Bartolomé de las Casas: Feind der Sklavenhändler

Mit der Bibel für die Indianer

Bartolomé de las Casas
Bartolomé de las Casas: By Anonymous [Public domain], via Wikimedia Commons

Im 16. Jahrhundert vernichteten spanische Konquistadoren die Einheimischen  auf grausame Weise. Ein Dominikaner Mönch ragt heraus als aufrechter Kämpfer für die Rechte der Indianer.

Bartolome de las Casas (1484 – 18. Juli 1566) hatte als Priester in den spanischen Kolonien den Eroberungsalltag mit eigenen Augen gesehen und erlebt. Bis zu seinem Tode 1566 stellte er sich gegen die spanischen Mächtigen in Amerika. Er forderte vom Papst die Sklavenhändler zu exkommunizieren. Das gleiche sollte auf Kolonialisten zutreffen, die Indianer misshandelten.

Er beschrieb in zahlreichen Texten und Büchern das grausame Vorgehen der Conquistadores und Kolonialisten in Amerika. Wegen der realistischen Schilderungen sind seine Schriften bis heute von hohem Wert. Er notierte das brutale Vorgehen der Kolonialisten und sah die Lage der einheimischen Bevölkerung aus einem anderen Blickwinkel als die Kolonialisten. 

Bartolome de las Casas: Einer der ersten Menschenrechtler

Dazu bedurfte es allerdings eines grundlegenden Wandels seiner Einstellungen. Als einer der ersten europäischen Kolonialisten unterschied er sich zunächst nicht von dem Vorgehen der anderen. Er nahm sich Sklaven und führte das Leben eine Kolonialisten. Er befürwortete Sklaven aus Afrika zu holen, um das Massensterben der Indigenas zu verhindern. Denn die Indianer starben an ansteckenden Krankheiten, die aus Europa kamen. Dagegen fehlte ihnen jeglicher Schutz.

Doch mehr und mehr merkte Bartolome de las Casas, dass die Sklaverei sich nicht mit seinen innersten Werten in Übereinstimmung bringen ließ. Zu seiner Zeit galten die Indianer nicht als vollwertige Menschen. Sie brauchten angeblich den europäischen Master, den Herren, um zivilisiert zu werden. Bartolomé de las Casas widersprach den Kolonialisten. Er entließ seine Sklaven im Jahr 1515 und stellte sich danach ganz auf die Seite der Indianer. 

Brandmarkung einer Sklavin
Eine Sklavin wird gebrandmarkt: By Internet Archive Book Images [No restrictions], via Wikimedia Commons
Er war zutiefst überzeugt, dass die Indigenas als Gleiche behandelt werden sollten und nicht als Sklaven. Sklaverei widersprach dem Naturgesetz. Es nahm dem Menschen die individuelle Freiheit. Was ein von Gott gegebenes Recht für jeden Menschen sei. Ein halbes Jahrhundert lang kämpfte er für die Rechte der Indianer. Er gilt als einer der ersten Menschenrechtler. 

Grausam und brutal mit Gott auf ihrer Seite

Bartolomé de las Casas richtete sein Anliegen an die Mächtigen der Welt, den spanischen König und den Papst. Er wurde zum Symbol des Widerstands und als Retter der Indianer verehrt.

Las Casas wollte die Indianer auf friedlichem Weg zum Christentum erziehen. Aber die Inbesitznahme der Neuen Welt durch die Europäer lehnte er nicht ab. Sie sollte nur gewaltfrei von statten gehen. Obwohl er viele Jahre unter den Ureinwohnern verbrachte, lernte er ihre Sprache nicht.

Die Konquistadoren hatten als Rechtfertigung für die Eroberung Südamerikas stets die Verbreitung des Christentums herangezogen. Sie sahen Gott auf ihrer Seite. Um Gottes Wort zu verbreiten, nahmen sie sich das Recht, grausam und brutal gegen jeden Widerstand vorzugehen. Damit sahen sie sich auch im Recht, das Land gewaltsam in Besitz zu nehmen.

Die Ureinwohner konnten ihr Leid nur mildern, wenn sie die den christlichen Glauben und die fremde Kultur annahmen. Denn die Indianer, die sich zum Christentum bekehren ließen, wurden besser behandelt. Wer an seinen eigenem Glauben und den eigenen kulturellen Vorstellungen festhielt, war brutaler Gewalt ausgeliefert.

Quellen:

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*