Der weiche Schlamm, in dem Mangroven wachsen, bietet Krabben, Schnecken, Muscheln oder verschiedenen Arten von Würmern Lebensraum. Hier finden Vögel ihre Nahrung. Die Amazonasmündung liegt an einer großen Vogelzugroute. Viele Tausend Wattvögel aus Nordamerika rasten hier oder verbringen hier die Monate des nördlichen Winters. In dieser Zeit kann man zum Beispiel Regenpfeifer oder Strandläufer in den Mangroven antreffen.
In den Mangroven tummeln sich auch unterschiedlichste Fischarten. Die Fische finden hier Laichplätze. In den Mangroven wimmelt es von Jungfischen.
Deutsch-brasilianisches Forschungsprojekt
Wissenschaftler untersuchen seit mehreren Jahren ein Mangrovengebiet bei Braganca im Mündungsgebiet des Amazonas. Mit dem deutsch-brasilianischen Projekt MADAM (Mangrove Dynamics and Management) sollen wissenschaftliche Grundlagen zum Schutz und zur Nutzung der Mangrovenwälder erarbeitet werden. Heute leben weit über die Hälfte der lokalen Bevölkerung von den natürlichen Ressourcen der Mangrovenwälder. Dabei werden die Wälder zunehmend für Touristen geöffnet. Erste Zerstörungen sind nicht ausgeblieben.
Von deutscher Seite aus wird das Projekt von Wissenschaftlern des Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) der Universität Bremen durchgeführt. In Bremen verfolgt man das langfristige Ziel, einen Forschungsschwerpunkt "Ökologie tropischer Küstenregionen" zu etablieren. Schwerpunkt werden die wissenschaftlichen Grundlagen für den Schutz und die Nutzung tropischer Küstenökosysteme sein. Dabei sollen naturwissenschaftliche Fragen zu Ökosystemen wie etwa Mangroven, Korallenriffe oder Flussmündungen mit sozialen und ökologischen Fragen der Ressourcennutzung verknüpft werden.
Mangroven sind weltweit bedroht. Besonders gefährdet sind die tropischen Mangrovenwälder. Große Mangrovengebiete wurden in den 80er und 90er Jahren für den Bau von Garnelenfarmen abgeholzt, zum Beispiel in Ecuador. In dem Band "Life Counts. Eine globale Bilanz des Lebens" berichten die Forscher, dass damit auch die Brutplätze vieler Fischarten zerstört werden, die zwischen Mangrovenwurzeln aufwachsen. Die Rodung der Mangrovenwälder gefährdet auch Menschen, weil die Bäume den Küstensaum schützen und stabilisieren. Fallen sie, können Flutwellen mehr Schaden anrichten.
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