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Tierschmuggel
Tierschmuggel boomt
Bedrohte Tierarten werden gefangen, geschmuggelt und verkauft. Weltweit besteht ein riesiger Markt, auf dem viel Geld verdient wird. Auch Touristen sind häufig am Tierschmuggel beteiligt.
Wer in Iquitos, der größten peruanischen Stadt am Amazonas, als Tourist durch die Straßen geht, dem werden auf Schritt und Tritt wilde Tiere angeboten. Das sind zumeist schöne Schaukästen mit den buntesten Schmetterlingen Amazoniens oder große, nie gesehene Insekten des Regenwaldes. Man kann diese toten Tiere auch in offiziellen Touristenläden erwerben. Selbst lebende Tiere werden angeboten, zum Beispiel kleine Schildkröten. Auf dem Mercado Belem in Iquitos findet man auch kleine, lebende Affen, Vögel oder Reptilien, die zum Kauf angeboten werden.
Doch der Import von geschützten Tieren nach Deutschland ist verboten. So warnt PRO WILDLIFE vor dem unüberlegten Kauf von Urlaubsmitbringseln, für die Wildtiere sterben mussten. Viele der angebotenen Souvenire sind aus geschützten Tieren oder Pflanzen hergestellt, was beim Heimflug für böse Überraschungen sorgen kann: Allein am Frankfurter Flughafen werden jedes Jahr viele Tausend Exemplare vom Zoll beschlagnahmt.
Im Jahr 2003 war die Arbeit des Zolls in diesem Bereich besonders effektiv. Die Zahl der sichergestellten geschützten Tiere und Pflanzen bzw. der daraus hergestellten Objekte stieg bundesweit um 102 % von 31.467 im Vorjahr auf 63.597, erklärt das Bundesfinanzministerium, dem der Zoll zugeordnet ist. Unverändert groß sei die Bedrohung seltener Tier- und Pflanzenarten durch professionelle Schwarzhändler. Zahlreiche der geschmuggelten Tiere seien - wie leider schon in den Jahren zuvor - auf dem Transport verendet.
Tausende Tier- und Pflanzenarten sind international geschützt, viele weitere sind hochbedroht. Naturfreunde sollten deshalb lieber auf Urlaubserinnerungen aus Keramik, Stoffen oder anderen Materialien zurückgreifen, für die keine Wildtiere und Pflanzen sterben mussten“, rät PRO WILDLIFE.
90 % der Tiere sterben beim Transport
Besonders in Brasilien boomt der Tierschmuggel: Jährlich werden über 38 Mio. Wildtiere Brasiliens außer Landes geschmuggelt, berichtet das Tropenwaldnetzwerk Brasilien. Das entspricht einem Umsatz von 20 Mrd. Dollar und einem Verdienst von ca. 1 Mrd. Dollar. Damit ist Tierschmuggel nach Waffen- und Drogenschmuggel die dritt größte kriminelle, grenzüberschreitende Aktivität. Ein Jaguarfell bringt in den USA z.B. einen Preis von 20.000 Dollar. Der Schaden für die Natur, insbesondere Amazonien, ist enorm. Von den 400 in Tierschmuggel aktiven Verbrecherorganisationen sind 40 % auch in anderen kriminellen Aktivitäten aktiv.
Die Tiere landen in Laboratorien, privaten Zoos oder werden für die Herstellung von Potenzmitteln verwendet. Nach Expertenschätzungen sterben 90% der gefangenen Tiere beim Transport. Als Strafe für Tierschmuggel können in Brasilien bis zu 25 Mio. Dollar verhängt werden so steht es jedenfalls auf dem Papier.
Quelle:
- Pressemeldung: Bundesfinanzamt
- Pressemeldung: PRO WILDLIFE
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