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Forschung

Vampire helfen beim Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall können Blutgerinnsel die Durchblutung des Gehirns stören. Die Gerinnsel müssen nach einem Schlaganfall schnellstens beseitigt werden.Vampirfledermäuse haben in ihrem Speichel eine Substanz, die das Blut frei fließen lässt, die Gerinnung verhindert und die gefährliche Blutgerinnsel im Gehirn von Schlaganfall-Patienten auflösen kann.

Wissenschaftler an der Uniklinik in Leipzig nutzen jetzt die Speichelsubstanz (Desmoteplase) der Vampire, um Blutgerinnsel aufzulösen. „Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend“, erklärt der Leiter der Intensivstation Prof. Dr. Dietmar Schneider. Wenn es gelinge, die Blutgerinnsel durch die Desmoteplase mit einem vertretbaren Risiko zu beseitigen, könnten viele irreversible Hirnschäden vermieden werden. Die Patienten werden mit einem Magnetresonanztomographen regelmäßig „durchleuchtet“, damit eventuell entstehende Blutungen schnell erkannt werden.

In Australien haben Wissenschaftler ähnliche Forschungsergebnisse erzielt. Studien an Mäusen haben dort gezeigt, dass das Enzym der Vampirfledermäuse bis zu neun Stunden nach einem ischämischen Schlaganfall zur Auflösung von Blutgerinseln verwendet werden kann, ohne dabei das Risiko von Hirnschädigungen zu erhöhen. Imschämische Schlaganfälle treten auf, wenn ein oder mehrere Blutgerinsel den Blutzufluss zum Gehirn blockieren.

"Wenn eine Vampirfledermaus ihr Opfer beißt, sondert sie eine starke Gerinnsel auflösende Substanz ab, so dass das Blut des Opfers immer weiter fließt", so Dr. Rob Medcalf von der Monash University. Das Enzym der Vampirfledermaus sei im Evolutionsprozess für diese besondere Aufgabe maßgeschneidert.

Das bislang bei der Behandlung von Schlaganfällen eingesetzte Tissue Plasminogen Activator (t-PA) könne das Gehirn der Patienten weiter schädigen, indem es eine fortschreitende Zellendegeneration im Gehirn verursacht. Das Enzym der Fledermaus (DSPA) bringe keine derartigen Nebenwirkungen mit sich.

Zudem müsse t-PA innerhalb von drei Stunden nach Einsetzen der Schlaganfall-Symptome angewandt werden, um das Risiko weiterer Hirnschädigungen zu vermeiden. Das Fledermausenzym hingegen könne eine sichere Behandlungsoption über längere Zeiträume bieten, da es keine schädigende Wirkung auf Gehirnzellen habe.

Noch immer ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache. Nach wie vor ist auch der Anteil bleibender Hirnschädigungen sehr hoch.


     Quelle:

  • Pressemeldung der Universität Leipzig 2003
  • Pressemeldung des Australischen Hochschulverbandes IDP 2003

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