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Regenwald-Zerstörung

Kahlschlag und Brände

Vor 10 Jahren schrieb der Wirtschaftsgeograph und Autor Hans Otzen im Vorwort zu seinem Buch "El Dorado am Amazonas": Der Urwald brennt - alle Welt sieht heute auf das Amazonasgebiet, wo das größte, noch in sich geschlossene Regenwaldgebiet hemmungslos dezimiert wird.

Wie sieht es heute aus, nachdem Indianer, Umweltgruppen und internationale Aktivisten für den Erhalt des Regenwaldes kämpften? Ist der Amazonas-Urwald vor der endgültigen Zerstörung bewahrt oder ist absehbar, wann dieses einmalige Ökosystem vernichtet sein wird?

In den Medien jedenfalls ist es ruhiger geworden um den Regenwald. Die Scheinwerfer und Mikrofone sind auf andere Events und Krisengebiete gerichtet. Doch bedeutet dies Entwarnung? Oder werden hier nur die Gesetzmäßigkeiten der Medien deutlich, nach denen sich die Medienwelt immer wieder Neuem zuwenden muss?

Die Wissenschaftler geben keine Entwarnung. Im Gegenteil: Die Fakten der Zerstörung sind alarmierend, die negativen Prognosen erschreckend.

Unwiederbringlich zerstört

Wenn die Zerstörung des Regenwaldes im jetzigen Tempo weitergeht, wird es in einigen Jahrzehnten den letzten Baum in Amazonien erwischen. Kahlschlag und Brände zerstören den Wald unwiederbringlich. Der Regen wäscht den bloß liegenden Boden aus und schwemmt die Humusschicht fort. Jedes Jahr trifft es eine Waldfläche etwa in der Größe Nordrhein-Westphalens.

Wie lange ist das Amazonasgebiet noch die größte geschlossene Waldfläche der Erde, wenn die Zerstörung in diesem beängstigenden Tempo weiter geht?

Das Gleichgewicht des Regenwaldes reagiert empfindlich auf die Dezimierung. Das weitere Abholzen kann zu einer nachhaltigen Störung des Gleichgewichtes des tropischen Regenwaldes führen.


© Heiner Stienhans

Der Amazonas beeinflusst auch das Klima weltweit. Zwar ist noch nicht hinreichend geklärt, wie die Wirkung im einzelnen zustande kommt, doch gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Rodung und damit eine geringere Wasser- und Energiebindefähigkeit zu einer weltweiten Polarisierung der globalen Wettersituation führen wird - kältere Gebiete werden noch kälter, trockenere noch trockener. Der positive Ausgleichseffekt des Amazonas wird geringer.

Bis zum Jahr 2000 sind etwa 14 Prozent der tropischen Waldfläche Amazoniens zerstört worden.

Wir wirken sich die vermehrten großflächigen Brände im Regenwald auf das Weltklima aus? Neue wissenschaftliche Ergebnisse der Messungen des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz auf der Regenwald-Seite bei AMAZONAS.de

 
©BerndKulo   
Seit 1970 ist Amazonien um eine Waldfläche, die der Größe Frankreichs entspricht, ärmer geworden.
Weltweite Zerstörung unterschätzt

Global Forest Watch:

Die Wälder auf der Erde verschwinden mit alarmierender Geschwindigkeit. Wissenschaftler des Global Forest Watch haben Satelliten-Bilder mit den tatsächlichen Gegebenheiten auf der Erde abgeglichen. Bei diesen neuen Studien wurde deutlich: Bislang wurde die Zerstörung der Wälder unterschätzt.


© Global Forest Watch

Wenn die Zerstörung der Wälder mit dem jetzigen Tempo weitergeht, werden 40 % der Urwälder in 10 bis 20 Jahren nicht mehr existieren, prophezeit Dirk Bryant, der Gründer von Global Forest Watch.

In Indonesien sind in den vergangenen 50 Jahren fast die Hälfte der Urwälder zerstört worden. Von der russischen Taiga existiert nur noch ein Viertel im ursprünglichen Zustand. In Venezuela ist der Bestand der subtropischen und tropischen Wälder stark bedroht.

Zwar haben viele Länder Gesetze für den Schutz der Wälder erlassen, aber zu oft werden diese Gesetze nicht beachtet, Verstöße nicht geahndet.

Web-Link:

www.globalforestwatch.org

Initiative of the World Resources Institute

   
Lebt die Menschheit über ihre Verhältnisse?

Oakland, Kalifornien, 25. Juni 2002 - Die Menschheit verbraucht in jedem Jahr eine riesige Menge an natürlichen Ressourcen. Wie viel davon kann die Erde in demselben Zeitraum wieder herstellen?

Vor 40 Jahren sah dieses Verhältnis noch positiv aus: Die Menschheit verbrauchte nur 70 % von dem, was die Erde wieder herstellen konnte. Doch im Laufe der Jahre hat sich die Lage zuungunsten der Umwelt verändert. Heute übersteigt der Verbrauch der Menschheit an natürlichen Ressourcen die Kapazität der Erde um 20 %.

Zu diesem erschreckenden Ergebnis ist jetzt das internationale Forscher-Team „Redefining Progress“ gekommen. Dies bedeute, das Land und natürliche Ressourcen schneller verbraucht würden, als sie wieder regeneriert werden können. Die Erde braucht ein Jahr und drei Monate, um zu erneuern, was die Menschheit in zwölf Monaten verbraucht hat.


© Bernd Kulow

Die Forscher addierten die Flächen, die auf der Erde für Land- und Forstwirtschaft, für Häuser und andere Infrastruktur und Fischerei genutzt wird sowie für den Energieverbrauch. Sie errechneten die biologische Produktivität in jedem dieser Felder, um herauszufinden, wie viele Ressourcen ausgebeutet werden können, ohne unwiderruflichen Schaden hervorzurufen.

Die Ergebnisse der Studie sind in der neuesten Ausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNSA) veröffentlicht.


Web-Link:

www.rprogress.org

Redefining Progress will die sozialen und natürlichen Ressourcen schützen und soziale und ökonomische Nachhaltigkeit fördern.

AMAZONAS.de

Was bewirken Brände im Amazonas mehr

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