Literatur
Regenwälder dieser Erde
Neues Regenwaldbuch von Sara Oldfield
Einen Überblick über die Regenwälder der Erde mit beeindruckenden Fotos von den Pflanzen und Tieren findet man in dem Buch "Regenwald" von Sara Oldfield. Vorgestellt werden die unterschiedlichsten Regenwälder. Ob in Afrika, Südostasien, auf den Philippinen oder am Amazonas - die Zerstörung der einzigartigen Ökosysteme, die von überaus großer Bedeutung für das Klima auf der Erde sind, schreitet immer weiter voran.
"Einige der Wälder, die ich vor 20 Jahren besucht habe, sind heute Kokosnussplantagen (in denen billiges Pflanzenöl produziert wird),
andere wurden für kurzlebige Eigenbedarfs-Landwirtschaft abgeholzt", schreibt Mark Rose im Vorwort zu dem Regenwaldbuch.
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Eine schier unvorstellbare Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten findet sich in den Regenwäldern. |
| © Bernd Kulow |
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Die Regenwälder sind nicht nur Naturparadiese. Sie bieten weltweit
vielen Menschen alles, was sie zum Leben brauchen, sichern ihnen ihre Existenz. Über 350 Millionen Menschen decken ihren Nahrungs- und sonstigen Bedarf fast ausschließlich aus den Wäldern: Unterkunft, Obst, Nüsse, Gemüse, das Fleisch wilder Tiere, Materialien für Kleidung, Kleb- und Farbstoffe oder Arzneimittel.
Als natürliche Lungen der Erde liefern die Regenwälder 20-30% der Sauerstoffproduktion. Außerdem konzentriert sich eine schier unvorstellbare Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten in den Regenwäldern.
Waldvernichtung am Amazonas erschreckend
Unter den Regenwäldern der Erde ist das Amazonasbecken eine Region der Superlative: Mehr als die Hälfte aller noch existierenden Regenwälder befinden sich hier. Nirgendwo sonst auf der Welt leben mehr Pflanzen- und Tierarten. Etwa ein Drittel aller Blütenpflanzen von über 80.000 Arten weltweit wachsen in den Amazonas-Regenwäldern. Im gigantischen Flusssystem des Amazonas leben über 2.000 unterschiedliche Fischarten. Im Vergleich: In Europa gibt es insgesamt nur 300 Süßwasserfischarten. "Bei einer derartigen Vielfalt ist die traurige Wahrheit umso schmerzlicher, dass die Waldvernichtung im Amazonasbecken schneller fortschreitet als irgendwo sonst auf der Welt", heißt es im Amazonas-Kapitel des Regenwaldbuches.
Viele der Tiere, die im Amazonas-Regenwald ihre Heimat haben, sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Die seltenen Tierarten sind heute meist unter Artenschutz gestellt. Doch ihre Ausrottung geht weiter: Ihr Lebensraum wird zerstört, die Flüsse verschmutzt - vor allem der Einsatz von Quecksilber zur Goldgewinnung vergiftet das Wasser. Manche Tierarten wurden über Jahrzehnte lang wegen ihres Felles gejagt. Zwar ist der Pelzhandel heute auf dem Papier verboten, aber die Wilderei ist damit noch nicht gestoppt.
Tiere am Amazonas vom Aussterben bedroht
Zu den bedrohten Tierarten gehört der Amazonas-Delphin, auch als Boto bekannt. Dieser Delphin zählt zu den geheimnisvollsten Lebewesen der Erde. Niemand weiß, wie viele der Amazonas-Delphine heute noch leben. Wenn der Amazonas-Fluss einmal im Jahr über seine Ufer tritt und die Regenwälder auf riesigen Flächen überschwemmt, verlässt auch der Delphin den Fluss und schwimmt zwischen den Bäumen durch den Regenwald.
Ein anderer Flussbewohner ist ebenfalls dem Aussterben nahe: der Riesenotter. Die Riesenotter wurden wegen ihres kostbaren Felles gejagt. Zwischen 1946 und 1971 exportierte Peru allein über 24.000 Otterfelle. Heute ist der Riesenotter ins Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen. Doch ihr Lebensraum wird immer weiter eingeengt und zerstört.
Zu den bedrohten Vogelarten im Amazonasgebiet zählt der Goldsittich. Er ist überall auf der Welt begehrt und wird oft zur Beute von illegalen Fallenstellern. In Brasilien wurde mit dem Tapajós-Nationalpark ein Schutzgebiet für den Goldsittich geschaffen.
Positive Ansätze mit dem Ökotourismus
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Wie sieht die Zukunft der Regenwälder aus? Was kann für ihren Schutz getan werden? Auch auf diese Fragen geht die Autorin ein. |
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In den letzten Jahren wurden so genannte Nutzungsreservate ausgewiesen. In diesen Gebieten ist es den Regenwaldbewohnern gestattet, den Wald zu nutzen, allerdings nur auf eine nachhaltige Weise. Sie dürfen Früchte sammeln und Kautschuk und andere Naturprodukte ernten. Der Schutz des Regenwaldes soll in diesen Regionen mit den Bedürfnissen der Bewohner in Einklang gesetzt werden. Ausgedehnte Gebiete des Regenwaldes sind zudem in Nationalparks umgewandelt worden. Insgesamt stehen etwa 10 % des gesamten südamerikanischen Regenwaldes unter Naturschutz.
Die Nationalparks sind ein beliebtes Ziel von Öko-Touristen. Zu den schönsten dieser Parks gehört der Manu National Park in Peru. Er zählt mit 1,8 Millionen Hektar zu den größten Naturschutzgebieten der Erde. Der Park ist ein Paradies für Riesenotter, Tapire, Ameisenbären, Aras, Tukane und eine Menge anderer Tierarten.
Die Erschließung der Wälder für den Ökotourismus ist eine Beitrag zum Erhalt der Regenwälder: "Wenn mehr Menschen sich persönlich davon überzeugen können, welche Kostbarkeiten dort von der Vernichtung bedroht sind, kann dies die langfristigen Aussichten für die Rettung der Regenwälder nur verbessern", schreibt die Autorin Sara Oldfield. Ihr ist es gelungen, die Schönheit und Vielfalt der Regenwälder in einem einzigen Buch zusammenzufassen. Daneben stellt sie eine Auswahl aktueller Initiativen zum Schutz der Regenwälder vor.
Die Autorin Sie ist Direktorin der „Global Programmes“ bei Fauna & Flora International - hat dafür gesorgt, dass die Erlöse aus dem Verkauf des Buches zur direkten Unterstützung der Global Trees Campaign (Globale Baumkampagne) eingesetzt werden. Diese Initiative von Fauna & Flora International und dem United Nations Environment Programme/World Conservation Monitoring Centre hat sich zum Ziel gesetzt, die am stärksten gefährdeten Baumarten der Welt vor der Ausrottung zu bewahren.
Mit jeder Baumart, die für immer verloren geht, sterben gleichzeitig rund 300 mit ihr vergesellschaftete Arten aus.
Das Regenwaldbuch hat einen informativen Anhang: Hier kann man alle bedrohten Arten im Regenwald aufgelistet finden. Zudem sind die Adressen einer ganzen Reihe von Gruppen aufgeführt, die sich den Erhalt des Regenwaldes zum Ziel gesetzt haben.
Fauna & Flora International hat in 2003 als Umweltschutzorganisation 100. Jubiläum gefeiert. Offenbar ist sie die älteste Umweltschutzorganisation weltweit.
www.fauna-flora.org
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Ist der Regenwald noch zu retten? mehr
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