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Amazonas-Tiere

Ameisenbär: 35.000 Ameisen pro Tag

Der Ameisenbär lebt tatsächlich, wie sein Name andeutet, von Ameisen und Termiten. Von diesen vernichtet er riesige Mengen.

© Bernd Kulow

Ameisenbären haben eine gute Nase. Ihr Sehvermögen ist dagegen nur mäßig entwickelt. Sie riechen ihre Beute, die Ameisen oder Termiten, und fressen sehr schnell. In der Regel graben sie ein kleines Loch in ein Ameisennest und lecken die herausströmenden Tiere mit flinken Zungenbewegungen auf. Die Zunge schnellt dabei bis zu 150-mal pro Minute vor und zurück.

Oder sie reißen mit ihren kräftigen Klauen leicht einen Termitenhügel auf, die hart wie aus Zement sein können.

Tausende von Ameisen oder Termiten pro Tag zu fressen, dazu braucht es einger besonderen Fähigkeit. Das große Ameisenfressen wird ihm durch seine lange, wurmförmige Zunge erleichtert. Sie ist mit klebrigem Speichel bedeckt, an dem die Ameisen und Termiten oder sonstige Beutetierchen haften bleiben. Mit der Zunge kann der Ameisenbär tief in die Gänge von Termitenbauten eindringen. Bis ein Ameisenbär satt ist, muss er etwa 35.000 Ameisen oder Termiten am Tag fressen. Da sie aus jedem Nest nur eine bestimmte Menge von Insekten verzehren, richten sie an den Nestern wenig Schaden an. In ihrem Streifgebiet sind sie deshalb auf viele Nester angewiesen.

Mit den Krallen zerfleischen sie ihre Feinde

Es gibt unterschiedliche Arten von Ameisenbären im Amazonas-Becken: den großen Ameisenbär, nördlichen Tamandua, südlichen Tamandua und den Zwergameisenbär. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Größe, sondern verhalten sich auch anders. Große Ameisenbären sind Bodenbewohner, Tamanduas leben dagegen teilweise auf Bäumen und Zwergameisenbären sind reine Baumbewohner. Der große Ameisenbär liebt es, die größten Ameisen zu verzehren, während die Tamanduas sich an die mittelgroßen halten und der Zwergameisenbär lieber die kleinen frisst.

Ameisenbären sind sehr wehrhaft. Sie setzen sich auf die Hinterbeine, wenn sie angegriffen werden und teilen mit ihren Vorderfüßen gefährliche Hiebe aus. Oder sie umarmen den Feind, ziehen ihn an sich und zerfleischen ihm mit den Krallen den Rücken. Für angreifende Hunde kann diese Umarmung tödlich ausgehen. Bären können auf dieselbe Art ihre Feinde vernichten. Vermutlich hat dies zum Namen Ameisenbär geführt. Der große Ameisenbär hat als einzige natürliche Feinde den Puma und Jaguar.

Schnell gelernt zu galoppieren

Die Ameisenbären sind Einzelgänger. Große Ameisenbären graben Mulden, in denen sie bis zu 15 Stunden pro Tag ruhen. Sie tarnen sich, indem sie sich mit ihrem fächerartigen Schwanz zudecken.

Normalerweise kommt ein Junges zur Welt. Nach der Geburt klettert es auf den Rücken der Mutter und findet dort einen sicheren Platz. Die Mutter nimmt es auf dem Rücken mit. Die jungen werden etwa 6 Monate lang gesäugt. Mit 2 Jahren werden sie geschlechtsreif. Solange bleiben sie meist bei der Mutter. Im Alter von etwa einem Monat haben die jungen Ameisenbären gelernt zu galoppieren. Meist jedoch bewegen sie sich langsam.

 

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