Suchen      Sitemap      Videos  
  Weblog  
  Kinder  
 Newsletter  

Greenpeace-Aktion:

Kein Papier aus Raubbau

Bücher sollten demnächst nur noch auf urwaldfreundlichem Papier gedruckt werden. Dies fordern Autoren und Verlage, die gemeinsam mit Greenpeace eine Initiative zum Schutz der Urwälder ins Leben gerufen haben. Zum Start der Initiative hatten unter anderen Elke Heidenreich, Michael Jürgs und Kirsten Boie erklärt, künftig Recyclingpapier für ihre Bücher zu verwenden.

"Nur ein Fünftel der ehemaligen Urwaelder sind heute noch als einzigartige Lebensräume erhalten", sagt Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge. "Mit dem Einsatz von urwaldfreundlichem Papier können die Verlage einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser letzten Urwälder leisten." Alle grossen deutschen Buchverlage verarbeiteten bisher vorwiegend Frischfaser-Papier. Nach Greenpeace-Recherchen werde für den deutschen Papiermarkt auch in den letzten finnischen, russischen und kanadischen Urwaeldern eingeschlagen. Damit diese geschont werden, veroeffentlichte Greenpeace einen Ratgeber für Buchverlage zur Umstellung auf hochwertiges Recyclingpapier oder Papier aus oekologischer Waldnutzung mit dem Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC).

Die ersten Erfolge zeigen sich in Kanada: 36 Verlage, darunter Random House Kanada und McClelland & Stewart haben sich seit dem Jahr 2001 zur Umstellung verpflichtet. Über 350 Titel erschienen bislang auf diesem Papier. "Auch wir Verleger wollen die globale Entwaldung und den Klimawandel aufhalten", sagt Vicki Black, Produktionsleiterin vom Verlagshaus McClelland & Stewart. "Durch die grosse Nachfrage der vergangenen Jahre haben sich Qualität und Verfügbarkeit von in Kanada angebotenem, urwaldfreundlichem Buchpapier stark verbessert. Recycling- und FSC-Papier sind eine erstklassige Alternative zu herkömmlichem Buchpapier."

Die Erstauflage der kanadischen Ausgabe des fünften "Harry Potter"-Bandes wurde bereits auf Recyclingpapier gedruckt. Dadurch wurde der Einschlag von etwa 30.000 Bäumen vermieden, eine Waldfläche, so gross wie 95 Fussballfelder. Die Verwendung von Recyclingpapier hat zudem dazu geführt, dass 47 Millionen Liter Wasser eingespart werden konnten.

Viele Kinderbücher werden jedoch in Asien produziert, wo für das Papier auch indonesischer Regenwald vernichtet wird. Die deutsche Kinderbuchautorin Kirsten Boie appelliert: "Wenn wir jetzt nicht handeln, werden unsere Urenkel Urwälder nur noch aus Büchern kennen, für die Urwälder zerstört wurden. Kein Buch ist so wertvoll, dass dafür die letzten alten Wälder dieser Welt vernichtet werden."

Mit der neuen Initiative erweitert Greenpeace die Kampagne zum Schutz der Urwaelder. Greenpeace fordert die Holz- und Papierindustrie auf, kein Holz mehr aus Urwaldzerstoerung zu kaufen und wirbt für Produkte aus ökologischer und sozial nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

  • Greenpeace-Pressemeldung, Website
© greenpeace
Der Rest eines Urwaldriesen aus dem Amazonas-Regenwald. Greenpeace wird diesen gewaltigen Baumstamm als Mahnung in deutschen Städten zeigen.
 

email an webmaster amazonas.deimpressumcopyrightPortal LiteraturPortal WissenPortal ReisePortal Geschichte Portal IndianerPortal Regenwaldemail an amazonas.deStartseite amazonas.de