Tiere des Amazonas
Aras - die Knackkünstler: intelligent, stark, gefährdet
Aras gelten als gesellig. Ihre leuchtenden Farben und ihre Sprechlernfähigkeit haben sie seit langem zu einem begehrten Haustier gemacht. Mittlerweile sind sie stark gefährdet.
Dem Ara ist keine Nuss zu hart, er knackt sie alle. Damit unterscheidet er sich von den meisten Regenwaldvögeln. Während diese sich von Früchten, Blüten und Blättern ernähren, haben die Aras es auf Kerne abgesehen. Schließlich sind sie mit den kräftigsten Schnäbeln in der Vogelwelt ausgestattet.
Im Amazonas-Regenwald mit hunderten, wenn nicht gar tausenden von Samen tragenden Bäumen, verlieren die Aras allerdings leicht den Überblick über ihre Speisekarte. Denn viele der Bäume bilden nur alle paar Jahre Kerne. Die Aras laufen Gefahr unbekannte Kerne zu knacken, Kerne, die durchaus Giftstoffe enthalten.
Papageien-Forscher im Manu-Nationalpark im Südosten Perus haben herausgefunden, wie sich die Aras gegen eine giftige Mahlzeit schützen: Alle zwei, drei Tage schwärmen sie zu einem Kalkfelsen und polstern ihre Mägen mit einer Dosis Lehm. Der Ton bindet die Gifte und beschleunigt deren Gang durch den Verdauungstrakt. So sind sie in der Lage, das Gift zu neutralisieren.
Als Haustiere begehrt
Insgesamt gibt es 16 unterschiedliche Ara-Arten. Sie gehören zu den Riesen unter den Papageien. Und diese sind wohl nicht zuletzt wegen ihres farbenfrohen Gefieders die berühmtesten Tiere Amazoniens. Auf ältesten Landkarten wurde Amazonien manchmal als Land der Papageien bezeichnet. Am Anfang des 16. Jahrhunderts überlebten die ersten südamerikanischen Aras die strapaziöse Überfahrt nach Europa. Seither sind Aras in Europa als Haustiere begehrt. Dabei sind es große Vögel: Die Flügelspannweite misst bei einem Ara 1 Meter und auch die Länge von Kopf bis Schwanzspitze beträgt etwa 1 Meter.
Ara Pärchen bleiben ihr ganzes Leben zusammen. Und sie werden sehr alt. So dauert eine Paarbeziehung 30 bis 40 Jahre. Die Aras gelten als ähnlich intelligent wie die Schimpansen. Wenn sie in Schwärmen auftauchen, scheinen sie stundenlang mit einander zu plaudern. Offenbar lernen einige von ihnen sogar Worte und Sätze der menschlichen Sprache und interagieren mit ihren Züchtern. Nur wenige andere Vögel werden so alt und lernen so viel wie die Aras.
Nistkästen in 50 Meter Höhe
Der Fang von Aras für den Heimtierhandel stellt einen Grund dafür dar, dass die Vögel immer seltener werden. Dazu kommt die Zerstörung ihres Lebensraumes durch Abholzung des Regenwaldes. In manchen Gegenden sind die Aras bereits ausgerottet.
Forscher im Amazonas-Wald im Südosten Perus haben herausgefunden, dass von 100 Ara-Paaren nur etwa zehn bis 20 brüten. Charles A. Munn war überrascht, als er entdeckte, dass den Aras Nistplätze fehlen. Auf einem Quadratkilometer Regenwald im peruanischen Amazonasbecken gibt es meist nur einen einzigen Nistplatz, der tief und trocken genug ist für die großen Vögel. Den Forschern gelang es, Nistkästen für die Aras in 50 Meter hohe Bäume zu hängen. Die Aras akzeptierten die Kästen als Nistgelegenheiten. „Die Ergebnisse unserer Ara-Programme in Peru zeigen, dass wir Wege gefunden haben, die gefährdeten Ara-Bestände wieder aufzubauen“, schreibt Munn in der National Geograhic.
Quellen:
National Geographic Sonderheft "Die Wunder des Regenwaldes" 1/2002
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Der Tukan
Symbol für bunte Exotik
des Regenwaldes
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