Regenwald
Zerstörung schneller als erwartet.
Die Zerstörung des Amazonas-Regenwalds schreitet doppelt so schnell voran, wie bisher angenommen.
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| © Bernd Kulow |
Die Folgen der selektiven Regenwaldrodung wurden bislang völlig unterschätzt. Eine neue Satelliten-Technik hat nun das ganze Ausmaß der Urwaldzerstörung durch selektive Rodung deutlich gemacht. Bei der selektiven Rodung werden einzelne, besonders ausgewählte Bäume gefällt und zum Teil mit Traktoren oder Hubschraubern aus dem Wald transportiert.
Eine im Oktober 2005 erschienene Studie zur selektiven Rodung hat nun Erschreckendes offen gelegt: Allein in den Jahren 1999 bis 2002 muss zu den bislang angenommenen Waldschäden durch Kahlschlag jeweils 60 bis 128 % Zerstörung durch selektive Rodung hinzugerechnet werden. Deutlich wurde die zusätzliche Zerstörung durch eine neue Satellitentechnik. Bislang wurden bei der Satellitenüberwachung nur die kahl geschlagenen Stellen erkannt. Mit einer neuen Satelliten-Technik mit ultra hoher Auflösung der Bilder, die von Wissenschaftlern der Carnegie Institution und der Stanford University entwickelt wurde, lassen sich nun die Lücken im Urwald feststellen, wo nur einzelne Bäume gerodet wurden.
Gregory Asner, der Leiter der Studie, erklärt in einem Report der Stanford University: „Seit über zwei Jahrzehnten wird die im großen Stil durchgeführte Waldvernichtung im Amazonas mit Satelliten registriert, doch die selektive Rodung blieb bislang meist unsichtbar“.
Ein großer Mahagony-Baum bringe hunderte von Dollern ein. Damit sei die Versuchung groß, in einem Land, in dem jeder fünfte Einwohner in Armut lebt. „Die Leute gehen in den Dschungel und schlagen nur die wertvollen Baumarten“, so Asner. Doch das Herausholen einzelner Bäume hinterlasse einen enormen Schaden. Im Schnitt würden durch das Schlagen und Herausholen eines Baumes bis zu 30 weitere Bäume ernsthaft geschädigt. Zudem entsteht im dichten Urwalddach eine Lücke, durch die Sonnenlicht fällt und den Boden austrocknet. So können schneller Waldbrände entstehen.
Zudem müssen die Bäume transportiert werden. Dazu werden meist Wege für Traktoren angelegt. In Folge der selektiven Rodung gehe auch die Zahl der Säugetiere zurück
Der Klimaschutz leide entscheidend. Wenn ein Baumstamm aus dem Wald gezogen werde, blieben die Krone und Äste zurück Der Verrottungsprozess setze dann CO2 frei. Nach Schätzungen des Wissenschaftlers entweichen jedes Jahr 400 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre durch konventionelle Kahlschlagrodung. Durch die selektive Rodung würden noch einmal 100 Millionen Tonnen freigesetzt. Für Asner könnten diese neuen Erkenntnisse Auswirkungen haben auf die Vorhersage des Klimawandels auf der Erde.
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