Klimawandel am Amazonas
Amazonas: Retter des Weltklimas
Die Amazonas-Wälder sind in einer Doppelrolle: Einerseits sind sie durch die globale Erderwärmung in ihrer Existenz bedroht. Doch gleichzeitig wird durch die Zerstörung der Tropenwälder die Erde weiter aufgeheizt.
Der Amazonas ist als Gebiet der Superlative bekannt: die schiere Größe der Regenwälder, die Artenvielfalt, die unfassbaren Wassermassen im Amazonas-Fluss. Doch kaum zu glauben: Es gibt eine weitere Tatsache, die einen in Erstaunen versetzt. Die gewaltigen Amazonas-Regenwälder haben 90 bis 140 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Das entspricht etwa der gesamten Menge, die von den Industriestaaten bei den heutigen Emissionsmengen in annähernd hundert Jahren freigesetzt werden.
Das bedeutet auch: Die Entwaldung durch Brandrodung ist für etwa ein Fünftel der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Und 46 Prozent davon gehen allein auf das Konto der Abholzung im Amazonasgebiet. So die Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ.NET (07.04.08).
Vor diesem Hintergrund muss man Greenpeace zustimmen, wenn die Umweltorganisation den Urwald des Amazonas als CO2-Bombe bezeichnet. Sie muss dringend entschärft werden.
Denn der gigantische Kohlenstoffspeicher darf nicht weiter geöffnet werden. Wenn er sich durch weitere Brandrodung in gewaltige Massen von Kohlendioxid verwandelt, die in die Atmosphäre entweichen, werden die Klimaschutzanstrengungen in kurzer Zeit zunichte gemacht.
Die Maßnahmen gegen die Erderwärmung können nicht erfolgreich sein ohne einen konsequenten Stopp des weltweiten Tropenwaldverlustes. Darin sind sich alle Klimaschützer einig.
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| © Global Forest Watch |
Bei der Frage, wie ein endgültiger Stopp der Rodung erreicht werden soll, beginnt die Auseinandersetzung. Heftige Debatten werden darüber geführt, ob der Waldschutz in den Emissionshandel einbezogen werden soll oder ob eine Fondslösung vorzuziehen ist.
Diese Diskussion wird anschaulich dargestellt von Thilo Hoppe.
Quellen:
- Dossier der Konferenz: Klima und Wandel in Amazonien, Berlin, Februar 2008. Konferenzbeiträge
- WWF: Der Teufelskreis am Amazonas. Bericht von Daniel C. Nepstad, 2007.
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