gebe es inzwischen Börsen, auf denen Wildtiere zu Dumpingpreisen angeboten werden - zum Beispiel auf der weltgrößten Reptilienbörse in Hamm, Westfalen.


Das für Tierschutz zuständige Bundesministerium hat nun mit einer neuen Leitlinie erstmals Regelungen für die Tierbörsen getroffen. Vorausgegangen waren hitzige Verhandlungen zwischen Tierhändlern, den Dachverbänden der Exotenhalter und Tierschützern.


"Aus zahlreichen Gesprächen mit Amtstierärzten wissen wir, wie dringend diese Leitlinie gebraucht wird, um den Tierbörsen endlich strenge Vorgaben zu machen", erklärt Dr. Sandra Altherr von PRO WILDLIFE.


Folgende Tiere dürfen künftig nicht mehr auf Tierbörsen verkauft werden:


· Wildfänge (Naturentnahmen)
· besonders schwer zu haltende Arten wie Affen, Bären, Kängurus,
Gürteltiere, Flughunde, Straußenvögel, Kraniche, Aras, Tukane, Krokodile,
Rochen und Haie
· verletzte, gestresste, verhaltensauffällige oder abgemagerte Tiere
· Tiere, bei denen gegen das Amputations- oder Qualzuchtverbot
verstoßen wurde.


Zudem gibt es Auflagen für den Transport.

"Wir hätten uns zwar den Ausschluss weiterer Tiergruppen wie Chamäleons oder Giftschlangen gewünscht, aber die Leitlinie
ist ein wichtiger Fortschritt - wenn sie nun auch wirklich in die Praxis
umgesetzt wird. Und genau das werden wir in der nächsten Zeit kritisch
überwachen
", so Dr. Altherr von PRO WILDLIFE.

25.6.06

Paris: völlig neues Museum

Seit diesem Wochenende hat Paris ein neues Museum - nicht irgendeins, das zeigt ein Blick auf die Kosten: 235 Millionen Euro hat das Musée du Quai Branly bislang verschlungen.
Laut der französischen Botschaft liegt dem neuen Museum der Wunsch Chiracs zugrunde, "der zu lange gering geschätzten Kunst und Kultur von außereuropäischen Völkern einen gebührenden Platz einzuräumen".

Das Musée du Quai Branly ist eine völlig neue Art von Völkermuseum, schreibt Die Zeit. Es sei das weltweit wohl prächtigste Haus für außereuropäische Kunst und Kultur.

Das Museum geht davon aus, dass alle Kulturen gleichwertig sind. Die Objekte aus Übersee - dabei sind auch die Amazonas-Kulturen vertreten - werden nicht mehr ethnologisch in ihren Funktionen erklärt. Das Musée du Quai Branly sieht sich als Kunsthaus und die Objekte als Kunstwerke. So macht denn auch DIE ZEIT das Revolutionäre am Branly-Museum darin aus, "dass es traditionale Gesellschaften nicht mehr als Verbindungsglied ziwschen Affen und Menschen sieht, sondern von einer radikalen Diversität ausgeht, in der Kulturen prinzipielle Gleichwertigkeit genießen".

Das neue Museum steht am Seine-Ufer, am Fuße des Eifelturms, auf der letzten freien Fläche im Zentrum von Paris, die noch bebaut werden konnte. Von den 300.000 Objekten werden über 3.000 in der Dauerausstellung gezeigt. Pro Jahr soll es 10 Wechselausstellungen geben. Begleitend zu den Ausstellungen finden Theater-, Tanz- und Musikaufführungen statt. Das Theater im Museum ist nach dem berühmten französischen Anthropologen Claude Lévi-Strauss benannt, der vor 60 Jahren die Ureinwohner des Amazonas-Becken beschrieben hatte. Vielen von dem, was er aus dem Amazonas zusammentrug, ist nun im neuen Museum am Eifelturm ausgestellt.

Die FAZ sieht in dem neuen Museumskonzept eine bislang nie so deutlich vorgenommene Uminterpretation vom Handwerk zum Kunstwerk. Kein Wunder, dass die Entstehungsgeschichte des Pariser Museums bereits voller Kontroversen ablief. Lévi-Strauss stellte sich hinter das Museums-Konzept. Museen könnten heute keine authentischen Lebenszusammenhänge traditionaler Gesellschaften mehr ausstellen. Die kultischen Objekte müssten sonst neben einem Auto oder einem Handy stehen. Laut der ZEIT sieht der Anthropologe die Aufgabe des Branly-Museums darin, alles auszustellen, was diese Gesellschaften an Großem und Schönem geschaffen haben.

Gleichwohl bleibt für Michael Mönninger, dem Autor des ZEIT-Artikels der Vorwurf bestehen, dass solche Institute sämtlich aus Beutekunst und Kolonialwaren entstanden sind, zusammengeraubt von Konquistadoren und ihren Nachfolgern, den Ethnologen.

Dies scheint sich auch heute noch nicht endgültig geändert zu haben. Nach Angaben der FAZ ließ sich Stephane Martin, als Chef des neuen Museums beim Kauf dreier illegal aus Nigeria ausgeführter Tonfiguren überraschen.

Der TV-Sender arte hat das Branly-Museum zu einem Schwerpunktthema gemacht. In diesem Rahmen wird eine Dokumentationsserie ausgestrahlt "Kunst und Mythos"

Am 5. August um 20Uhr15 geht es um den weißen Kopfputz der Kayapo-Indianer aus Amazonien.

Berichte im Radio:

Das Morgenjournal des ORF berichtete zur Eröffnung des Museums mit diesem Radiobeitrag.

Und hier der Beitrag in "Kultur heute" im Deutschlandfunk.

Der Audiobericht auf tagesschau.de

23.6.06

Wildtiere als Souvenir

Die Münchener Umweltorganisation Pro Wildlife macht heute zu Beginn der Urlaubsaison auf die Auswirkungen beim Souvenirkauf aufmerksam. Geschützte Tiere und Pflanzen als Urlaubsandenken werden jedes Jahr zu Zehntausenden an deutschen Flughäfen bei heimkehrenden Urlaubern beschlagnahmt. Damit sind deutliche Strafen verbunden.

In Iquitos, im Amazonasbecken in Peru, haben mich ständig Souvenirverkäufer angesprochen. Sie hatten vor allem Glaskästen mit wunderschönen Schmetterlingen anzubieten. Verführerisch sehen diese exotischen Mitbringsel aus. Doch häufig sind dies geschützte Arten. Auf dem berühmten Markt in Iquitos gibts zudem lebende Vögel, kleine Äffchen oder exotische Leder- und Fellartikel. Wer diese Souvenirs kauft, beteiligt sich an der Vernichtung seltener Arten.

Besser: Das Kunsthandwerk unterstützen und Souvenirs aus Keramik oder Stoff einkaufen.

Einen ausführlichen Artikel über die Hintergründer auf amazonas.de

Größte Regenwaldschutzprojekt

Der WWF hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit der brasilianischen Regierung, der Weltbank, der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Globalen Umweltfazilität das größte Regenwaldschutz-Projekt aller Zeiten gestartet.

Damit soll die geschützte Regenwaldfläche im Amazonas-Becken bis zum Jahr 2012 auf etwa 12 Prozent verdreifacht werden - das wären insgesamt etwa 500.000 Quadratkilometer, fast die anderthalbfache Fläche Deutschlands.

Die Regenwälder des zentralen Amazonasbeckens erstrecken sich noch über vier Millionen Quadratkilometer allein auf brasilianischem Territorium. Das entspricht etwa der Fläche Westeuropas. Doch jedes Jahr fallen dort 20.000 Quadratkilometer Dschungel den Motorsägen oder der Brandrodung zum Opfer.

Wie man sich an der Errichtung des neuen Juruena-Nationalpark beteiligen kann, erfährt man hier beim WWF.

22.6.06

Kinderbuch zum Regenwald

Habe gerade ein Rezensionsexemplar bekommen: Der Regenwald - Wissen Visuell. Ich muss zugeben, ich liebe ja diese Kinderbücher zum Regenwald. Sie sind so prall gefüllt mit dem bunten Leben, schillernden Papageien, niedlichen Äffchen, großäugigen Fröschen und all den seltsamen Tieren und Pflanzen.

Dies Buch von Jen Green gibt einfache Erklärungen zu all den Naturphänomenen im Dschungel. Der Dorling Kindersley Verlag hat eine exklusive Gestaltung mehrerer Doppelseiten in das Buch eingefügt. So zeigt eine Doppelseite den Amazonas-Regenwald mit seinen vielen Tieren und einem typischen Baumstamm. Wenn man nun eine Folie umblättert, ist diese Welt unter Wasser. Statt des Tapirs und der Affen sieht man nun die Fischwelt des Amazonas. Dass große Flächen des Regenwaldes entlang der Flüsse sechs Monate unter Wasser stehen, wird hiermit sehr anschaulich verdeutlicht.

Kindern, die sich für die exotische Tier- und Pflanzenwelt begeistern lassen, wird das Buch sicher gefallen. Vor allem die vier Doppelseiten mit den umklappbaren Folien, mit denen ein Stück der sichtbaren Oberfläche weggezogen und der Blick in eine verborgene Welt frei wird, sind gelungen.

Das Buch zeigt die High-Lights aller Regenwälder der Erde. Der Dorling Kindersley Verlag empfiehlt das Buch für Kinder ab 8 Jahren. Es kostet 12,90 €

21.6.06

30 Jahre Artenschutzabkommen

Am 20. Juni 1976, also vor genau 30 Jahren, trat das Washingtoner Artenschutzabkommen in Deutschland in Kraft. Das Bundesministerium für Umweltschutz und Naturschutz zieht eine positive Bilanz. Das Konzept des Übereinkommens sei aufgegangen. Bis heute sei keine der im Übereinkommen aufgelistete Art ausgestorben.

Mit dem Abkommen werden mittlerweile die Ein- und Ausfuhr von über 5.000 bedrohten Tierarten und 28.000 Pflanzenarten geregelt. "Das Übereinkommen ist ein scharfes Instrument gegen Übernutzung und Raubbau, belohnt aber auch diejenigen, die nachhaltig und zukunftsorientiert handeln", so die Staatssekretärin Astrid Klug.

Wie weit aber reicht die Erfolgsgeschichte des Abkommens wirklich, wenn täglich auf unserer Erde Dutzende von Arten aussterben?
Wenn die Lebensräume von bedrohten Tieren und Pflanzen immer stärker eingeschränkt werden? Überleben die Tierarten am Ende vor allem in Zoos und botanischen Gärten?

20.6.06

Expedition in Amazonas-Dschungel

Wauuu! Habe einen aktuellen Blog über eine Expedition in den Amazonas-Dschungel gefunden. Der WWF hat eine Gruppe von internationalen Wissenschaftlern auf eine Expedition in den neuen Juruena-Nationalpark in Brasilien geschickt. Die Forscher sind zurzeit unterwegs im Dschungel und haben Kontakt zum Internet, um aktuell aus dem Regenwald zu berichten.

Am 14. Juni 2006 startete das wissenschftliche Abenteuer. Dabei müssen 15 Wasserfälle und etliche Stromschnelle überwunden werden. Laut WWF gilt dieses Regenwaldgebiet als eines der am wenigsten erforschten Gebiete des Amazonas-Beckens. Wenig ist bekannt über die Tier- und Pflanzenwelt und die hier vereinzelt lebenden Menschen. Um aus dem bisher nur auf dem Papier existierenden Nationalpark ein wirklich geschütztes Gebiet zu machen, bedarf es eines schlüssigen Konzeptes. Das Wissen dafür wird nun zu einem großen Teil von der WWF-Expedition zusammengetragen.

Michael Evers führt ein Online-Tagebuch während der Expedition. Dies erstaunliche und hoch interessante Weblog findet man unter folgender Webadresse: http://amazonasexpedition.blogg.de/

15.6.06

Soja-Anbau im Visier

Der Soja-Anbau lässt den Amazonas-Regenwald Stück für Stück schrumpfen. Für den Anbau von Soja wird der Urwald gerodet. Häufig geht es bei der Regenwaldvernichtung nicht mehr in erster Linie um das Holz, sondern um Anbauflächen für Soja.

© Greenpeace / Daniel Beltra

Der Soja-Anbau ist zu einer der entscheidenden Ursachen für die Zerstörung des Amazonas-Regenwalds geworden, erklärt Greenpeace. Die Umweltschutzorganisation scheint in letzter Zeit ihre Aktionen auf Soja aus Amazonien zu konzentrieren. Die Protestaktionen haben sich vor allem gegen den US_Agrarkonzern Cargill gerichtet. Dies Unternehmen soll illegal Regenwald abbrennen, um Fläche für Soja zu schaffen. Das Soja wird von Cargill nach Europa exportiert.

Greenpeace-Aktivisten protestierten im Mai in Santarem in Brasilien gegen den Großanbau von Soja und vor den Europazentralen des Konzerns in England und Frankreich. In Santarem war sogar das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise im Einsatz.
Unter dieser Adresse gibt´s ein Video zum Soja-Anbau in Amazonien (in English)

12.6.06

Schwimmendes Krankenhaus

Dies ist ein schwimmendes brasilianisches Krankenhaus auf dem Amazonas. In abgelegenen Dörfern gibt es weder Ärzte noch Apotheken, eine medizinische Versorgung fehlt. Insgesamt kreuzen fünf Krankenhausschiffe auf dem Amazonas. Oft haben sie Schwierigkeiten die entlegenen Dörfer überhaupt zu finden.

In der Geo-reportage am 17. Juni begleitet das Fernsehteam von arte die Oswaldo Cruz auf ihrem Einsatz im Amazonas. Um 21.40 startet der Film von Gil Rabier auf arte.

Regenwaldhaus in Krefeld


Was für ein Sommerwetter! Wer da ins Tropenhaus geht, fühlt keinen Temperaturunterschied, nur es ist feucht dadrinnen. Ein sehr hohes, helles Tropenhaus kann man im Krefelder Zoo besuchen. Fauna und Flora sind fast durchgängig aus dem Amazonas.




Wir hatten Glück! Gesternnachmittag gab´s vor dem Tropenhaus eine Erzählstunde für Kinder. Frau Rath vom Krefelder Zoo erklärte den begeistert zuhörenden Kindern, wie Schmetterlinge entstehen. Wir bekamen für www.amazonas.de sogar eine Extra-Führung durchs Tropenhaus. Ohne Führung weiss man nicht, nach welchen Tieren man suchen soll. Das nämlich muss man tun, denn viele der Tropentiere sind nicht so ohne Weiteres zu sehen.

Zwar springen im Tropenhaus die Affen herum, flattern Schmetterlinge, sogar ein giftiger, kriechen Leguane durchs Dschungel-Geäst, lauern Kaimane im Wasser, schläft irgendwo im Baum ein Faultier. Doch solange man keine Ahnung hat, was in diesem Tropen-Biotop alles herumkriecht, sieht man nur die Hälfte. Man muss selbst auf Entdeckung gehen, nach den Tieren forschen. Selbst die Tierpfleger wissen nicht immer, wo sich die Tiere aufhalten, vor allem die Faultiere haben die Gewohnheit, sich zu verstecken. Das vierte Faultier im Regenwaldhaus hat die Tierpflegerin seit Tagen nicht mehr gesehen.

Sehr aufschlussreich lassen sich die Blattschneiderameisen beobachten. Sie transportieren die zerschnittenen Blätter auf ihrer "Landstraße" zu ihrer Höhle, in die man durch eine Glasscheibe Einblick erhält.

Mit Kindern lohnt sich der Besuch in jedem Fall, aber auch ohne Kinder kann man dort Stunden verbringen.

Eine realitätsnahen Eindruck vom Regenwald erhält man allerdings nicht. Denn im Regenwald sieht man all diese Tiere nicht so nah und so konzentriert. Zudem fehlt eine Spezies, auf ich auch gut verzichten kann: die allseits blutrünstigen Mosquitos ! So befindet man sich im Tropenhaus in einem angenehmen Regenwald.

Meine Kamera hat den Klimaumschwung gut vertragen, aber er war gestern ja auch nicht sehr heftig, denn draußen war es mindestens ebenso warm. Wegen der Feuchtigkeit muss man allerdings etwas vorsichtig sein, denn der Regenwald wird durch eine Sprenkleranlage zum Regenwald "gemacht".

11.6.06

Wir Wetter Macher

Heute hat mich meine freundliche Buchhändlerin wieder auf ein entscheidendes Buch aufmerksam gemacht:

Auf deutsch liegt jetzt ein hoch interessanter Band zum Klimawandel vor. Tim Flannery: Wir Wetter Macher, S. Fischer Verlag 2006. Die Thesen des Buches gehen von folgenden Tatsachen aus:

Die Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohle und Öl für Stromproduktion, Transport und Heizung sowie die Abholzung und Brandrodung der Wälder der Erde hat in den vergangenen Jahren die Atmospäre des Planeten um durchschnittlich 0,7 Grad Celsius erhöht.

Dieser komplexe Klimawandel hat gefährliche Folgen für das Leben auf der Erde. Vor allem betrifft das den Amazonas-Regenwald.

2004 schockte der Hollywood-Katastrophenfilm "The Day after Tomorrow" mit den kaum vorstellbaren Konsequenzen, die ein mögliches Versiegen des Golfstromes hätte.

Nach Tim Flannery stimmen die Experten noch nicht darin überein, ob ein Kollaps oder nur eine Verlangsamung des Golfstroms unmittelbar bevorsteht.

Wissenschaftler des Hadley Centre in England bewerten die Wahrscheinlichkeit einer größeren Störung des Golfstroms in diesem Jahrhundert mit 5 Prozent oder weniger.

Der Autor sieht die Gefahren dagegen woanders: Was abrupte Veränderungen angeht, gilt die Hauptsorge einem Ereignis, das zwar weniger bekannt ist, sich aber noch katastrophaler auswirken könnte als eine Unterbrechung des Golfstroms: der Zusammenbruch der Regenwälder am Amazonas!!

Wenn das Modell der englischen Forscher stimmt, würden 2040 erste Anzeichen für einen Kollaps der Amazonas-Regenwälder sichtbar. Im Laufe dieses Jahrhunderts würden die Regenwälder auf weniger als 10 Prozent reduziert.

Auf der Hälfte der jetzigen Regenwaldfläche würde sich dann eine Wüste ausdehnen. Erschreckend an diesem Szenario: Der Klimawandel wird damit erheblich beschleunigt und viele seiner allerschlimmsten Konsequenzen unausweichlich eintreten.

Tim Flannery ist ein sehr renommierter australischer Wissenschaftler und erfolgreicher Autor.

Hier ist die englische Webseite zum Buch

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9.6.06

Biotreibstoffe schädlich für Regenwald?

Der großflächige Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Biotreibstoffen könnte auf Kosten der Regenwälder gehen. Wie verzwickt doch manchmal alles ist! Da gibt es so traumhafte Alternativen zum Öl, man braucht nur Raps anzubauen und kann daraus Biodiesel gewinnen. Autos fahren mit Pflanzenöl!

Doch am Mittwoch haben europäische Umweltverbände in Brüssel gewarnt, dass Biotreibstoffe am Ende mehr Schaden anrichten könnten, als Nutzen bringen. Vor allem der plantagenartigen Anbau von Palm-Öl, Zuckerrohr und Soja könnte immer mehr zu Lasten der Regenwälder gehen. Der Anbau von Biotreibstoffen müsse deshalb als ein Teil einer Energiepolitik gesehen werden und dürfe nicht unkontrolliert von statten gehen, sondern müsse an Richtlinien gebunden werden.

Ich habe eben bei greenpeace noch einen ausführlichen Artikel zu Biodiesel gefunden "Mogelpackung auf Kosten der Umwelt".

Demnach sehen die greenpeacer das auch sehr kritisch.

Hier ist der link nach Brüssel zu der Meldung der Umweltorganisationen: Fuelling extinction?

7.6.06

Prachtband im Herbst

Was man so alles im small talk erfährt: Heute morgen in meiner Lieblingsbuchhandlung Bouvier in Bonn. Ich quatsche in der Abteilung Naturwissenschaften mit der freundlichen Buchhändlerin. Sie erzählt mir im Herbst erscheint ein neues Buch zum Regenwald.

Wir sind uns einig, dass dies Thema seit Jahren von den Verlagen vernächlässigt wird. Vor 10, 15 Jahren waren die Regale voll mit Büchern über den Regenwald, dem Amazonas.

Das Buch soll im September erscheinen. Habe beim Verlag Dorling Kindersley nachgeschaut: Es ist ein Fotoband des Schweizer Fotografen Thomas Marent. Seit 16 Jahren bereist er die Regenwälder der Erde. Der Fotograf, Jahrgang 1965, hat es sich zum Ziel gesetzt, die einzigartige Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt in diesen Lebensräumen fotografisch zu dokumentieren.

Das Buch ist offenbar ein Prachtband geworden über 500 Fotografien auf 360 Seiten mit Audio-CD. Was ist auf der CD? Vermutlich die Stimmen und Geräusche des Regenwalds...Was soll der Band kosten? Laut Verlag: € 39,90

6.6.06

Regenwald bald öde Savanne?

Der Amazonas-Regenwald könnte bald zur Hälfte vernichtet sein und sich in eine öde Savanne verwandeln. Grund: Klimawandel und Abholzung. Allein von 1990 bis 2000 sind die monatlichen Lufttemperaturen in Südamerika um 0,5 bis 0,8 Grad Celsius angestiegen, warnt eine neue WWF-Studie. Die Wissenschaftler der Studie rechnen mit einer weiteren Erwärmung. Folge: Weniger Regen im Regenwald, statt dessen mehr Trockenheit.

Hier stellt sich mir die Frage: War die Dürre im letzten Jahr bereits Ausdruck des Klimawandels?

Derzeit leistet der Amazonas noch einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Kohlendioxid (CO2). Allerdings kommen bereits bis zu 20 Prozent der weltweiten CO2-Belastung aus der Abholzung der Wälder. Wenn die Zerstörung anhält, könnte die Amazonasregion in Zukunft mehr Kohlendioxid erzeugen als abbauen. Der Amazonas-Regenwald, heute noch ein Klimaschützer, würde zur Klimazerstörung beitragen.

Der WWF fordert: Die tödliche Kombination aus Kahlschlag und Erwärmung muss gestoppt werden. Fossile Energieträger wie Kohle und Öl müssen ebenso deutlich zurückgefahren werden wie die Abholzung der Regenwälder.

Die WWF-Studie "Climate Change in the Amazon" wurde unter Federführung des Brasilianischen "National Space Research Institute, INPE" verfasst.

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4.6.06

Künstler aus Peru


Pascual Mogollón, Maler aus dem Norden Perus, findet seine Motive auch im Amazonas. Dies Gemälde stellt offenbar zwei mujeres aus dem Amazonas dar. Der Künstler war in diesem Frühjahr in München und konnte dort seine Bilder ausstellen. Wer mehr von seinen Gemälden sehen will...die gibt´s auf seiner Webseite www.artemogollon.com.

Pascual Mogollón, pintor de Peru, encuentra sus motivos tambien en el amazonas. Este quadro muestra dos mujeres del Amazonas. El artista estuvo en esta primavera en München y pudo excibir sus quadros. Si quieres ver mas quadros de Mogollón...los encontraras en esta pagina: www.artemogollon.com.

Forum auf amazonas.de

Am 10. Juni werden wir das Forum starten. Ich bin sehr gespannt, ob das Forum angenommen wird. Hoffe, es entstehen hier interessante Diskussionen über die Tropenwaldvernichtung und alles was damit zusammenhängt, die Ursachen, die Maßnahmen und Möglichkeiten, die bleiben.
Und natürlich möchte amazonas.de auch allen travellern und Reisenden eine Platform bieten - mit Austausch von Reiseerfahrungen.

Der gegrillte Mann

Habe das Buch "Der gegrillte Mann" gerade vom Unionsverlag als Rezensionsexemplar bekommen. Bin noch nicht dazu gekommen, es zu lesen. Jedenfalls geht es um die Mythen der Amazonas-Indianer und zwar um die erotischen Mythen. In der Mythenwelt der Indianer wird der Kampf der Geschlechter mitunter mit drastischen Mitteln ausgefochten. So mancher Galan endet auf dem Grill, heißt es im Klappentext. Naja, da bin ich doch gespannt.

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Demo gegen Zerstörung



Gestern haben in Krefeld über 200 Jugendliche gegen die Zerstörung des Amazonas-Regenwalds demonstriert. Der Soja-Anbau in Brasilien verschlingt den Regenwald. Für Soja wird der Wald zerstört. Greenpeace scheint die einzige Organisation, die solche Demonstrationen noch initiiert. Oder?

Die Story bei greenpeace.

2.6.06

Der Wert der Vielfalt

Habe gerade Edward O.Wilson: Der Wert der Vielfalt in die Hand bekommen. Ein echter Klassiker. Das Buch kann ich empfehlen.