Regenwaldforschung
Forschen in den Wipfeln
Zu den Baumkronen im Regenwald hat niemand ohne Weiteres Zugang. Die Urwaldriesen sind bis zu 40 oder gar 50 Meter hoch und bilden ein zusammenhängendes Kronendach. Dort oben wimmelt es von unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten. Die Bäume selbst sind ebenfalls Vertreter verschiedener Arten. Gibt es in ganz Mitteleuropa etwa 50 verschiedene Baumarten, so findet man im Amazonas-Regenwald allein auf einem Hektar bis zu 200 Baumarten.
Nach Schätzungen sollen in den Kronenregionen des Regenwaldes 40 Prozent aller Arten leben. Diese Artenvielfalt zieht die Forscher an. Mit Luftschiffen und Auslegerkränen gelangen die Wissenschaftler in die Baumwipfel, um Flora und Fauna der Regenwälder zu erforschen.
Den Wissenschaftlern geht es nicht nur um die enorme Biodiversität, sondern auch um den Klimawandel. Wie weit beeinflusst der wachsende CO2-Ausstoß in der Atmosphäre das Leben in den Baumkronen? Wie funktionieren die Stoffkreisläufe in den Baumwipfeln? Welche Bedeutung haben die Baumkronen für den Kohlendioxidhaushalt der Erde? Welche Rolle spielen die Epiphyten? Können sie Hinweise auf den globalen Klimawechsel geben?
Ein internationales Forscherkonsortium will jetzt ein groß angelegtes Forschungsprojekt vor allem in Brasilien und Ecuador in Gang setzen. Mit dem „Global Canopy Programme“ sollen 10 neue Observatorien in den Baumwipfeln eingerichtet werden. Mit hohen Kränen und Ballons bauen sich die Wissenschaftler ihre Forschungsstationen in den Wipfeln des Regenwaldes.
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