Regenwald-Aktion
Stars gegen Pipeline
Hollywood-Stars haben sich gegen die Zerstörung eines der artenreichsten Regenwaldgebiete der Welt gewandt.
Die Film- und Musikstars, darunter Sting, Bianca Jagger, Ruben Blades, Kevin Bacon und viele andere appellierten in einem Schreiben an Präsident Bush, keine Steuergelder für das umstrittene Camisea Gasprojekt in Peru frei zu geben. Sie befürchten katastrophale Schäden, wenn die Pipeline durch den Regenwald und über die Anden gebaut wird.
Die „Inter-American Development Bank“, an der die US-Regierung mit 30 % beteiligt ist, will das Gasprojekt mit einem Kredit über 135-Millionen-Dollar ermöglichen. Bianca Jagger erklärte, das Vorhaben verletze zahlreiche internationale Umweltstandards und darüber hinaus die Rechte der Indianer. Wenn das Camisea-Projekt verwirklicht würde, hätte es katastrophale Folgen auf den Regenwald und auf die dort lebenden Indianervölker.
Indianer durch Camisea-Projekt gefährdet
Vom Urwald aus soll das Gas durch zwei Pipelines über die Anden an die Pazifikküste transportiert werden. Dort soll die Verflüssigungsanlage ausgerechnet in einem Schutzgebiet für Meeresfauna entstehen.
In dem Regenwald-Gebiet, wo in Zukunft Gas gefördert werden soll, leben kleine Indianerstämme, die bis heute den Kontakt mit der Außenwelt fast vollständig ablehnen und nun durch das Gasprojekt in ihrem eigenen Gebiet gefährdet sind. In den 80er Jahren starben viele dieser Indianergemeinschaften, nachdem sie sich mit Krankheiten der Weißen angesteckt hatten, gegen die sie ihr Immunsystem nicht schützt. Zur Erkundung des Gebietes nach Bodenschätzen waren Arbeiter in ihre Region gekommen.
Strom für Kalifornien vom Amazonas?
In dem Brief an den amerikanischen Präsidenten erklären die Hollywood-Stars, dass die gewonnene Energie vor allem für den kalifornischen Strommarkt gedacht sei. Sie seien sicher, dass die kalifornischen Verbraucher sich diesem Geschäft widersetzen würden, wenn sie über die hohen sozialen und ökologischen Kosten unterrichtet wären.
Mittlerweile hat der peruanische Präsident die Kritik der amerikanischen Stars zurück gewiesen und eine Umweltzerstörung durch das Projekt bezweifelt. Bianca Jagger hatte in einem Brief an den peruanischen Präsidenten daran erinnert, dass sie bei den Wahlen in Peru als Beobachter tätig gewesen sei und die Förderung des Demokratieprozesses in Peru unterstütze. Doch umso schärfer würde sie sich jetzt gegen das Camisea-Projekt aussprechen.
Sicherheitsexperten halten auch die Pipelines für riskant, heißt es in einem Artikel der Frankfurter Rundschau. Sie führten durch das Gebiet, das bis vor zehn Jahren von der maoistischen Guerilla Sendero Luminoso beherrscht war. In jüngster Zeit mehrten sich die Anzeichen, dass der Sendero wieder aktiv sei. Die Horrorvision einer durch Guerillagebiet führenden Energie-Trasse sei im Nachbarland Kolumbien bereits Wirklichkeit. Dort werde die 700 Kilometer lange Öl-Leitung eines US-Konzerns von Soldaten geschützt, was einen beträchtlichen Teil der US-Militärhilfe für das Land verschlinge.
Quelle:
- www.foe.org
- Frankfurter Rundschau
AMAZONAS.de
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