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Der Amazonas-Strom

Der Amazonas - Welt der Fische

Der Fischreichtum im Amazonas übersteigt alle Vorstellungen: In dem Fluss leben mehr verschiedene Fischarten als im ganzen Atlantik: Mehrere Tausend sollen es sein.

© Bernd Kulow

Der berühmteste unter den Amazonas-Fischen ist wohl der Piranha. Zudem leben im Amazonas Riesenfische wie der Pirarucu und der Zitteraal, der Strom erzeugt. Dagegen ist eine große Menge der kleinen Flusstiere der Wissenschaft noch nicht bekannt.

In allen Flüssen Europas existieren gerade 150 verschiedene Fischarten. Dagegen schätzen Wissenschaftler die Vielfalt im Amazonas auf über 5.000 Arten. Auch in den anderen großen Flüssen der Welt gibt es nicht annähernd solch eine Artenvielfalt: im Kongo gibt es 500, im Ganges 300 und im Nil ganze 200 unterschiedliche Arten.

Die Wissenschaftssendung „nano“ berichtete über den Alltag der Forscher im Amazonasgebiet. So besuchen Biologen regelmäßig den großen Fischmarkt in Manaus, wo täglich Tonnen von Fisch auf den Ladentischen landen. Dort finden sich immer wieder seltsame Arten. Die Wissenschaftler versuchen dann die Lebensräume dieser rätselhaften Fische zu ergründen.

Raffinierte Fische

In den entlegenen Flussgebieten und Sümpfen des Amazonas-Beckens leben mindestens 3.000 Fischarten, die noch kein Wissenschaftler je zu Gesicht bekam, schätzen die Forscher. Zum Staunen kommen die Biologen immer wieder über Arten, die sich auf besonders raffinierte Weise den Lebensräumen angepasst haben.

Bislang sind laut „nano“ 3.500 Amazonas-Fischarten bekannt und katalogisiert. Doch meist beschränkt sich das Wissen dann auf den Namen und das Aussehen des Fisches. Wie sich die Tiere in ihrer Umgebung verhalten oder welche Auffälligkeiten sie zeigen, darüber ist selbst bei den wissenschaftlich erfassten Fischen selten etwas erforscht.

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Fisch erzeugt Stromschläge

Viele der Fische sind ursprünglich Geschöpfe des Meeres, die sich dem Leben im Fluss angepasst haben. Die Vielfalt reicht von Haien über Sägefische oder Rochen bis zu Plattfischen und Seenadeln. Die Artenvielfalt im Fluss ist bis heute unüberschaubar.

Der Zitteraal ist eines der seltsamsten Geschöpfe des Amazonas. Er teilt Stromschläge bis zu 800 Volt aus. Die Forscher aber fanden jetzt noch Erstaunlicheres heraus: Feiner als jeder Abwassersensor registrieren die Fische jede kleinste Veränderung in ihrer Umwelt. Die elektrischen Entladungen lassen eindeutige Rückschlüsse auf den Zustand des Wassers zu. Die elektrischen Entladungen ändern sich, sobald sich das Wasser verändert. Der Aal reagiert schon auf kleinste Verschmutzungen im Wasser.

Es gibt weitere Phänomene in der Wasserwelt des Amazonas. Ein echter Winzling unter den Amazonas-Fischen kann einen dabei schon ängstlich werden lassen: der Candirú. Dieser kleine Fisch wird angeblich von Urin angezogen und dringt in kleinste Körperöffnungen. Unter der Überschrift „Fischattacke“ kann man in der Rubrik „Stimmt´s“ in der ZEIT-online von einem Patienten in Manaus lesen. Der Urologe berichtete von dem 23-jährigen Mann, der in seine Klinik kam und erzählte, dass beim Urinieren im Fluss ein Candirú in seine Harnröhre eingedrungen sei. Der glitschige Candirú habe sich nicht mehr hinaus ziehen lassen, sondern habe sich mit beängstigendem Tempo immer weiter vorangearbeitet.

Der Urologe setzte ein Endoskop ein, an dessen Spitze eine kleine Greifzange befestigt war. So konnte er den Fisch entfernen.

Riesenfische bis zu 200 kg

Die Fische versorgen die eingeborene Bevölkerung mit tierischem Eiweiß. Der Fischfang ist für die Bewohner am Fluss lebensnotwendig. Ein riesiger Fisch, der Arapaima, kann ein ganzes Dorf sättigen. Der Arapaima, auch Pirarucu genannt oder Paiche, wiegt oft über 200 kg. Der Fisch wird getrocknet und gesalzen auf Märkten gehandelt.

Begehrt als üppiger Fleischlieferant ist er bereits vom Aussterben bedroht, wie coolearth.org mitteilt. Denn der mehrere Meter lange Fisch liefert riesige Filets. Er gilt als größter Süßwasserfisch der Welt. Die Brasilianische Regierung hat zwar Regelungen erlassen, um die Fischbestände zu schützen. Doch wie weit diese Regelungen befolgt werden, ist eine andere Geschichte.

Gerade die großen Fische im Amazonas und seinen Nebenflüssen werden immer seltener. Gewaltige Staudämme und die zunehmende Wasserverschmutzung setzen den Fischen gewaltig zu. In weiten Teilen sind etliche Fischarten bereits zum Verschwinden gebracht.

© nationalgeiographic
© BBC World - Wissenschaftler entdecken einen Fisch, der 3 Monate in einer Pfütze überleben kann.
© Bernd Kulow
© Bernd Kulow
© Bernd Kulow
© Bernd Kulow
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