Die Mountainbike-Tour beginnt in den Anden, führt 18 Tage lang durch Peru und endet im Amazonasgebiet. Dabei durchfährt man unterschiedliche Landschaften und Klimazonen.
Die Gruppe umfasst etwa 10 Teilnehmer. Darunter auch Peruaner. So ist ein interkultureller Austausch möglich und man ist in einem fremden Land mit Insidern unterwegs.
Bei der exotischen Radtour geht es nicht allein um das sportliche Erleben. Besucht werden auch zwei Entwicklungshilfeprojekte.
Landgewinnung in den Anden
In Cajamarca zum Beispiel versuchen Bauern die weitere Zerstörung der Böden zu verhindern. Sie haben bereits aus erodierten Geröllfeldern Ackerland geschaffen. Dazu zerkleinern sie mineralhaltiges Gestein, legen Terrassen an, schaffen organisches Material heran und schützen den Acker mit Umpflanzungen. Die "Landgewinnung" ist mühsam. Um einen Hektar Boden fruchtbar zu machen, musste eine Gruppe von zehn Nachbarn anderthalb Jahre arbeiten.
Die Kleinbauern verhielten sich am Anfang skeptisch gegenüber dem staatlichen Projekt. Sie fürchteten zwischen die Fronten maoistischer Terroristen und gewalttätiger Armeesoldaten zu geraten.
Zudem ist das Risiko der Kleinbauern hoch: Eine einzige Missernte kann einer Campesinofamilie (Kleinbauerfamilie) zum Verhängnis werden. "Campesinos zu überzeugen, ihre kostbare Arbeitskraft, ihr einziges "Vermögen", in etwas Neues zu investieren, ohne Gewissheit auf Erfolg, kostet viel Überzeugungsarbeit", sagt Alberto Rojas, Leiter des Projekts zu der deutschen Radlergruppe.
Cajamarca selbst liegt über 2.700 Meter hoch und hat 150.000 Einwohner. Die deutsche Radlergruppe übernachtet im Gästehaus des 2. Projektes. Dort werden über 400 geistig- und koerperbehinderte,blinde und gehörlose Kinder und Jugendliche betreut.
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Exklusiv-Interview mit Heiner Stienhans
Initiator der Radtour von den Anden in den Amazonas
AMAZONAS.de: Wie risikoreich ist die exotische Radtour?
Stienhans: Es geht auf Pisten heftig bergauf und wieder bergab. Wir hatten einen kleinen Unfall. Aber unsere peruanischen Begleiter waren sofort mit Erster Hilfe zur Stelle und hatten alles nötige im Rucksack.
AMAZONAS.de: Sie besuchen auf der Strecke, die ja in erster Linie Radsportler anspricht, auch Entwicklungshilfeprojekte. Sind die Radsportler überhaupt daran interessiert?
Stienhans: Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Man kann sehr viel über das Land und die aktuellen Probleme erfahren. Man spürt, dass Entwicklungshilfe im konkreten Fall mit vielen Fallstricken verbunden ist. Es hat genug Entwickungsprojekte gegeben, wo nach Jahren nichts Positives zu sehen war. Die beiden Projekte, die wir auf der Tour besuchen, können als vorbildlich gelten.
AMAZONAS.de: Sie planen für die Zukunft eine neue Strecke auf dem Altiplano von La Paz in Bolivien nach Cuzco in Peru. Da wären Sie über 3.000 Meter hoch in den Anden...
Stienhans: ...sicher nicht ganz einfach. Aber man kann sich ziemlich schnell an die Höhe gewöhnen.